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Slentex (Mitte) und Slentite (Rechts) in Carbonbeton-Elementen (Quelle: BASF)

16. Januar 2019

Carbonbeton-Fassadenelemente mit Hochleistungsdämmung

Die BASF präsentiert ihre schlanken Dämmstoffe Slentite und Slentex in einer neuen Anwendung auf der Bau 2019 – Messe für Architektur, Materialien und Systeme – (Halle B0, Stand 212) vom 14. – 19. Januar 2019 in München. Das Unternehmen stellt erste Anwendungsbeispiele in Carbonbeton-Fassadenelementen im Einfamilienhaus vor.

Schlanke und robuste Slentite-Dämmplatte eingesetzt in einem Einfamilienhaus in Leipzig. (Quelle: BASF)

Schlanke und robuste Slentite-Dämmplatte eingesetzt in einem Einfamilienhaus in Leipzig. (Quelle: BASF)

Laut BASF sei der Einsatz neuer Werkstoffe in Kombination mit der Verwendung erneuerbarer Energien der Erfolgsmix für das Wohnhaus der Zukunft. In Leipzig entsteht gegenwärtig ein Einfamilienhaus in Form eines Kubus, das diese Entwicklung umsetzt. In zentraler Lage wird ein dreigeschossiges Gebäude errichtet, bei dem das Tragwerk in einer Hybridbauweise aus Carbonbeton und Stahlbeton gefertigt wird. Die äußere Sichtbetonschale ist ein Fertigteil aus Carbonbeton (4 cm) mit hoher Dauerhaftigkeit, die Innenschale ein vorgefertigter Carbonbeton (6 cm). Um einen besonders schlanken Wandaufbau zu erzielen, können für die Dämmschicht dazwischen die neuen Dämmmaterialien Slentite oder Slentex verwendet werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmmaterialien lasse sich dadurch die Wandstärke im nicht-lasttragenden Mittelteil um 50 % reduzieren, so BASF. Für den gesamten Aufbau der Fassadenelemente bedeute das eine Dicke von 18 cm für eine KfW 55-Standardwand mit 0,21 W/m² •K. Die signifikante Verschlankung der Außenwand ermögliche nicht nur ästhetisch neue Konzepte, sondern führe zu einem Raumgewinn, der für innerstädtisches Bauen zunehmend an Bedeutung gewinnt, so das Unternehmen. Zudem lassen sich beide Dämmstoffe ohne weitere Systemanpassungen in die automatisierte Herstellung der Elemente im Betonwerk integrieren. Ein Vorteil, den nur diese Dämmstoffe bieten, wie Alexander Kahnt, ausführender Architekt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am HTWK in Leipzig bestätigt: „Auf Grund ihrer hervorragenden Dämmleistung, sind Slentite und Slentex ideal für die Erstellung schlanker und vorgefertigter Elementwände geeignet.“

Nach Angaben von BASF eignet sich Slentite aufgrund seines schlanken Profils gut für Bereiche, in denen konventionelle Dämmstoffe nicht mehr eingesetzt werden können. Um Bauteilübergänge, z. B. zwischen einem Innenraum und einer Dachterrasse bodengleich auszuführen oder im Bereich von Fenster- oder Türöffnungen seien Slentite-Platten alternativlos, so das Unternehmen. Auch bei Einbauten in der Außenwand wie Rollladenkästen oder Heizkörpernischen können Wärmebrücken vermieden werden, da der Dämmstoff nur die halbe Dämmdicke wie konventionelle Materialien benötige. Flachdachaustritte werden bodengleich möglich und Vorsprünge der Dämmebene durch Bauteilanschlüsse können unkompliziert umgesetzt werden. Im Einfamilienhaus in Leipzig wird die Dachterrasse mit einer Slentite-Dämmschicht ausgeführt. Das ermöglicht den bodengleichen Austritt ohne Änderungen des Tragwerks.

Die nicht-brennbare, flexible Dämmmatte Slentex (Quelle: BASF)

Die nicht-brennbare, flexible Dämmmatte Slentex (Quelle: BASF)

Mit Slentite sei es laut Hersteller erstmals gelungen, ein reines Aerogel auf Polyurethan-Basis zu produzieren. Die stabile Aerogel-Dämmplatte, die zu rd. 90 % aus Luft besteht und diffusionsoffen ist, erlaube gegenüber herkömmlichen Materialien eine bis zu 50 % schlankere Dämmung – für maximale Effizienz bei gleichzeitig hoher Ästhetik. Der Werkstoff sorge dank seiner offenporigen Struktur für angenehmes Raumklima und trage zur Reduzierung von Energiekosten bei. Zu der guten Dämmleistung (λ = 18 mW/m •K) kommt eine sehr gute Verarbeitbarkeit. Die sauberen, staubfreien Platten können vor Ort einfach zugeschnitten und direkt an die Wand gebracht oder im Vorfeld beschichtet werden. „Durch diese einmalige Kombination von Produkteigenschaften ermöglicht Slentite platzsparendes Dämmen sowohl für Neubauten als auch im Bereich der energetischen Sanierung“, erläuterte Dr. Marc Fricke, Projektleitung und Marketing Slentite bei BASF.

Slentex ist ein einfach zu verarbeitendes und nicht brennbares Material auf Basis rein mineralischer Rohstoffe. Als einlagige, flexible Matte ist es für vielfältige Einsatzbereiche im Bau - und Sanierungssektor verfügbar. Mit einem Wert von λD = 19 mW/m • K erreiche das Material eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit als herkömmliche, mineralische Dämmstoffe und ermögliche die Konstruktion sehr dünner Wandaufbauten, so heißt es. Das Material ist nicht brennbar und in der Brandschutzklasse A2-s1, d0 eingestuft und ETA zertifiziert. Slentex ist offen für Wasserdampfdiffusion (µ ~ 5), jedoch gleichzeitig hydrophob, wodurch es ideal für Fassadenanwendungen geeignet ist. „Der flexible Dämmstoff passt sich unterschiedlichen Gebäudestrukturen sehr gut an und erfüllt dabei hohe energetische Ansprüche“, so Dr. Wibke Lölsberg, Projektleitung und Marketing Hochleistungsdämmstoffe bei BASF.

www.basf.com

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