08. Juni 2021

Michelin: CO2-Ausstoß der deutschen Reifenwerke seit 2010 fast halbiert

Michelin macht seine deutschen Produktionsstandorte nachhaltiger. Laut internen Berechnungen des Unternehmens haben die drei größten Michelin-Reifenwerke in Deutschland (Bad Kreuznach, Homburg und Karlsruhe) seit dem Jahr 2010 rd. 60.000 t weniger CO2 ausgestoßen, rd. 260.000 m3 Wasser eingespart und verfügen nun über rd. 125.000 m2 neue Photovoltaik-Flächen für mehr solaren Strom.

Nach Angaben von Michelin sollen die Reifen und deren Produktion bis zum Jar 2050 vollkommen CO2-neutral werden. Sämtliche Produkte sollen bis dahin aus erneuerbaren, recycelten oder anderweitig nachhaltigen Materialien hergestellt werden. „Wir sind auf einem guten Weg und zeigen, dass der Klimakrise nur mit einem konkreten Plan und proaktivem Handeln entgegengewirkt werden kann“, sagte Anish K. Taneja, CEO der Michelin Region Nordeuropa.

Photovoltaik-Anlagen im Werk in Bad Kreuznach (Quelle: Michelin)Photovoltaik-Anlagen im Werk in Bad Kreuznach (Quelle: Michelin)

Seit 2010 konnten an den drei größten deutschen Standorten zwischen 11.000 t und 27.000 t CO2 pro Jahr eingespart werden, so das Unternehmen. Das entspreche einem Rückgang um durchschnittlich rd. 40 %. Zu diesem Erfolg trage auch das zertifizierte Energiemanagement-System gemäß der Norm ISO 50001 bei, das Michelin an allen seinen deutschen Standorten implementiert hat. Bereits 2005 habe die Michelin-Gruppe damit begonnen, die Umweltbelastung ihrer Standorte zu überwachen. Die Bilanz seit dem Start: Allein am Standort Bad Kreuznach konnte so der ökologische Fußabdruck in den vergangenen 16 Jahren um 62 % reduziert werden, so das Unternehmen.

„Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck, sondern auch für ein Unternehmen überlebenswichtig“, sagte Anish K. Taneja. „Deshalb ist Nachhaltigkeit bei Michelin kein Projekt unter vielen, sondern eine strategische Größe, nach der sich die gesamte Wertschöpfung richten muss. Unser Ziel ist es, künftigen Generationen eine sichere und vor allem klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen. Eine essenzielle Rolle spielen dabei unsere Produktionsstandorte. In Deutschland konnten wir auch dank engagierter Mitarbeiter schon große Erfolge erzielen und so unserem Ziel einer umfassend nachhaltigen Produktion einen entscheidenden Schritt näherkommen.“ Bereits heute gewinne die Gruppe fast ein Drittel der für die Reifenproduktion eingesetzten Materialien aus natürlichen, wiederverwerteten oder anderen nachhaltigen Rohstoffen. Bis 2030 soll diese Kennzahl auf 40 % steigen.

Die drei Standorte in Bad Kreuznach, Homburg und Karlsruhe erzeugen Solarstrom auf einer Gesamtfläche von rd. 12,5 Hektar. Mit dem so produzierten Strom ließen sich rein rechnerisch etwa 3.840 Haushalte versorgen, so Michelin. Insgesamt erzeugen die Photovoltaik-Anlagen eine elektrische Leistung von insgesamt 16,4 Megawatt-Peak. Auch bei der Reduzierung des Wasserverbrauchs haben die deutschen Standorte Erfolge vorzuweisen: Im Werk Karlsruhe sorgt ab Sommer 2021 etwa die erste Produktionsanlage mit geschlossenem Kühlkreislauf für eine Einsparung von ca. 100.000 m3 Wasser pro Jahr. Insgesamt haben die drei Standorte ihren Wasserverbrauch im Vergleich zum Jahr 2010 um bis zu etwa einem Drittel verringert, so das Unternehmen.

Alle Abfallreifen werden im Werk in Homburg zu 100 % wiederverwertet. Altreifen werde so ein zweites Leben geschenkt, etwa als Schuhsohlen, Laufbahnen oder als Bestandteil in Bremsbelägen. Auch Karlsruhe verwertet seine Produktionsabfälle zu 100 %. So werden diese zurück in den Produktionsprozess gespeist und dort stofflich oder energetisch weiterverwertet. Mit einer Quote von 99,5 % steht auch Bad Kreuznach kurz vor der vollständigen Wiederverwertung seiner Abfälle.

Mit dem geplanten CleanTech + Innovation Park Hallstadt bei Bamberg zeige man, dass auch eine Werksschließung nachhaltig sein kann. Nachdem sich der Michelin Scotland Innovation Parc, der auf die Werksschließung im schottischen Dundee folgte, bereits als Erfolg erwies, zieht der deutsche Standort Bamberg nach. Der ehemalige Produktionsstandort soll laut Michelin zu einer „Keimzelle grüner Zukunftstechnologien“ werden, in der Unternehmen, Forschung und Start-ups Hand in Hand auf eine sicherere und grünere Mobilität hinarbeiten können. Anish K. Taneja: „Michelin ist davon überzeugt, dass nachhaltige Innovationen und der Wandel der Mobilität neue Formen der Zusammenarbeit erfordern.“

www.michelin.com

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