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11. Juli 2018

Covestro nutzt nachhaltiges Herstellungsverfahren für die Chlor-Produktion

Covestro plant den Bau einer eigenen Chlor-Produktion am Standort Tarragona, Spanien. Mit der sogenannten Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie (SVK)-soll dabei ein nachhaltiges Herstellungsverfahren zum Einsatz kommen, das weniger Energie verbraucht als das übliche Verfahren. In Tarragona baut das Unternehmen die erste großtechnische Anlage, die komplett auf dieser Technik beruht. Covestro investiert nach eigenen Angaben derzeit rund 200 Mio. EUR in Tarragona, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhöhen.

Prüfende Blicke während eines Stillstands an der Demonstrationsanlage in Leverkusen. (Quelle: Covestro)

Prüfende Blicke während eines Stillstands an der Demonstrationsanlage in Leverkusen. (Quelle: Covestro)

Laut Covestro ist die neue Anlage für die Chlorproduktion dabei ein wichtiger Baustein, da rund ein Drittel der Herstellungskosten für Chlor durch den Energieverbrauch entstehen. Chlor wird für die Herstellung von rund zwei Dritteln aller Kunststoffe verwendet. Es kommt in der Natur nicht rein vor, sondern ist immer gebunden, wie z. B. in Steinsalz. Durch Elektrolyse lässt sich daraus Chlor gewinnen, dieser Prozess ist jedoch energieintensiv. Covestro und Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers haben ein Verfahren entwickelt, das den Energiebedarf gegenüber dem üblichen Prozess um rund 25 % senkt und wobei die SVK-Technik zum Einsatz kommt. Diese basiert auf dem gängigen Membranverfahren, womit aus Steinsalz, Wasser und elektrischer Energie Chlor, Natronlauge und Wasserstoff gebildet wird. Die übliche Wasserstoff erzeugende Elektrode wird jedoch durch eine Sauerstoffverzehrkathode ersetzt, wodurch lediglich Chlor und Natronlauge gebildet werden. Dadurch beträgt die benötigte elektrische Spannung nur noch ungefähr zwei statt drei Volt.

„Die Änderung in diesem Prozess klingt einfach, war für die Chlor-Produktion allerdings eine bahnbrechende Entwicklung“, so Hanno Brümmer, Produktionsleiter im Segment Polyurethanes. „Die Erfindung und ersten Entwicklungsarbeiten hatten 1992 in unserem Labor begonnen. Danach haben wir zusammen mit Thyssenkrupp das Verfahren weiterentwickelt und 2011 die erste Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab in Krefeld-Uerdingen in Betrieb genommen“.

Der Baubeginn für die neue Anlage in Tarragona ist für das erste Halbjahr 2019 vorgesehen. Chlor wird in Tarragona für die Produktion von MDI benötigt, einem Vorprodukt für Hartschäume, die in Gebäuden und Kühlgeräten eingesetzt werden und dort für Energieeinsparungen sorgen. Laut Covestro werden im Vergleich zum üblichen Verfahren jährlich rund 22.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen pro Jahr entstehen. Dies entspricht in etwa den Emissionen von 15.000 Autos pro Jahr.

www.covestro.com

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