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Mit ca. 16% Gewichtseinsparung im neuen physikaischen Verfahren geschäumtes PC-Bauteil.

27. März 2018

ProTec entwickelt integriertes Peripheriesystem

Die ProTec Polymer Processing GmbH entwickelt ein Peripheriesystem, mit dem sich ein neues Verfahren zum physikalischen Schäumen von Polymeren in Spritzgussanlagen integrieren lässt.

Der vom Kunststoff-Institut Lüdenscheid und der Linde AG entwickelte Prozess vereint die Stärken des physikalischen und des chemischen Schäumens. Es ermöglicht hohe Aufschäumdrücke und vermeidet Ablagerungen durch Reststoffe, die bei chemischen Reaktionen entstehen. Ein getrocknetes Granulat wird dabei in einem Druckbehälter mit CO2 angereichert und anschließend der Spritzgießmaschine zugeführt. Auch bei geringer Wanddicke sind damit nach Angaben des Unternehmens gute Schäumergebnisse möglich, sodass Material eingespart werden kann. Die bislang übliche direkte Einleitung des Treibmittels in die Kunststoffschmelze erfordert normalerweise Modfizierungen der Anlage, wie neue Schnecken, eine andere Spritzeinheit und eine Staudruckregelung. Laut ProTec kann das neue System rasch in jede Fertigung integriert werden, da vorhandene Spritzgießmaschinen je nach Typ gar nicht oder nur minimal mit einer Nadelverschlussdüse modifiziert werden müssen. Die Vorbereitung und Zuführung des Granulats erfolgt vollautomatisch über eine integrierte Peripherielösung von ProTec, die aus Trockner, Autoklav und Fördereinheit besteht und mehrere Maschinen gleichzeitig beliefern kann. Zentral bedient wird die integrierte Anlage über eine netzwerkfähige SPS-Steuerung, mit der auch alle Trockner und Dosierer der SOMOS-Produktlinien von ProTec ausgestattet sind. Die neue Schäumlösung ermöglicht es, um bis zu 60 % leichtere Werkstücke herzustellen. Durch das physikalische Schäumen sinkt die Viskosität des Polymers, somit wird für das Befüllen von Formen nur ein niedrigerer Druck benötigt. Für den gleichen Prozess genügt u. U. schon eine Spritzgießmaschine mit geringerer Schließkraft oder ein weniger steifes Werkzeug. Bei vielen Kunststoffen wird eine bessere Formstabilität erreicht, da das Schäumen die anisotrope Materialschwindung verringert. Für hohe Oberflächengüten kann bspw. ein Gasgegendruck-Verfahren eingesetzt werden. Ein Vorgeschmack auf die industrielle Umsetzung will man voraussichtlich auf der Fakuma 2018 präsentieren.

www.sp-protec.com

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