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Dr. Claus Gernert, Werksleiter der Fa. Dgw Gummiwerke AG, präsentiert neue Produkte (Quelle: Uwe Seidenfaden für IMG)

15. Oktober 2018

dGw Gummiwerke: Produkte aus Natur- und Synthesekautschuk

Die in Tangermünde ansässige Fa. dGw Gummiwerke AG stellt am Gemeinschaftsstand des Landes Sachsen-Anhalt auf der Fakuma 2018 aus. Das Unternehmen ist ein Spezialist für Kautschukmischungen sowie für Verbindungen zwischen Gummi und Metall. Die meist in Zusammenarbeit mit Kunden entwickelten Produkte kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz – vom Automobil bis zu Trainingsgeräten für Sportler.

Der Produktionssitz des Unternehmens befindet sich im Industriepark Tangermünde. Dort lagern in einer klimatisierten Halle faustdicke Bänder aus Natur- und Synthesekautschuken von diversen Zulieferfirmen in Italien, den Niederlanden und aus Übersee. Im Mischungslager verbleiben die Materialien nur wenige Tage bis zur Weiterverarbeitung in der größeren Produktionshalle, in der rd. zwei Dutzend Mitarbeiter die verschiedenen Kautschuk- und Siliconmischungen in Form bringen.

In neun Hochleistungspressen werden sie mit einem Schließdruck von bis zu 400 t in Stahlformen gepresst. So entstehen pro Schicht bis zu 1 300 Formteile aus unterschiedlichen Kautschukmischungen und Verbundmaterialien, z. B. Dichtungen, Gummi-Manschetten, Schläuche und andere Montagebauteile. Ihre zukünftigen Einsatzgebiete liegen überwiegend im Anlagen- und Automobilbau.

Die Bauteile werden in Absprache mit den Kunden nicht nur mechanisch in Form gebracht, sondern auch mit maßgeschneiderten Eigenschaften gefertigt, z. B. mit unterschiedlicher Härte und Elastizität, geringem Abrieb bei großer mechanischer Belastung, Reißfestigkeit und Stabilität, egal ob bei hohen oder niedrigen Temperaturen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren seine Produktpalette stetig ausgebaut und sich dabei auf kundenspezifische Mehrkomponentenbauteile aus verschiedenen Kautschukmmischungen und Gummi-Metallverbindungen spezialisiert. Rund zwei Dutzend neue Bauteile seien allein seit der Fakuma 2017 hinzugekommen, so Dr. Claus Gernert, Werksleiter des Unternehmens.

Ein Beispiel sind u. a. Kabelbaumhalter, die besondere Anforderungen an thermische und mechanische Stabilität erfüllen müssen. Sie kommen z. B. bei Porsche zum Einsatz. Das Unternehmen war zudem maßgeblich an der Optimierung von Tanksteckdosen für Elektrofahrzeuge beteiligt. Um zu verhindern, dass Regenwasser in die elektrische Tanksteckdose der Fahrzeuge gelangt und einen Kurzschluss verursacht, mussten die Tankdeckel mit einem zusätzlichen Wasserschutz ausgestattet werden. Dafür hat das Unternehmen spezielle Gummischlauchstücke entwickelt, die optimale mechanische und Isolationseigenschaften besitzen. Sie sind inzwischen standardisiert und im praktischen Einsatz.

Ein weiteres Beispiel sind Mehrkomponentenrollen für Sommer-Trainingsgeräte von Skisportlern. „Die Entwicklung geht auf einen Kontakt mit einem Sportgerätehersteller aus Thüringen zurück, den wir im vergangenen Jahr auf der Fakuma geknüpft haben“, so Gernert. Entwickelt wurde ein spezieller Ski auf zwei Rollen, mit dem Sportler auch im Sommer Langlauf- bzw. Biathlon-Training absolvieren können. Spezielle Kautschukmischungen und ein reibungsarmer Innenring aus Aluminium ermöglichen standardisierte Laufeigenschaften.

Jedes Bauteildurchläuft im Produktionsprozess mehrere Qualitätskontrollen. Die Beseitigung von unerwünschten Gratstellen erfolgt direkt an den Maschinen und, wenn erforderlich, in einer Nachkontrolle durch die Mitarbeiter. Dank optimierter Produktionsprozesse kann das Unternehmen je nach Kundenwunsch in Serien von bis zu 1,2 Mio. Teilen produzieren. Auch Montagearbeiten von Baugruppen bietet die dGw Gummiwerke AG ihren Kunden an.

Bei der kundenspezifischen Beratung und Entwicklung von Produkten aus Kautschuk und Mehrkomponenten arbeitet das Unternehmen eng mit regionalen Forschungspartnern wie dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e. V. und dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) zusammen. Geplant ist darüber hinaus eine engere Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal.

www.deutschegummiwerke.de

dGw Gummiwerke auf der Fakuma 2018
Halle FO, Stand FO-38 (Sachsen-Anhalt – Landesstand)

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