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20. Februar 2018

18. Internationales CAR-Symposium in Bochum: Transformation gestalten – Die Welt des neuen Autos

Neue Mobilitätskonzepte, E-Mobilität, autonomes Fahren und vernetzte Fahrzeuge waren die bestimmenden Themen des 18. Internationalen Car Symposiums „Transformation gestalten – Die Welt des neuen Autos“ am 8. Februar 2018 in Bochum. Die Branche befindet sich nach wie vor im Umbruch: bisher Zentrales wird nicht nur durch neue Antriebe in Frage gestellt, sondern auch durch die Art, wie die Gesellschaft Mobilität denkt. 120 Partner und Aussteller zeigten wie sie diese Transformation mitgestalten.

Rund 1200 Besucher konnten die 120 Partner und Aussteller am 8. Februar im Bochum zum 18. Internationalen Car Symposium empfangen. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Rund 1200 Besucher konnten die 120 Partner und Aussteller am 8. Februar im Bochum zum 18. Internationalen Car Symposium empfangen. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

In drei Keynote-Vorträgen zu Beginn der Veranstaltung kamen OEM-Vertreter zu Wort: Carl-Peter Forster, Vorstandsmitglied von Geely, Alain Visser, Senior Vice President der zu Geely gehörenden Marke Lynk & Co und Martin Daum, Vorstandsmitglied von Daimler. Dass Gastgeber Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, dabei den chinesischen Autobauer Geely in den Fokus rückte, zeigt wie wichtig der chinesische Markt für Automobilbranche geworden ist. „Geely wird der große Gewinner in China sein und China ist die Welt“, so Dudenhöffer.

Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Unter dem Dach der Zhejiang Geely Holding Group sind unter anderem die Volvo Car Group und Lotus Cars zu Hause. Der Konzern geht sowohl in der Produktion als auch in der Vermarktung neue Wege. Vorstandsmitglied Carl-Peter Forster hob in seinem Vortrag vor allem die Bedeutung der Nutzung von Synergien hervor. Als Beispiele nannte er die Entwicklung des Lynk & Co Fahrzeugs und des Londoner E-Taxis. Er ermutigte dazu, solche Synergien nicht nur innerhalb eines Konzerns sondern auch in der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen zu suchen: „Wir können als Wettbewerber auftreten, aber es ist wichtig, dass wir als Industrie offen sind für sinnvolle Zusammenarbeit in Themen, die wir vielleicht alleine stemmen könnten, aber gemeinsam besser zu bewältigen sind.“

Carl-Peter Forster, Vorstandsmitglied von Geely. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Carl-Peter Forster, Vorstandsmitglied von Geely. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Dass ein Umdenken notwendig ist, unterstrich auch Alain Visser, Senior Vice President von Lynk & Co: Der Kunde heute sei ein anderer, als der Kunde vor zehn Jahren, und trotzdem habe die Automobilindustrie in den letzten 100 Jahren immer das gleiche Geschäftsmodell behalten. „Wir verkaufen Mobilitätserfahrungen statt Autos“, beschrieb er das Konzept der neuen Automarke, die seit November 2017 in China ohne den Umweg über Vertragshändler direkt an den Endkunden verkauft wird und Ende 2019 auch in Europa gebaut werden soll.

Martin Daum, Vorstandsmitglied von Daimler erklärte in seinem Vortrag, wie die Megatrends der Automobilindustrie (Vernetzung, autonomes Fahren, Sharing und Elektromobilität) in die Entwicklung von Nutzfahrzeugen einfließen und welche Aspekte für den Verbraucher wichtig sind.

Alain Visser, Senior Vice President der zu Geely gehörenden Marke Lynk & Co. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Alain Visser, Senior Vice President der zu Geely gehörenden Marke Lynk & Co. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

In 17 Infoworkshops mit insgesamt 63 Vorträgen konnten sich die rund 1200 Besucher detailliert mit den zentralen Themen des Symposiums auseinandersetzen. Eine große Rolle spielten die Elektromobilität, autonomes Fahren sowie Vernetzung und IT-Sicherheit (sowohl im Fahrzeug als auch in der Produktion), während neue Werkstoffe eher ein Randthema waren. Neue Antriebe stellen bisher Zentrales in Frage und zwingen zum Umdenken. So sind etwa für die Reichweite und den Energieverbrauch eines Elektrofahrzeugs ein gutes Thermomanagement und ein intelligentes Strom- und Energiemanagement viel entscheidender, als das Gewicht. Auch wenn Leichtbau im Elektrofahrzeug nicht die entscheidende Rolle spielt, sind Leichtbaumaßnahmen aber weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung, zumal sich durch Hochleistungskunststoffe nicht nur Gewicht einsparen lässt, sondern auch Produktionsprozesse vereinfacht werden können.

Martin Daum, Vorstandsmitglied von Daimler. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

Martin Daum, Vorstandsmitglied von Daimler. (Quelle: Jan Schürmann / D+S Automotive GmbH)

www.car-symposium.de

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