Wechseln zu

09. Mai 2019

Lanxess setzt auf KI bei der Produktentwicklung

Lanxess hat angekündigt durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) die Entwicklungszeit neuer Materialien zu verkürzen. Dafür kooperiert der Spezialchemie-Konzern mit Citrine Informatics, einem KI-Unternehmen aus den USA, das sich auf die softwaregestützte Entwicklung chemischer Produkte spezialisiert hat. Beide Firmen haben ein Pilotprojekt gestartet, um das Potenzial von KI bei der Kunststoffherstellung auszuloten. Ziel ist es, die Herstellung von Glasfasern zu optimieren, mit denen Lanxess viele seiner Hochleistungs-Kunststoffe verstärkt werden, um sie mechanisch belastbarer zu machen.

Glasfaserproduktion von Lanxess am Standort Kallo bei Antwerpen, Belgien. (Quelle: Lanxess AG)

Glasfaserproduktion von Lanxess am Standort Kallo bei Antwerpen, Belgien. (Quelle: Lanxess AG)

Nach eigenen Angaben spielt dabei die Optimierung der Glasfaserschlichte eine entscheidende Rolle. Diese sorgt für eine bessere Anbindung der Glasfasern an die Kunststoffmatrix und letztlich für die gewünschten Eigenschaften der Hochleistungs-Kunststoffe. Die komplexe Zusammensetzung der Glasfaserschlichten und zahlreiche Einflussfaktoren während der Herstellung erfordern beim traditionellen Vorgehen in der Produktentwicklung viele aufwendig und zeitintensiv Tests, deren Ergebnisse schwer zu prognostizieren sind. Gespeist aus den Messergebnissen bisheriger Rezepturen, Rohstoffinformationen und weiterer Daten berechnen KI-Algorithmen Prognosemodelle für bessere Versuchskonstellationen und -parameter, entwickeln diese Modelle mit jedem Versuch weiter und errechnen eine optimale Rezeptur, wodurch die Produktentwicklung beschleunigt wird.

„Wir gehen davon aus, dass wir durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz die Entwicklungszeit für optimierte Rezepturen auf weniger als die Hälfte reduzieren können“, sagt Dr. Axel Tuchlenski, Leiter der globalen Produkt- und Anwendungsentwicklung im Geschäftsbereich High Performance Materials bei Lanxess. Jörg Hellwig, Chief Digital Officer der 2017 gegründete Digitalisierungsinitiative bei Lanxess, sieht in dem Pilotprojekt nur den Anfang für den Einsatz von KI bei Lanxess: „Künstliche Intelligenz ist eine entscheidende Technologie, um aus der Vielzahl von Daten innerhalb des Konzerns Neues zu schaffen.“

Citrine Informatics ist Spezialist für den Einsatz von datengestützten Methoden zur Produktentwicklung in der Werkstoffwissenschaft, der sogenannten Materialinformatik. Das Unternehmen wurde vom Weltwirtschaftsforum als Tech Pioneer 2017 für technologische Innovationen ausgezeichnet und erhielt 2018 den Best-in-Biz Start-up of the Year Award. Es arbeitet mit einigen der führenden Universitäten zusammen, darunter die Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania, und die University of California, Berkeley.

www.lanxess.com
https://citrine.io/ 

Verfassen Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel