Wechseln zu

30. September 2020

PU Magazin Ausgabe 03-04/2020 ist erschienen!

Jedes Jahr werden in Europa ca. 30 Mio. Matratzen weggeworfen. Würden wir sie aufeinander stapeln, wären sie 678 Mal höher als der Mount Everest. In einer Gesellschaft, die auf geschlossene Kreisläufe und eine Kreislaufwirtschaft drängt, ist das ein kritisches Thema. Wir sprachen mit Lucie Porcelli über Renuva, Dow‘s Recyclingprogramm für Matratzen.

Ein weiteres Thema der Ausgabe ist Arbeitsschutz: Wir berichten über Tank Farm Assessments (TFA), die im Rahmen eines Best-Practice-Programms von Isopa für die Polyurethanindustrie entwickelt worden sind. Covestro bietet diesen Service für ihre Kunden an, und wir sprachen mit Thomas Gross (Covestro) und Eroll Shabi von der Firma Ventius International über deren Erfahrungen.

Mit Holger Klyszc-Nasko von Acmos unterhielten wir uns über die Geschichte des Unternehmens und darüber, wie Acmos im Bereich der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft positioniert ist.

Außerdem feiert die Firma Fecken-Kirfel in diesem Jahr ihr 150jähriges Firmenjubiläum. Aus diesem Anlass berichten wir über die erfolgreiche Firmengeschichte und sprachen mit den beiden Geschäftsführern Norbert Leyens und Volker Schiffer über das Erfolgsrezept des Unternehmens und die Pläne für die Zukunft.

Weitere Highlights sind:

  • Die SKZ Tagung „Polymerschäume“, die trotz Corona ‚analog‘ stattfand.
  • SCIP – Die neue ECHA Datenbank für besorgniserregende Stoffe
  • Informationen zu qualifizierten Schulungen im Umgang mit Diisocyanaten

Ausgewählte technische Artikel:

  • Weiche dielektrische Elastomere
    (Felicia Bokel, BASF Polyurethanes GmbH)

    Thermoplastische Elastomere sind eine vielversprechende Klasse von Kunststoffen, die für Anwendungen als elastische dielektrische Materialien geeignet sind. Zudem lassen sie sich gut verarbeiten und sind rezyklierfähig. Diese Werkstoffklasse umfasst einen weiten Bereich der Polymere wie thermoplastische Olefin-Elastomere (TPO), Polystyrole (TPS), Polyamide (TPA), Copolyester (TPC), Polyurethane (TPU) und Vulkanisate (TPV), gemäß der Norm ISO 18064. Sie weisen eine weite Spanne an Gebrauchstemperaturen auf und können in einigen technischen Anwendungen statt des konventionellen vernetzten Kautschuks, also Gummi, eingesetzt werden. Ihr Einsatz ist unter sehr kalten als auch warmen Bedingungen möglich, sodass sie für Außenanwendungen und unter wechselnden Temperaturen verwendbar sind. Weiterhin machen die hohe Flexibilität in der Kälte, die Kriechbeständigkeit und die mechanischen Eigenschaften eine gute Rückverformung bei Belastung möglich.
  • Das EU Paket zur Kreislaufwirtschaft und die EU-Plastikstrategie
    (Lara Dammer, Michael Carus, nova-Institut)

    Es gibt wenige politische Initiativen, die in letzter Zeit so viel Aufmerksamkeit erregt haben, wie die kürzlich von der europäischen Kommission beschlossene Einwegplastik Richtlinie (Single-Use Plastics Directive). Häufig wird sie auch als Einwegplastik-Verbot bezeichnet. Dieser Rechtsakt ist allerdings nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen die Europäische Union versucht, den Plastikmüll einzudämmen und die Wirtschaft in Europa in eine Kreislaufwirtschaft zu führen. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über das EU Paket zur Kreislaufwirtschaft (EU Circular Economy Package) und die EU Kunststoffstrategie (EU Plastics Strategy) und erklärt, welche Bedeutung beide für biobasierte Kunststoffe haben.
  • Bio-basierte Polyole und die mikrobielle Anfälligkeit von Polyurethanschaum
    (Deirdre Newton, James Hurley, Leon Estell, Regina Prioli, Lonza)

    Derzeit gibt es einen wachsenden Trend zur Verwendung von erneuerbaren, bio-basierten Polyolen in Polyurethan-Schäumen im Verbraucherbereich und bei kommerziellen Anwendungen. Besonders Hersteller von Bettwaren, Möbeln und Autositzen versuchen, der steigenden Nachfrage nach bio-basierten Polyolen aufgrund deren besseren ökologischen Fußabdrucks nachzukommen. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich einer potenziell größeren Anfälligkeit für mikrobielle Kontamination. Unter bestimmten Bedingungen kann ungehemmtes Pilz- und Bakterienwachstum die mechanische Integrität des Schaumstoffs beeinträchtigen und gleichzeitig unhygienische Bedingungen im Wohn und Automobilbereich schaffen. In diesem Aufsatz beschreiben wir unsere aktuellen Forschungsergebnisse zu der Frage, wie unterschiedliche Polyol-Typen und Verarbeitungsbedingungen die Anfälligkeit für Schimmelbefall in Polyurethanschäumen beeinflussen. Hierfür wurden verschiedene Standard- und Nicht-Standardtests verwendet. Außerdem wird dargestellt, welche Eigenschaften antimikrobielle Additive besitzen und welche Lösungen es für kommerzielle Anwendungen geben kann.
  • Der alte Plast und das Meer – Teil 2. Fragestellungen und Bemerkungen zum Kunststoffgebrauch und -recycling
    (B. W. Naber)

    Der Einsatz von Kunststoffen wird mittlerweile vor allem als Problem wahrgenommen. Und tatsächlich ist ihr umfassender Einsatz ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können und wollen wir auf Kunststoffe nicht verzichten, denn durch die Vielfalt der Polymere und ihr breites Eigenschaftsspektrum ermöglichen sie Anwendungen, bei denen traditionelle Werkstoffe versagen. Neben ihrem unbestreitbaren Nutzen im täglichen Leben sind sie andererseits Ursache und Inhalt mannigfaltiger Umweltprobleme. Dieser Beitrag setzt sich damit auseinander, was für und was gegen den umfassenden Einsatz von Kunststoffen spricht. In Teil 1 ging es um die Vorteile von Kunststoffen für unsere technisierte Zivilisation und allgemein um Möglichkeiten, Grenzen und ökonomische und ökologische Kosten des Recyclings. Im vorliegenden Teil 2 werden verschiedene Kunststoffgruppen einzeln betrachtet und auf ihre Recyclingfähigkeit hin untersucht. Auch rohstoffliche Verwertung und Verbrennung werden als mögliche End-of-Life-Lösungen angesprochen.

Weitere Informationen zur neuen Ausgabe finden Sie unter https://www.gupta-verlag.de/zeitschriften/pu-magazin/03-2020.

Verfassen Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel