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27. September 2019

Asahi Kasei: Polymere Werkstoffe für den zukünftigen „Lebensraum“ Automobil

K 2019
Asahi Kasei Halle 8a Stand J15

Mit der schrittweisen Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich der automobile Innenraum grundlegend verändern. Die neuen Erwartungen stellen Automobilhersteller und ihre Lieferanten vor neue Herausforderungen, da jede zusätzliche Funktion das Gesamtgewicht des Fahrzeugs erhöht. Das japanische Unternehmen Asahi Kasei bietet eine ganze Palette an Leichtbaumaterialien, die, wie es heißt, das Fahrzeug der Zukunft erheblich bereichern können. Auf der K 2019 soll darüber am Stand J15 in Halle 8a informiert werden. Ein Highlight wird der nach Unternehmensangaben weltweit erste Polyamidschaum sein.

Asahi Kasei ist nach eigenen Angaben einer von nur vier vollintegrierten Polyamidherstellern weltweit und stellt PA6.6 komplett vom Monomer bis zum Compound her. Basierend auf dieser Expertise entwickelt das Unternehmen derzeit einen Schaumstoff auf Polyamidbasis, der neben Steifigkeit, mechanischer Festigkeit und Wärmeformbeständigkeit geräuschreduzierende Eigenschaften hat und sich deshalb optimal für den Einsatz im Automobil eignet. PA Foam zeichnet sich durch die typischen hitze-, chemikalien- und ölbeständigen Eigenschaften von Polyamid aus, kombiniert mit je nach Form der Schaumstoffperlen entweder einer sehr guten Steifigkeit oder aber guten geräuschreduzierenden Qualitäten.

PA Foam mit runden Schaumstoffperlen weist eine hohe Steifigkeit auf und ist damit ein vielversprechendes Substitut für Aluminium und Metall in strukturellen Anwendungen sowie für den Einsatz in Isolatoren, Leitungen, Abstandhaltern oder anderen Leichtbaueilen des Batteriegehäuses in Elektrofahrzeugen. PA Foam aus Schaumstoffperlen mit C- oder Makkaroniform bietet neben den typischen PA-Merkmalen auch ein sehr gutes Geräuschdämpfungsverhalten. Mögliche Anwendungen finden sich überall im Auto, insbesondere im Motorraum. Für Motorabdeckungen verwendet, trägt es nicht nur zum Leichtbau bei, sondern reduziert auch merklich die Motorgeräusche und macht das Fahrzeug somit insgesamt leiser.

Mit der schrittweisen Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich der automobile Innenraum grundlegend verändern. (Quelle: Asahi Kasei)

Mit der schrittweisen Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich der automobile Innenraum grundlegend verändern. (Quelle: Asahi Kasei)

Diese geräuschdämpfenden Eigenschaften des Schaumstoffs tragen auch zu einem verbesserten Komfort innerhalb des Fahrzeugs bei. Mit der steigenden Beliebtheit von Carsharing und der zu erwartenden Einführung von autonomen Fahrzeugen wird der Fahrzeuginnenraum immer wichtiger als ein Raum der Entspannung und des Wohlfühlens – als Lebensraum. PA Foam trägt zur Qualität dieses neuen Lebensraums bei, z. B. als Material für die Isolierung und Reduzierung der Lärmabstrahlung vom Auto selbst, und er sorgt für deutlich bessere Lärmdämmung bei externen Geräuschquellen. Mögliche Anwendungen finden sich im Fahrzeugdach und in der Motorhaube, aber auch in der Sitz- und Bodenstruktur. Schaumstoffperlen aus Polyamid lassen sich im Dampfformverfahren auf handelsüblichen Polystyrol-Formanlagen verarbeiten.

„Mit dem PA Foam und seiner hohen Hitze­beständigkeit eröffnet Asahi Kasei neue Anwendungsmöglichkeiten von Schaumstoffen. In Europa, wo das Umweltbewusstsein stark ausgeprägt ist, wird der Bedarf an Leichtbauanwendungen in Zukunft voraussichtlich weiter steigen, insbesondere in der Automobilindustrie. Unser Schaumstoff öffnet neue Türen für Anwendungen, die gleichzeitig Leichtbau und Hitzebeständigkeit erfordern. Darüber hinaus werden die Geräuschdämpfungseigenschaften, die sich aus der speziellen Form der Schaumstoffperlen ergeben, der wachsenden Nachfrage nach Anwendungen zur Reduzierung von Geräuschen, Vibrationen und Rauheit (NVH) gerecht“, erklärte Takuji Namatame, Senior Manager der Corporate R+D Division bei Asahi Kasei Europe.

Ein weiteres Highlight am Stand von Asahi Kasei wird eine VOC-arme Tenac-POM-Variante sein, die Aluminiumflocken als Füllstoff verwendet. Sie sieht aus und fühlt sich an wie Metall und zeichnet sich neben ihrer Emissionsarmut durch eine hohe Kratzbeständigkeit aus. Das glasfaserverstärkte Polypropylen Thermylene von Asahi Kasei zeichnet sich durch eine hohe Fließfähigkeit sowie Kostenvorteile gegenüber Polyamid aus. Es eignet sich bspw. für Schiebedachpaneele. Das halbaromatische, glasfasergefüllte Poly­amid Leona kommt bspw. bei Außenspiegelhalterungen zum Einsatz. Im Fahrzeuginnenraum wird es bereits für die feinen, dünnwandigen und unlackierten Lamellen eines Armaturenbrett-Entlüftungssystems verwendet, das direkt unter der Frontscheibe positioniert und maximaler Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

www.automotive-asahi-kasei.eu

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