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12. Februar 2021

DIK/DKG Projektaufruf: Effizienz von Ozonschutzmitteln in Kautschukmatrices – Regulierung von p-Phenylendiaminen

Das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie (DIK) e. V. und die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e. V. planen ein Projekt zur Untersuchung der Effizienz von Ozonschutzmitteln in Kautschukmatrices. Hintergrund des Vorhabens ist die Notwendigkeit geeignete Alternativen zu dem von REACH voraussichtlich in Zukunft regulierten 6PPD zu finden. Dazu sollen verfügbare und aus der Literatur bekannte Möglichkeiten des Ozonschutzes für Polydiene auf ihre Effizienz untersucht werden.

Aufgrund ihrer Mikrostruktur stellt der Einfluss von Ozon insbesondere für Dien- Kautschuke, wie z. B. NR, BR, NBR und SBR, ein großes Problem dar. Nur durch die Zugabe von Ozonschutzmitteln oder von gesättigten Polymeren kann der Ozonangriff am Kautschuk verhindert werden. In den letzten Jahrzehnten haben sich spezielle p-Phenylendiamine wie z. B. „6PPD“ aufgrund ihrer hervorragenden kombinatorischen Schutzwirkung gegen Ozon und Sauerstoff bewährt, aktuell steht insbesondere 6PPD jedoch aufgrund seiner ökologischen und toxikologischen Bedenklichkeit in der Diskussion (REACH). An dieser Stelle besteht zukünftig die Notwendigkeit, effiziente Ersatzstoffe zu finden und ihre Wirkungsweisen zu kennen.

Daraus ergibt sich das Ziel, auf dem Markt verfügbare und per Literatur bekannte Möglichkeiten des Ozonschutzes (Additive, polymere Blendsysteme) für Polydiene auf Ihre Effizienz (Wirkung pro Konz.-Einheit) zu untersuchen. Hierzu zählen auch Aspekte wie die chemische Verträglichkeit bzw. Löslichkeit von Ozonschutzadditiven in unterschiedlichen für das Projekt zu definierenden Kautschukmatrices, um Probleme wie Entmischung und Ausblühverhalten zu erfassen, sowie das optimale Verhältnis zwischen Konzentration und Wirkung in technisch-relevanten Mischungsmatrices herauszufinden. Weitere Ziele sind, Erkenntnisse zur Kinetik des Verbrauchs sowie ihrer Diffusionseigenschaften zu erlangen und herauszufinden, wie Spannungen innerhalb des Materials die Wirkung von Ozonschutzmitteln beeinflussen. Neben ungefüllten Modellsystemen sollen insgesamt auch gezielt ausgewählte praxisnahe Mischungen auf Basis von Kautschuken unterschiedlicher Doppelbindungskonzentrationen in der Hauptkette mit verschiedenen Ozonschutzmitteln (marktverfügbar, Literatur) und 6PPD als Referenz im Untersuchungsprogramm betrachtet werden.

Organisation:

  • Förderung durch Industriepartner (Konsortium)
  • Laufzeit: 2,5 Jahre
  • Kosten: 90.000 EUR/Jahr, Umlage auf Partner, max. 20.000 EUR zzgl. Mwst. pro Teilnehmer und Jahr

Das DIK bittet Interessenten, sich bis zum 28. Februar 2021 bei Prof. Dr. Ulrich Giese (ulrich.giese@DIKautschuk.de) oder Dr. Tatjana.Krups (tatjana.krups@dikautschuk.de) zu melden.

www.dikautschuk.de
www.dkg-rubber.de

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