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30. Oktober 2017

Studie zur Entsorgung von Polystyrolschaumabfällen in Deutschland

Die Studie Aufkommen und Management von EPS- und XPS-Abfällen in Deutschland 2016 in den Bereichen Verpackung und Bau wurde im Auftrag der BKV GmbH und unter Beteiligung von BASF SE, Fachvereinigung Extruderschaumstoff e. V., Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V., Industrieverband Hartschaum e. V., Ineos Styrolution Group GmbH, PlasticsEurope Deutschland e. V. und pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e. V. von der Fa. Conversio erstellt.

Abfälle, die das alte Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) enthalten, waren in Deutschland im Oktober 2016 als „gefährlich“ eingestuft worden. Dies hatte zu Entsorgungsengpässen geführt. Später wurde die Einstufung aufgehoben. Wichtiger Beweggrund für die Beauftragung der Untersuchung war nun der Wunsch der beteiligten Akteure, die anhaltende Diskussion über den Umgang mit HBCD-haltigen EPS-/XPS- Abfällen, wie sie etwa bei der Entfernung oder Modernisierung von Wärmedämmungen oder im Verpackungsbereich bei Importware anfallen können, auf eine gesicherte Datenbasis zu stellen.

Laut Studie funktioniert die stoffliche und energetische Verwertung von gebrauchten Polystyrolschaumstoffabfällen in Deutschland auf sehr hohem Niveau. Insgesamt wurden 2016, so die Studienergebnisse, rd. 307 kt EPS/XPS zu Produkten verarbeitet. 268 kt (87 %) gingen in Bau- und 39 kt (13 %) in Verpackungsanwendungen. Im gleichen Jahr fielen 110 kt Post-Consumer-EPS-/XPS-Abfälle an. Vor allem die Sammlung der EPS-/XPS-Abfälle über privatwirtschaftlich organisierte Erfassungssysteme spielt eine wichtige Rolle. Die Abfälle aus Verpackungs- und Bauanwendungen fallen an unterschiedlichen Orten an und tauchen entsprechend auch in verschiedenen Abfallströmen auf. Bei der Entsorgung der EPS-Verpackungsabfälle und der EPS-/XPS-Bauabfälle gibt es gravierende Unterschiede. Während im Baubereich 75 % der Abfallsammlungen über gewerbliche Erfassungssysteme anfallen, die nahezu vollständig der energetischen Verwertung zugeführt werden, sind im Verpackungsbereich vor allem die Sammlungen über die Dualen Systeme der Verkaufsverpackungen sowie die separaten Sammlungen gewerblicher Verpackungen von Bedeutung. Letztere werden etwa zu zwei Dritteln bzw. drei Vierteln einem Recycling zugeführt.

Von den in allen Bereichen insgesamt ermittelten 110 kt Post-Consumer-EPS-/XPS-Abfällen wurden rd. 98 % oder 107,5 kt verwertet. 36 kt wurden recycelt und 71 kt energetisch verwertet. EPS-/XPS-Abfälle aus in Deutschland hergestellten Bau- und Verpackungsprodukten enthalten seit 2015 kein HBCD mehr. Derzeit sind noch etwa 7,2 Mio. t EPS-/XPS-Dämmstoffe, die mit dem Flammschutzmittel HBCD ausgerüstet sind, in Bauanwendungen installiert. Einer Prognose zufolge wird die Gesamtmenge des HBCD in noch verbauten EPS-/XPS-Bauanwendungen in den kommenden 50 Jahren von rd. 60 kt im Jahr 2015 auf dann 27 kt sinken.

Die komplette Studie mit ausführlichen Tabellen und erläuternden Grafiken kann über die Webseite der BKV GmbH www.bkv-gmbh.de bezogen werden.

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