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10. August 2017

Kunststoffhaus Futuro von Experten des SKZ restauriert

Von Juni 2017 bis Juni 2018 zeigt Die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne in München die Ausstellung „Space-Age“ als Hommage an die Künstler der 1960er Jahre. Der Zeitgeist dieser Epoche war geprägt vom Einsatz zukunftsweisender Werkstoffe, beispielsweise Faserverbundkunststoffe, in Alltagsgegenständen.

Vor Beginn der Ausstellung wurde das Futuro-Haus von den Experten des Composite Kompetenzzentrums des SKZ in Halle originalgetreu restauriert. (Quelle: SKZ)

Vor Beginn der Ausstellung wurde das Futuro-Haus von den Experten des Composite Kompetenzzentrums des SKZ in Halle originalgetreu restauriert. (Quelle: SKZ)

Eines der wenigen noch erhaltenen Futuro-Kunststoffhäuser des finnischen Architekten Matti Suuronen ist das Prunkstück dieser Ausstellung. Vor Beginn der Ausstellung wurde das Haus, das aus glasfaserverstärkten Polyesterschalen besteht, in Kooperation mit dem SKZ vollständig restauriert. Aufgrund seiner ellipsenähnlichen Form auch als Ufo bezeichnet, war es ursprünglich ein als Skihütte konzipiertes modulares Haus, konnte aber auch als Wochenendhaus, Unterrichtsraum oder als Bankfiliale dienen. Dabei bot es auch im unwegsamen Gelände mit einem Durchmesser von 8 m und einer Gesamthöhe von 6 m eine ca. 25 m² große Nutzfläche. Zu seiner Zeit verkörperte das Kunststoffhaus mit seinem völlig neuartigen Einsatz von Kunststoffen sowie mit seiner Funktionalität und effizienten Bauweise die Wünsche und Hoffnungen der Space-Age-Bewegung. Als eines der ersten in Serie produzierten Kunststoffhäuser wurde das Futuro aus 16 kreisförmigen, mit Glasfaser verstärkten Polyesterschalen hergestellt. Die Isolierung aus Polyurethan-Schaum war in Sandwichbauweise in die GFK-Lagen eingebettet.

Vor Beginn der Ausstellung wurde das Futuro über ein Jahr lang von den Experten des Composite Kompetenzzentrums des SKZ in Halle unter der Leitung von Thoralf Krause originalgetreu restauriert. Bereits bei der Besichtigung und beim Abbau am Ursprungsstandort im Charles Wilp Museum in Witten musste ein schlechter Allgemeinzustand festgestellt werden. Beispielsweise war das Kernmaterial in den acht Unterteilen durch eingetretene Feuchtigkeit beschädigt. Durch den Austausch des schadhaften Kernmaterials und das Aufbringen neuer GFK-Lagen konnte die strukturelle Integrität aufwändig wieder hergestellt werden.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde das Futuro-Haus durch den bayerischen Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle enthüllt. (Quelle: SKZ)

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde das Futuro-Haus durch den bayerischen Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle enthüllt. (Quelle: SKZ)

Ebenso wurden die Tür, die gleichzeitig als ausklappbare Treppe dient, sowie der obere Lichtring restauriert. Bei vorhergehenden Umbauten war innenseitig mineralischer Putz an den Deckenteilen aufgebracht worden. Diese Putzschicht wurde restlos und ohne Schädigung des Originals abgetragen, sodass die ursprüngliche Struktur und Farbe nachempfunden werden kann. Die stark verwitterte Außenlackierung wurde entfernt und durch eine wetterbeständige ersetzt.

Während der Arbeiten fand ein reger Austausch zwischen den Experten der Pinakothek um deren Leiter Tim Bechthold sowie Dr. Pamela Voigt als Ansprechpartnerin für die architektonischen Fragen und den Mitarbeitern der SKZ Forschungs-Gruppe Composite statt. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Ausstellung wurde das Futuro-Haus durch den bayerischen Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle enthüllt. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Juni 2018 zu besichtigen.

www.skz.de
www.dnstdm.de
www.pinakothek.de

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