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Viktor Varadi (rechts), CEO von New Energy, zeigt Dr. Christian Lach (2. v. links), Projektleiter ChemCycling bei BASF, die Altreifen, die New Energy in ihrer Anlage in Budapest/Ungarn in Pyrolyseöl umwandelt. (Quelle: BASF)

03. September 2020

BASF: Vereinbarungen mit New Energy unterzeichnet

BASF hat eine Abnahmevereinbarung mit New Energy, einem auf die Pyrolyse von Altreifen spezialisierten Unternehmen mit Sitz in Budapest, Ungarn, geschlossen. Gemäß der Vereinbarung wird New Energy BASF mit bis zu 4 000 t Pyrolyseöl jährlich beliefern. In einer Pilotphase wurden bereits erste Mengen des Pyrolyseöls erfolgreich in der Verbundproduktion von BASF in Ludwigshafen eingesetzt.

Die Vereinbarung ist Teil des Projekts ChemCycling, das BASF im Jahr 2018 begonnen hat und sich auf die chemische Verwertung von Post-Consumer-Kunststoffabfällen im industriellen Maßstab konzentriert. Seit 2020 sind erste kommerzielle Produkte auf dem Markt.

Zerkleinerte Altreifen, die von New Energy zu Pyrolyseöl weiterverarbeitet werden. (Quelle: BASF)

Zerkleinerte Altreifen, die von New Energy zu Pyrolyseöl weiterverarbeitet werden. (Quelle: BASF)

Der Schwerpunkt des Projekts bleibt die Verwendung von gemischten Kunststoffabfällen, die sonst auf Deponien oder in der Verbrennung enden würden. Darüber hinaus sieht BASF die Chance, die Recyclingraten von Pyrolyseöl aus Altreifen zu erhöhen. „Bislang gab es keine Technologie, die das Recycling von Reifen in hochwertige Anwendungen ermöglichte. Indem wir unsere Rohstoffbasis um Altreifen erweitern, schaffen wir einen neuen Kreislauf für diesen Abfallstrom. Außerdem etablieren wir einen zweiten Recycling-Rohstoff in unserem ChemCycling-Projekt, mit dem wir Hochleistungsprodukte für anspruchsvolle Anwendungen unserer Kunden herstellen können“, sagte Dr. Christian Lach, Projektleiter ChemCycling, BASF. Altreifen zählen nach DIN EN ISO 14021:2016-0 zu Post-Consumer-Kunststoffabfällen.

BASF und New Energy haben sich beide dazu verpflichtet, an Lösungen für das globale Kunststoffabfallproblem zu arbeiten. Daher haben die beiden Parteien zusätzlich eine Vereinbarung über eine Machbarkeitsstudie unterzeichnet. Diese hat zum Ziel, die Pyrolysetechnologie von New Energy weiterzuentwickeln, um damit auch andere Kunststoffabfallströme in Pyrolyseöl umwandeln zu können.

„Die Zusammenarbeit mit New Energy unterstreicht das Engagement von BASF recycelte Rohstoffe in der chemischen Industrie einzusetzen und den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe anzuführen“, sagte Lach. „Partnerschaften mit agilen, innovativen Unternehmen sind der Schlüssel zum Erreichen dieser Ziele. Wir freuen uns, mit New Energy einen solchen Partner gefunden zu haben, zusätzlich zu unserer Partnerschaft mit Quantafuel, die uns bald mit Pyrolyseöl aus gemischten Kunststoffabfällen aus ihrer kommerziellen Anlage in Skive, Dänemark, beliefern werden.“

Viktor Varadi, CEO von New Energy, sagte: „Wir sind stolz darauf, dass unsere Technologie der BASF und ihren Kunden einen Mehrwert bietet. Wir haben fast ein Jahrzehnt damit verbracht, unsere Technologie zu entwickeln und zu optimieren und betreiben nun erfolgreich eine Anlage im industriellen Maßstab, die Altreifen in Sekundärrohstoffe umwandelt. Damit gehören wir zu den Vorreitern, wenn es darum geht, eine Kreislaufwirtschaft für Reifen aufzubauen. Unser Ziel ist, einen messbaren Beitrag für die Umwelt zu leisten. Die Verringerung des Bedarfs an primären fossilen Ressourcen zahlt eindeutig auf dieses Ziel ein, genauso wie reduzierte CO2-Emissionen für die neu hergestellten Produkte.“

BASF speist das von New Energy gelieferte Pyrolyseöl in ihren Produktionsverbund in Ludwigshafen ein und ersetzt damit teilweise fossile Ressourcen. Der Anteil des recycelten Rohstoffs wird anhand eines Massenbilanzverfahrens bestimmten im Verbund hergestellten Produkten zugeordnet. Ein unabhängiger Auditor prüft die Allokation. Die Produkte, die den Namenszusatz Ccycled tragen, haben exakt die gleichen Eigenschaften wie die aus fossilen Rohstoffen hergestellten Produkte. Die Kunden können diese daher auf die gleiche Weise weiterverarbeiten wie konventionell hergestellte Produkte und in Anwendungen einsetzen, die hohe Anforderungen an Qualität und Leistung haben, z. B. Automobilteile.

www.basf.com
www.newenergy.hu

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