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Der neue Geschäftsbereich Urethane Systems von Lanxess präsentiert seine Palette an PU-Präpolymeren mit sehr niedrigen Gehalten an freiem Isocyanat. (Quelle: Lanxess)

18. Mai 2018

Flammschutzadditive, Hydrolyseschutzmittel und PU-Präpolymere für Elastomere, Beschichtungen, Dicht- und Klebstoffe

Utech Europe 2018
Lanxess Stand 904

Lanxess präsentiert auf der Utech Europe 2018 seine Produkte für die Polyurethanindustrie. „Wir wollen dieses Großereignis der globalen Polyurethan-Branche vor allem nutzen, um unsere Position als Anbieter kundenspezifisch maßgeschneiderter PU-Systeme zu stärken. Im Mittelpunkt steht dabei unsere breite Palette an Präpolymeren mit sehr niedrigen Gehalten an freiem Isocyanat. Sie eröffnet unseren Kunden neue Möglichkeiten, insbesondere in puncto Leistung und Sicherheit“, erklärte Dr. Markus Eckert, Leiter des Geschäftsbereichs Urethane Systems. Weitere Themenschwerpunkte sind Materialalternativen zu MbOCA-gehärteten Gießsystemen sowie blockierte Systeme für verschiedene Gieß- und Beschichtungsanwendungen.

Adiprene LF-Präpolymere basieren auf Toluol-, Diphenylmethan-, Hexamethylen-, Isophoron- oder Paraphenylendiisocyanat (TDI, MDI, HDI, IPDI bzw. pPDI). Die Isocyanatgehalte liegen meist unter 0,1 %. „Unsere Low Free-Präpolymere erfüllen neueste regulatorische Standards hinsichtlich Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz, so dass der Verarbeiter entsprechende Schutzmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren kann. Gleichzeitig helfen sie unseren Kunden, die mechanische Performance der Elastomerbauteile zu verbessern und dabei wirtschaftlich zu produzieren“, erläuterte Eckert.

Speziell Adiprene LF-MDI-Präpolymere bieten sich zusammen mit dem aromatischen Diolaushärter Vibracure 2101 als Alternative zu TDI- und LF-TDI-Präpolymeren an, die mit MbOCA (4,4'-Methylen-bis(2-chloranilin)) ausgehärtet werden. Dessen Einsatz ist seit kurzem durch die europäische Chemikalienverordnung REACH in den EWR-Ländern eingeschränkt und reguliert. „Unser Reaktionssystem entspricht nicht nur allen REACH-Anforderungen, sondern ergibt auf den gleichen Verarbeitungsanlagen Elastomere mit besserer Abriebfestigkeit und Schlagfestigkeit sowie hoher Elastizität und Hydrolysebeständigkeit. Außerdem lässt es sich wegen seiner geringeren Viskosität leichter verarbeiten“, so Eckert. Die Topfzeiten können lang sein, um die Herstellung großer Teile zu unterstützen. Für eine höhere Produktivität kann die Verarbeitung katalysiert erfolgen.

Die neuen blockierten Präpolymere der Adiprene-Produktgruppe werden von Lanxess zusammen mit Aushärter als kundenspezifisch fertig formulierte Reaktionssysteme angeboten. Die Aushärtereaktion wird bei einer genau definierten Temperatur ausgelöst und läuft daher sehr kontrolliert ab. „Wir zielen mit diesen Systemen auf große und komplexe Teile und auf die manuelle Verarbeitung etwa bei Kleinstserien“, so Eckert. Diese Präpolymere haben von Natur aus gute arbeitshygienische Eigenschaften, da durch die Blockierung kein freies Isocyanat entsteht. Potenzielle Anwendungen sind z. B. die Imprägnierung von Gewebebändern, Schleifkissen oder die Beschichtung industrieller Walzen. Die Systeme eignen sich auch für das Rotationsgießen und den Flüssigspritzguss.

Neue Flammschutzmittel und Hydrolysestabilisatoren

Als Hersteller von Flammschutzmitteln auf Brom- und Phosphorbasis bietet der Lanxess-Geschäftsbereich Additives Lösungen für alle Arten von Polyurethanen an. Zu den Produkten, die auf der Messe gezeigt werden, zählen Flammschutzmittel, Weichmacher, Vernetzer, Katalysatoren und Hydrolyseschutzmittel. Im Vordergrund stehen hier neue Flammschutzlösungen der Produktpaletten Levagard, Disflamoll und Reofos, die sich in Hart- und Weichschaumanwendungen auf Basis von Polyurethan sowie in Beschichtungen, Kleb- und Dichtstoffen bewähren. Sie kombinieren weichmachende und flammhemmende Eigenschaften. „Mit unseren neuen oligomeren Flammschutzlösungen können wir den steigenden Anforderungen an Weichschaumstoffe gerecht werden und den Wünschen unserer Kunden nach beschlagfreien und emissionsarmen Additiven Folge leisten“, erklärte Dr. Heiko Tebbe, Leiter Anwendungstechnik Polymeradditive im Lanxess-Geschäftsbereich Additives.

Darüber hinaus stellt das Unternehmen eine neue Produktreihe bei emissionsarmen Hydrolysestabilisatoren vor. Deren erster Vertreter ist Stabaxol L. Das Produkt eignet sich besonders für Polyester-/Polylactonpolyole, thermoplastische Polyurethane (TPU) und andere PU-Elastomere. Es ist bei Raumtemperatur flüssig und niedrigviskos. Daher lässt es sich ohne vorheriges Erwärmen einfach dosieren und verarbeiten.

www.lanxess.com

Der neue Geschäftsbereich Urethane Systems ist aus der Akquisition von Chemtura durch Lanxess hervorgegangen. Nach Angaben des Unternehmens zählt der Geschäftsbereich zu den führenden Anbietern von konventionellen und Low-Free-Präpolymeren sowie von wässrigen Spezial-Polyurethan-Dispersionen (PUDs). „Wir verstehen uns als Systemanbieter für die globale PU-Industrie. Dieses Angebot umfasst komplette Systeme sowohl für Gieß- als auch Beschichtungs-, Klebstoff- und Dichtstoffanwendungen“, so Dr. Markus Eckert. „Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf lösemittel- und monomerfreien Systemen. Zum Beispiel haben wir ein neues Low Free-Präpolymer mit MDI-Endgruppen speziell für Kleb- und Dichtstoffe entwickelt, das Isocyanat-Gehalte von nur weniger als 0,1 % aufweist.“

Präsentation auf der Konferenz:
31 Mai 2018
12:45 Uhr, Euro Room, Heiko Tebbe, Senior Manager Application Technology Plastic Additives Business, “New oligomeric flame retardants for flexible PU foams”

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