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04. September 2018

Reimund-Stadler-Symposium

Am 15. Oktober 2018 findet am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz das Reimund-Stadler-Symposium statt. Organisiert wird das Symposium aus Anlass des 20. Todesjahres von Prof. Dr. Reimund Stadler von ehemaligen Doktoranden und Wegbegleitern. Sponsor ist die BASF. Für den Vorabend ist ein Alumni-Treffen in Mainz geplant.

Reimund Stadler studierte Chemie an der Universität Freiburg und spezialisierte sich im Hauptstudium auf die Makromolekulare Chemie. Er promovierte dort 1983 bei Prof. Wolfram Gronski über die Dehnungskristallisation in elastomeren Blockcopolymeren. Nach einem halbjährigen Forschungsaufenthalt an der Universität in Porto Alegre (Brasilien) kehrte er nach Freiburg zurück und befasste sich in der Abteilung von Prof. Hans-Joachim Cantow schwerpunktsmässig mit den dynamisch–mechanischen Eigenschaften von Elastomeren, welche mit wasserstoff-brückenbildenden funktionellen Seitengruppen statistisch modifiziert wurden. Diese Arbeiten führten 1988 zu seiner Habilitation, für welche er auch mit einem Stipendium der DFG im Rahmen des Gerhard-Hess-Programmes und dem Chemie-Dozentenpreis des Fonds der Chemischen Industrie ausgezeichnet wurde.

1989 erfolgte ein Ruf auf eine C3-Professur und 1991 auf eine C4-Professur nach Mainz. Hier wurden die Arbeiten zu wasserstoffbrückenmodifizierten Elastomeren fortgesetzt und als neuer Schwerpunkt die Synthese und Untersuchung zum morphologischen Verhalten von ABC-Dreiblockcopolymeren aufgenommen. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden sensationelle, neuartige Strukturen entdeckt, wie z.B. eine helikale Morphologie oder eine Morphologie, welche einem Strickmuster ähnelt. Insbesondere diese Arbeiten führten zu einer besonderen Einladung an seine Heimatuniversität Freiburg, wo er 1995 eine „Steinhofer-Lecture“ halten durfte.

In geringerem Umfang, aber sicher nicht weniger bedeutend, sind seine Arbeiten, welche sich mit der Synthese amphiphiler Hybrid-Blockcopolymere beschäftigten, die aus organisch-chemischen Blöcken und Polysacchariden aufgebaut sind. Nachdem er einen Ruf ans Institut für Polymerforschung in Dresden abgelehnt hatte, folgte 1996 der Ruf auf den Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie II der Universität Bayreuth. 1997 begann er dort seine Arbeit und unter seiner Leitung, kurz vor seinem Tode in 1998, konnte in sehr kurzer Zeit der Sonderforschungsbereich „Komplexe Makromolekül- und Hybridsysteme in inneren und äusseren Feldern“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet werden.

Reimund Stadler war ein begeisterter interdisziplinär denkender Wissenschaftler, dessen Begeisterung sich auch auf seine Mitarbeiter und Kollegen übertrug. Er verfügte über ein enorm breites Wissen, welches sehr erfolgreich sowohl in der Grundlagenforschung als auch in Kooperationen mit der chemischen Industrie eingesetzt wurde. Reimund Stadler war als Nachfolger von Prof. Hans-Joachim Cantow Editor von „Polymer Bulletin“ und er wirkte in den editorial Boards von „Macromolecular Chemistry and Physics“ sowie „Polymer Networks and Gels“ mit.

www.mpip-mainz.mpg.de

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