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21. Dezember 2017

kunststoffland NRW diskutiert über die Themen Leichtbau und Elektromobilität

Am 27. November 2017 fand das vom kunststoffland NRW organisierte Treffen der Vereinsplattform Leichtbau zum Thema „Leichtbau und Elektromobilität – Neue Chancen für die Wertschöpfungskette der Zulieferindustrie“ beim Vereinsmitglied 3M in Neuss statt.

Mit der Frage „Welche Bedeutung hat der Leichtbau im Zeitalter der Elektromobilität?“ eröffnete Dr. Axel Tuchlenski, Lanxess Deutschland und Vorstand des Vereins kunststoffland NRW die ausgebuchte Veranstaltung. Für das neu aufgestellte Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW betonte der zuständige Abteilungsleiter Karl-Uwe Bütof in seinem Grußwort Aktualität und Relevanz des Themas und würdigte aus Sicht der Landesregierung das große Engagement der Kunststoffindustrie in diesem Bereich.

Dr. Axel Tuchlenski, Head of Global Product & Application Development, Lanxess Deutschland und Vorstandsmitglied des Vereins kunststoffland NRW, eröffnete das Treffen der Vereinsplattform Leichtbau. (Quelle: Olaf Staschik)

Dr. Axel Tuchlenski, Head of Global Product & Application Development, Lanxess Deutschland und Vorstandsmitglied des Vereins kunststoffland NRW, eröffnete das Treffen der Vereinsplattform Leichtbau. (Quelle: Olaf Staschik)

Für Christoph Küsters, Senior Technical Innovation Manager bei 3M Deutschland, ist die Elektromobilität bereits Realität, gerade vor dem Hintergrund der Dynamik des chinesischen und europäischen Marktes. Küsters plädierte dafür, nicht nur aufs Fahrzeug zu schauen, sondern das übergreifende Thema der digitalen Vernetzung insgesamt zu betrachten. Zukunftsthemen wie Autonomes Fahren oder Connected Car sollten auch für die Kunststoffindustrie in den Fokus rücken, denn: „Überall ist Kunststoff gefragt – die Kunststoffindustrie kann von all diesen Trends profitieren!“ Der Stellenwert des Leichtbaus erscheint dabei aus der Sicht des Gastgebers ungebrochen: „Gewichtsreduzierung ist Bestandteil jeder Aufgabenstellung“, so Küsters, der in diesem Zusammenhang besonders auf die Bedeutung der Klebstofftechnologie für Leichtbaulösungen einging.

Einen anderen Schwerpunkt setzte Ralf Matheis, fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen. Nach Einschätzung der Aachener Fahrzeugexperten werde es bis 2030 in allen Fahrzeugen elektrische Antriebe geben. Leichtbau sei zwar immer noch wichtig, aber auch Optimierungen in anderen Bereichen würden künftig bei der Elektromobilität an Bedeutung gewinnen. Die Ausführungen von Dr. Johannes Triebs, Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components, RWTH Aachen, belegten am Beispiel innovativer Nischenanwendungen, wie wissenschaftliche Expertise und praktisches Unternehmertum erfolgreich zusammen gehen können. Mit dem populären Streetscooter wurde ein neues elektrisches Nutzfahrzeug für spezielle Anforderungen und Bedürfnisse entwickelt und erfolgreich am Markt platziert, so heißt es.

Carsten Weber, Engine & Powertrain Systems – Research & Advanced Engineering, gab aus der Sicht von Ford Antworten auf zentrale Fragen, etwa „Was treibt uns künftig außerhalb von Nischenanwendungen um?“ „Wo ist die Grenze des Verbrennungsmotors?“ oder auch „Wird die individuelle Mobilität perspektivisch zum Luxusgut?“ Letztlich seien es die Verbraucher, die die finalen Entscheidungen träfen, so Weber. Aus seiner Sicht bleibe der Verbrennungsmotor weiter wichtig. Dabei müsse der Fokus auf hocheffizienten und sauberen Verbrennungsmotoren liegen, die mit erneuerbaren und kohlenstoffarmen Kraftstoffen arbeiten, so seine Vision.

Nach Angaben von kunststoffland NRW gab es genug Gesprächsstoff für kontroverse Diskussionen und einen lebhaften Erfahrungs- und Meinungsaustausch beim abschließenden Get Together. Zahlreiche kunststoffland-Mitglieder nutzten die Vernetzungsmöglichkeiten und unterstrichen ihr Interesse am hochqualifizierten Austausch untereinander. Auch in Zukunft steht bei kunststoffland NRW das Thema Leichtbau und Elektromobilität weiterhin auf der Agenda.

Unter der Überschrift „Multi-Material-Leichtbau für die (Elektro-)Mobilität – Herausforderungen und Chancen für NRW“ bereitet der Verein – erstmals in enger Kooperation mit der Stahlindustrie – eine werkstoff- und branchenübergreifende Veranstaltung zu innovativen Leichtbaukonzepten mit Stahl und Kunststoff vor. Die Veranstaltung findet am 9. April 2018 in der Firmenzentrale des Mitgliedsunternehmens Lanxess Deutschland GmbH in Köln statt.

www.kunststoffland-nrw.de

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