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28. Juni 2021

VDMA: Deutscher Kunststoff- und Gummimaschinenbau setzt zu neuem Höhenflug an

Wie der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berichtet, können die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen in Deutschland auf das von Corona geprägte Jahr 2020 positiv zurückblicken, trotz der außergewöhnlichen Gesamtsituation.

„Nach einem schwierigen Beginn, der von großen Herausforderungen inklusive eines Lockdowns geprägt war, entwickelten sich die Auftragseingänge ab Sommer rasant nach oben“, sagte Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes. Besonders deutlich war dies in den Bereichen zu spüren in denen es auf Hygiene ankommt; d. h. hauptsächlich in der Verpackungs- und Medizinbranche.

Zudem hat die Automobilindustrie hat nach jahrelanger Zurückhaltung wieder begonnen zu investieren, so der Verband. Hinzu kommt die schon seit einiger Zeit boomende Bauindustrie. „Dies alles resultierte in einem 7%igen Anstieg der Auftragseingänge im Vergleich zu 2019 und macht den Kunststoff -und Gummimaschinenbau zu einem der wenigen Maschinenbaubereiche, der 2020 mit volleren Auftragsbüchern abschloss als 2019“, so Ulrich Reifenhäuser.

Beim Umsatz hingegen mussten die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen ein Minus von 12 % im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, da dieser noch von den negativen Tendenzen im Jahr 2019 und dem Jahresbeginn 2020 beherrscht wurde. In den ersten vier Monaten 2021 ist der Auftragseingang mit plus 92 % sogar fast doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum 2020, und auch der Umsatz hat sich bei einem Plus von 8 % stabilisiert.

Angespannte Lieferketten trüben die Stimmung

„Konjunkturell läuft es aktuell wieder sehr gut für die Branche“, sagte Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbandes. „Allerdings hat dies auch seine Schattenseiten bei den angespannten Lieferketten mit Blick auf die Verfügbarkeit von notwendigen Rohstoffen und Komponenten. Gerade die Engpässe bei der Versorgung mit Kunststoffen, die die Investitionslaune der Verarbeiter drückt, sowie bei den Metallen und Elektronikkomponenten könnte bald zu der paradoxen Situation führen, dass die Maschinenbauer trotz voller Auftragsbücher die Produktion drosseln müssen.“

USA und China als Motor des Aufschwungs

Mit Blick auf die ausländischen Märkte gingen die Exporte der deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer im Jahr 2020 insgesamt um 11 % zurück. Die Lieferungen in die USA, wo sich die Investitionslage als sehr robust erwies, stiegen dabei jedoch um 8 %. Dadurch nahmen die USA wieder die Spitzenposition der wichtigsten deutschen Lieferländer für Kunststoff- und Gummimaschinen ein. China folgt auf Platz zwei mit leicht rückläufigen Exporten (–3 %). Allerdings läuft die Produktion von Kunststoff- und Gummimaschinen vor Ort – auch die der ausländischen Hersteller – auf Hochtouren, da die Nachfrage dort boomt. In der Gesamtschau führt dies dazu, dass China auch weiterhin der bedeutendste Absatzmarkt für deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen bleibt.

Nahezu jede vierte deutsche Kunststoff- und Gummimaschine wird in die BRIC-Staaten exportiert

Auch die restlichen BRIC-Staaten Brasilien, Russland und Indien spielen bei den Lieferungen von deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen eine wesentliche Rolle. Alle befinden sich in oder nahe den Top 20 der wichtigsten Abnehmerländer, und die BRIC-Staaten halten in Summe einen Anteil von 23 % an den weltweiten Lieferungen deutscher Kunststoff- und Gummimaschinen. Die Bedeutung dieser vier Länder findet auch darin ihren Ausdruck, dass der VDMA dort eigene Niederlassungen betreibt, um näher an den Märkten und den Mitgliedern vor Ort zu sein. Der dahinterstehende Netzwerkgedanke führt zu einer großen internationalen Gemeinschaft innerhalb des VDMA.

2021 könnte wieder ein Rekordjahr werden

Getrieben von den starken Auftragseingängen rechnen viele Unternehmen aus dem Kunststoff- und Gummimaschinenbau für dieses Jahr mit einem Rekordergebnis. Der Fachverband prognostiziert ein Umsatzplus von mindestens 10 %. Darüber hinaus bleiben die Megatrends Circular Economy und Klimaschutz durch CO2-Reduktion in Verbindung mit Digitalisierung weiterhin die bestimmenden Themen – auch auf der im nächsten Jahr stattfindende K-Messe. Hier haben sich die Kunststoff- und Gummimaschinenbauer gut positioniert, da sie mit ihren Innovationen Lösungen für die drängenden Fragen aufzeigen, und sie blicken dementsprechend optimistisch in die Zukunft, so der Verband.

Das VDMA Circular Economy Forum auf der K 2022

Auf der Messe K 2022 stellen sie das unter Beweis: Auf mehr als 4.500 m² Freigelände werden VDMA-Mitgliedsunternehmen den Besuchern ihre Technologien und Projekte zur Kreislaufwirtschaft in eigenen Pavillons präsentieren. Der VDMA Dome bildet mit Showroom und Interaktion den übergreifenden Rahmen. „Mit dem Circular Economy Forum wollen wir auf der nächsten K mit guten Beispielen aus der Praxis überzeugen und Impulse setzen. Unsere Mitgliedsunternehmen werden zeigen, wie man heute Kreislaufwirtschaft „hands-on“ angeht“, sagte Kühmann. „Uns ist wichtig, Circular  Economy erlebbar zu machen, und wir wollen sowohl Kunststoffprodukte als auch ihre Herstellung und Verwertung in einem globalen gesellschaftlichen Kontext abbilden. Dieser Aufgabe widmen wir uns mit Ausstellung und Programm im VDMA Dome.“

https://kug.vdma.org

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