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24. Mai 2019

Durchbruch beim Recycling von Faserabfällen

Bei der TenCate Geosynthetics Austria G.m.b.H. werden am Standort Linz jährlich 15 000 t Faserware aus Polypropylen produziert. Recyclingansätze für den dabei anfallenden Abfall scheiterten zunächst. In einem Kooperationsprojekt des Kunststoff-Clusters wurde ein Prozess entwickelt, der die Herstellung von Verpackungselementen aus Recyclingmaterial ermöglicht.

Aus dem Regranulat wird im Spritzgießverfahren ein Wickelrollenaufnehmer gefertigt.

Aus dem Regranulat wird im Spritzgießverfahren ein Wickelrollenaufnehmer gefertigt.

Es gelang, aus den hausinternen Faserabfällen ein spritzgegossenes Verpackungselement sowie Verpackungsfolien für die eigene Produktion herzustellen. Bis dato wurden die die Faserabfälle in einem einfachen Regranulierprozess aufbereitet und ins Ausland für niederwertige Spritzgießanwendungen verkauft. Versuche, die aufbereiteten Faserabfälle für Verpackungsmaterialien einzusetzen, blieben erfolglos, da Abscheidungen an der Breitschlitz-Extrusionsdüse den Prozess störten.

Gemeinsam mit dem Recyclingunternehmen Walter Kunststoffe GmbH, dem Forschungsinstitut Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH (TCKT) und der auf Upcyclingtechniken und lokale Kreislaufwirtschaft spezialisierten M2 Consulting GmbH gelang es, die Problemstellen für eine Wiederverwendung der Faserabfälle zu identifizieren. Mit Versuchen auf einer Breitschlitz-Extrusionsdüse und anschließenden spezifischen Analysen der Fehlstellen konnte nachgewiesen werden, dass nicht, wie ursprünglich vermutet, Rest-­Avivagen (Spinnhilfsmittel), sondern ausschließlich der Polymerabbau die Probleme bei der Verwendung der Regranulate verursachte. Mit einer entsprechend schonenden Prozesstechnik konnte erfolgreich entgegengesteuert werden.

Bereits umgesetzt werden konnte ein Schwerpunkt der Kooperation: Um die Verwendung der Regranulate für hochwertige Spritzgießwaren zu testen, erprobte der Kunststoffverarbeiter Industrietechnik Filzwieser GmbH den Einsatz der Regranulate u.a. für den spritzgegossenen Wickelrollenaufnehmer, den TenCate für seine Vliesrollen benötigt und der bisher aus Neuware gefertigt wurde. Hier gelang es, das Material hinsichtlich Festigkeit und minimaler Bruchgefahr so zu optimieren, dass dieses Verpackungselement nun aus den hauseigenen Prozessabfällen hergestellt werden kann. Dieses gelungene Upcyclingprojekt ist ein gutes Beispiel für ein Kreislaufkonzept mit 100 % lokaler Wertschöpfung. Der Kunststoff-Cluster (KC) ist mit mehr als 400 Unternehmen die größte Cluster-Initiative in Österreich.

www.tencate.com
www.tckt.at

www.filzwieser.eu
www.walter-kunststoffe.com
www.m2consulting.at
www.kunststoff-cluster.at

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