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15. Oktober 2019

IPF: Anwendungsorientierte Polymermaterialforschung

K 2019
IPF Halle 7 Stand SC12

Das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) stellt mit einem eigenen Stand im Science Campus der K 2019 aus. Das Institut ist eine der größten Polymerforschungseinrichtungen in Deutschland mit einem breiten fachlichen Profil in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung zu Polymeren. Auf der Messe stellt sich das IPF als Partner für die Industrie vor, mit der es in verschiedenen Formen kooperiert, von gemeinsamen Forschungs(verbund)-projekten, die von der öffentlichen Hand gefördert werden, bis hin zu bilateraler Vertragsforschung und Lizenzvergaben.

Ein Beispiel sind niedrigtemperaturvernetzende, hochflexible und wetterbeständige Polyurethanpulverlacke, die in der Vergangenheit am IPF entwickelt wurden. Durch Einsatz spezieller Katalysatoren kann die Vernetzungsreaktion zweistufig ablaufen. Bei Einbrenntemperaturen ≤150 °C resultiert ein selektives Polyallophanatnetzwerk, das sich bei Temperaturen >170 °C komplett in ein Polyurethannetzwerk umwandeln lässt. Unter Verwendung der zweiten Vernetzungsstufe lässt sich z. B. thermoplastisches Polyurethan (TPU) über Spritzgießen in schlanken Prozessketten und unter Einsparung von Reinigungs- und Vorbehandlungsschritten stoffschlüssig an eine mit PU-Pulverlack vorbeschichtete Aluminiumoberfläche anbinden. Der Pulverlack dient dabei als latentes Reaktivadhäsiv zwischen den Grenzschichten. Durch Bildung kovalenter Bindungen zwischen dem Lackfilm und dem TPU werden dabei sehr hohe Zwischenschichthaftfestigkeiten erreicht.

In einem aktuell von der Sächsischen Aufbaubank und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekt konnten in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz, basierend auf dem vorliegenden Konzept, nunmehr auch stoffschlüssige Metall-Kunststoffverbunde mit einer faserverstärkten Duromermatrix und hoher Verbundfestigkeit über Hybridpultrusion bzw. RTM generiert werden. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für kurze Prozessketten mit ressourcen-, kosten- und energieeffizienter Produktion von Multimaterial-Hybridbauteilen, wie sie v. a. in der Fahrzeugindustrie, im Maschinen- und Gerätebau sowie für weiße Ware zunehmend Verwendung finden.

www.ipfdd.de

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