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05. Dezember 2017

Fünf Jahre Verbundprojekt „Verarbeitung von Biokunststoffen“

Am 9. November 2017 diskutierten Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) sowie Materialhersteller, Distributoren und Verbundpartner nach fünf Jahren Laufzeit die umfangreichen Ergebnisse des Projektes „Verarbeitung von Biokunststoffen“.

Dr. Froese (BMEL) auf der Abschlussveranstaltung „Verarbeitung von Biokunststoffen“ (Quelle: IfBB)

Dr. Froese (BMEL) auf der Abschlussveranstaltung „Verarbeitung von Biokunststoffen“ (Quelle: IfBB)

Unter der Koordination des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) in Hannover beschäftigten sich das Kunststoff-Zentrum SKZ, das Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung (IAP) und die Professur für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, TU Chemnitz (SLK) im Verbundprojekt mit der „Verarbeitung von biobasierten Kunststoffen und Errichtung eines Kompetenznetzwerkes im Rahmen des Biopolymernetzwerkes der FNR“. Das Projekt wird über die FNR und durch das BMEL gefördert. Ziel des Projekts ist der Ausbau von Verarbeitungsverfahren zur Herstellung von biobasierten Kunststoffprodukten, um die Biokunststoffe gegenüber herkömmlichen Werkstoffen konkurrenzfähig zu machen.

Nach fünf Jahren hat das Projekt umfassende Daten hervorgebracht, die im Material Data Center online in einer internationalen Kunststoffdatenbank zusammengeführt sind und Verarbeitern kostenlos zur Verfügung stehen. Bei der Abschlussveranstaltung in Berlin, die sich gezielt auch an die Materialhersteller richtete, wurde die Datenbank präsentiert.

In vier Vorträgen berichteten außerdem Tandem-Teams aus wissenschaftlichen Projektpartnern mit jeweils einem durch sie unterstützten KMU von den Herausforderungen, die die Umstellung auf biobasierte Kunststoffe an die mittelständische Kunststoffverarbeitung stellt:

Das IAP und die Wacker Chemie AG beschäftigten sich mit „Additiven für die Biokunststoffverarbeitung“. Das SLK und die Schönborner Armaturen GmbH berichteten über „Verarbeitung faserverstärkter Biokunststoffe (Drop-Ins) zu Insert-Spritzgießformteilen mit metallischen Einlegern“, das SKZ und iKTZ – innovative Klebtechnik Zimmermann über „Kleben von Biokunststoffen“ und das IfBB und die SWK Innovations GmbH & Ko. KG über die „Herstellung eines Spiralschneiders – vom ABS zum Biokunststoff“.

Dr. Erwin Baur von der Firma M-Base Engineering + Software und Betreiber des Material Data Centers verdeutlichte in seinem Vorschlag zur Fortführung der Datenerfassung und -bereitstellung, wie wichtig es heutzutage als Materialhersteller ist, seine Kunden auch mit Daten zur Verarbeitung der neuartigen Biokunststoffe zu versorgen. „Beinah alle Daten von konventionellen Kunststoffen werden von den Produzenten gerne und in hoher Qualität sowie Quantität bereitgestellt!“, so Baur. Das müsse sich auch für Biokunststoffe etablieren.

Noch sind die Biokunststoffe eine „Spezialität“, weshalb meist noch ein hoher Schulungs- und Beratungsbedarf sowie oftmals eine intensivere technische Betreuung der Kunden notwendig sind. Umso wichtiger ist dem BMEL nach fünf Förderjahren zu garantieren, dass die Ergebnisse fortbestehen, aktualisiert und erweitert werden. „Nur so kommen wir dem Ziel der Bundesregierung, die Bioökonomie auszubauen, einen weiteren Schritt näher“, fasste Dr. Hans-Jürgen Froes vom BMEL zusammen. Aus seiner Sicht müssen dabei auch die Verbraucher unbedingt mitgenommen werden. Ihre Ängste und Fragen bedürfen einer klaren und verständlichen Kommunikation, die durch Sachinformationen wie Ökobilanzierungen oder Lebenszyklusanalysen zu begleiten ist.

www.materialdatacenter.de
www.biokuststoffe-verarbeiten.de
www.verarbeitungsprojekt.ifbb-hannover.de

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