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11. Oktober 2017

Erhöhte DCB-Konzentrationen in TDI-Lieferungen von BASF

BASF hat nach eigenen Angaben Qualitätsabweichungen bei der Toluoldiisocyanat (TDI)-Produktion in Ludwigshafen festgestellt. TDI-Lieferungen, die zwischen dem 25. August und dem 29. September 2017 produziert wurden, enthalten eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol (DCB), so das Unternehmen.

Inzwischen wurde der Produktionsprozess angepasst, um weitere Qualitätsschwankungen auszuschließen, so heißt es. BASF habe die Auslieferung des entsprechenden Produktes gestoppt und ihre Kunden informiert.

Folgende Maßnahmen wurden laut BASF ergriffen: 

  • BASF nimmt auf eigene Kosten TDI, das sich noch im Tank des Kunden befindet und noch nicht verarbeitet wurde, zurück. Dieser Prozess soll bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein.
  • Zudem bietet das Unternehmen an, sämtliche nicht verarbeitete Schaumblöcke, die mit dem Produkt aus dem entsprechenden Zeitraum hergestellt wurden, auf BASF-Kosten zu sammeln.
  • Für bereits weiterverarbeitete Produktmengen empfiehlt BASF den Kunden als Vorsichtsmaßnahme Tests durchzuführen, um sicherzustellen, dass die relevanten Grenzwerte der verschiedenen Industrien eingehalten werden.
  • BASF steht in engem Austausch mit den Kunden und bietet bei Bedarf Unterstützung bei Tests und Beratung an. Eine Kundenhotline wird derzeit eingerichtet.

DCB ist eine organische Verbindung. Die farblose Flüssigkeit ist giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Dichlorbenzol kann Haut, Atemwege und Augen reizen und steht unter dem Verdacht Krebs zu verursachen.

UPDATE, 12. Oktober 2017: BASF geht nicht von Gesundheitsgefährdung aus

Im Rahmen einer Risikobewertung haben BASF-Experten erste Untersuchungen an verunreinigten Schäumen durchgeführt. Nach Angaben des Unternehmens zeigen die Ergebnisse und weitergehende Berechnungen, dass nicht von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist. Die Details der Bewertung stellt BASF den zuständigen Behörden und relevanten Verbänden zur Verfügung, so das Unternehmen.

Von den 7 500 t TDI, die einen höheren Dichlorbenzol-Wert aufweisen, seien rund zwei Drittel noch nicht weiterverarbeitet, so heißt es. Die Rücknahmeaktion sei in enger Zusammenarbeit mit den rund 50 belieferten Kunden angelaufen. Ein Team von rund 75 Spezialisten arbeite gemeinsam mit den Kunden an der Klärung offener Fragen, so BASF.

Bei der seit heute Morgen geschalteten BASF-Hotline für Kunden und Verbraucher seien bisher etwa 300 Anrufe v. a. von Verbrauchern eingegangen. Ein großer Anteil der Anfragen betreffe Endprodukte wie bspw. Matratzen. BASF stimmt sich nach eigenen Angaben eng mit den relevanten Verbänden der Matratzen- sowie der Schaumhersteller ab, um für verunsicherte Verbraucher schnellstmöglich zu einer Lösung zu kommen.

Die telefonische Hotline für Kunden und Verbraucher ist zwischen 8 und 18 Uhr zu erreichen unter Tel. 0621 60-21919.

www.basf.com

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