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Aerosil pyrogene Kieselsäure kommt in transparenten Siliconen, Lacken und Farben, Kleb- und Dichtstoffen sowie nicht brennbaren Isolationsmaterialien zum Einsatz (Quelle: Evonik)

22. August 2018

Evonik und Wynca planen Joint Venture für pyrogene Kieselsäure in China

Evonik Industries und das chinesische Unternehmen Wynca haben die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Evonik Wynca (Zhenjiang) Silicon Material Co., Ltd. zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure der Marke Aerosil vereinbart.

Das neue Unternehmen, an dem Evonik einen Anteil von 60 % halten wird, plant den Bau einer Anlage für pyrogene Kieselsäure im Zhenjiang New Material Industry Park, Provinz Jiangsu, China, mit einem Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Anlage mit einer geplanten Jahreskapazität von 8 000 t soll 2021 in Betrieb genommen werden. Das Gesamtvorhaben bedarf noch der Genehmigung entsprechender Unternehmensorgane und der zuständigen Behörden.

Nach Angaben von Evonik wächst der weltweite Markt für pyrogene Kieselsäure mit etwa 5 % pro Jahr und zeigt somit ein stärkeres Wachstum als die Weltwirtschaft. Das Marktwachstum für pyrogene Kieselsäure in China wird von einigen wesentlichen Bereichen angetrieben. Dazu gehört die Siliconindustrie für Kleb- und Dichtstoffe in Gebäuden und Fahrzeugen sowie für Gelbatterien, die u. a. in elektrischen Fahrrädern zum Einsatz kommen. Das Joint Venture wird das weltweite Evonik-Netzwerk von Aerosil-Produktionsstandorten unterstützen. Wynca plant unterdessen, das Geschäft mit siliconbasierten Produkten weiter auszubauen und somit die Vorteile des gemeinsamen Absatzes zu nutzen.

„Mit diesem Joint Venture können wir auch weiterhin konsequent unser Segment Resource Efficiency stärken. Mit der Übernahme des Kieselsäure-Geschäfts von Huber Silica haben wir unsere Kapazitäten für gefällte Kieselsäure erweitert. Nun erweitern wir unsere Kapazitäten für pyrogene Kieselsäure neben Antwerpen auch mit einer ersten Anlage in China und gehen so den nächsten Schritt auf den attraktiven chinesischen Markt. Wynca ist für dieses Vorhaben ein starker Partner. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit“, sagte Harald Schwager, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Evonik Industries.

Basierend auf Organo-Silizium-Verbindungen hat Wynca eine komplette Wertschöpfungskette für silicon- bzw. silanbasierte Produkte aufgebaut: Von der Siliziumherstellung aus Quarzsand über die Monomersynthese bis hin zu den Verkaufsprodukten. Das Ergebnis sind die vier großen Produktlinien: Siliconkautschuk, Siliconöl, Siliconharz und funktionelle Silane als Kupplungsmittel. Wynca wird somit zu einem Unternehmen für Organo-Silizium-Verbindungen, das die gesamte industrielle Wertschöpfungskette abdeckt. „Die Kooperation mit Evonik ist eine hervorragende Möglichkeit für Wynca, um sich strategisch weiter in Richtung Endprodukte zu entwickeln und die Mission weiterzuverfolgen, durch „grüne“ Chemie bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Unser Ziel ist es, der Gesellschaft und der ganzen Menschheit zu dienen, indem wir unser Unternehmen im Sinne der Kreislaufwirtschaft und auf ressourcenschonende und umweltfreundliche Weise weiterentwickeln“, so Jianhua Wu, Vorsitzender der Wynca-Gruppe.

Wynca weitet zudem seine Kapazitäten im Bereich Organochlorsilane aus. Dies ist ein Rohstoff, von dem bis zu 300 kt jährlich für die Produktion von Siliconen verwendet werden. Ein kleiner Teil dieser Kapazitätenerweiterung geht in die Belieferung des Joint Ventures zur Produktion von Aerosil. Der Vice President der Wynca-Gruppe, Tao Wei, sagte dazu: „Die Anlage des Joint Ventures wird die integrierte Produktionsstruktur des Wynca-Standorts in Zhengjiang verbessern. Evonik bringt marktführende Technologien für pyrogene Kieselsäure in das Joint Venture mit ein. Alle Nebenprodukte, von Wynca wie Trimethylchlorsilan sowie die des Joint Venture, z. B. Salzsäure, werden vollständig wiederverwendet. Somit lässt sich am Wynca-Standort in Zhenjiang eine perfekte Wertstoffrückgewinnung erzielen und es können Synergien bei der Produktion von organischen Silizium-Monomeren, Monochlorsilan und pyrogener Kieselsäure genutzt werden.“

„Der Produktionsstandort für Kieselsäure in China wird es uns erlauben, dem chinesischen Markt unsere hochwertigen Produkte mit deutlich kürzeren Transportwegen zur Verfügung zu stellen“, so Johannes Ohmer, Mitglied der Geschäftsführung der Evonik Resource Efficiency GmbH. „Asien und insbesondere China sind wichtige Wachstumsregionen für Evonik. Das neue Joint Venture zeigt mit kontinuierlichen Investitionen und Kooperationen mit lokalen Partnern, wie sehr Evonik dem Geschäftswachstum in China verpflichtet ist“, fügte Claas Klasen, Präsident der Evonik-Region Asien/Nordpazifik, hinzu.

Neben der pyrogenen Kieselsäure Aerosil, den gefällten Kieselsäuren Ultrasil, Sipernat, Zeodent und Spheriliex stellt Evonik auch Mattierungsmittel auf Kieselsäurebasis unter dem Namen Acematt her und andere pyrogene Metalloxide unter dem Namen Aeroxide. Insgesamt verfügt das Unternehmen für alle Kieselsäuren über eine weltweite Kapazität von rd. 1 000 000 t jährlich.

www.evonik.com
www.wynca.com/en/

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