GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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Weltweit ...

Weltweit fallen in den Industriestaaten jährlich mehr als 29 Mio. Tonnen Altreifen an, wie aus dem 2019 vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) veröffentlichten Bericht „Global ELT Management – A global state of knowledge on regulation, management systems, impacts of recovery and technologies“ hervorgeht. In Deutschland sind es nach Zahlen des wdk jährlich 571.000 Tonnen. Altreifen sind ein wertvoller Rohstoff und können insofern einen erheblichen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten.

Ein sinnvolles Reifenrecycling, bei dem das Rezyklat, z. B. in Form von Gummimehl, wieder in technisch anspruchsvollen Anwendungen – und das ist der überwiegende Teil der Gummiprodukte – eingesetzt werden kann, erfordert Expertise und umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Die leisten beispielsweise die Wissenschaftler bei Tyre Recycling Solutions. Gemeinsam mit Trinseo haben sie ein recyceltes Gummimehl für die Anwendung in S-SBR-basierten Vulkanisaten getestet (S. 100).

Auf Seite 96 zeigt der Beitrag „Reifenrecycling – Neue Chancen für nachhaltige Produkte“ wie spezialisierte Maschinen- und Anlagenbauer mit immer effizienteren Produktionsprozessen Reifenrecycling und die Weiterverarbeitung voranbringen. Auch der neue wdk-Präsident Anish K. Taneja sieht die deutsche Kautschukindustrie, was das Altreifenrecycling angeht, auf einem guten Weg in die Kreislaufwirtschaft, wie er im Interview auf Seite 74 erklärt.

Insgesamt wird für zahlreiche wichtige Rohstoffe die Versorgungslage des Industriestandorts Deutschland immer kritischer. Der neue VDI-Statusreport „Strategische Nutzung von Rohstoffen in Deutschland“ beleuchtet wirtschaftliche, ökologische und politische Einflussfaktoren (S. 95).

Verschiedene Verbände haben im Februar ihre Sicht auf das Wirtschaftsjahr 2020 veröffentlicht. Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) sieht das Jahr für die deutsche Kautschukindustrie durch die Pandemie massiv beeinträchtigt (S. 77) und der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) zog in seiner Jahreswirtschaftspressekonferenz eine gemischte Bilanz für 2020 (S. 78).

In unserem Fokus Aus- und Weiterbildung beschreibt der Coach Michael Viol Möglichkeiten, um angehende Führungskräfte bei der Entwicklung ihrer Führungskompetenz zu unterstützen (S. 85). Und in unseren Fachaufsätzen geht es um Füllstoffe für harnstoffbeständige EPDM-Dichtungen und -Schläuche (S. 80) und die Vulkanisationschemie von
Butylkautschuk (S. 88).

Viel Spaß beim Lesen!
Christine Rüdiger

Interview
74
Kautschukindustrie kann wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften leisten – Interview mit dem neuen wdk-Präsidenten Anish K. Taneja

Im November 2020 wurde Anish K. Taneja, Präsident Michelin-Region Europe North, zum neuen Präsidenten des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) ernannt. Im Interview anlässlich der Amtsübernahme spricht er über die Rolle der Kautschukindustrie im Umgang mit Herausforderungen wie Transformation der Mobilität, Klimaschutz, Energiewende und Kreislaufwirtschaft, über die Auswirkungen der Pandemie auf die Reifenindustrie sowie über die notwendigen Rahmenbediungungen für ein nachhaltiges Handeln des Industriezweigs.

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Bericht
77
Deutsche Kautschukindustrie 2020/2021 – Die Pandemie beeinträchtigt massiv das Wirtschaftsgeschehen

Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) berichtet, hat das Statistische Bundesamt bei der Vorstellung der konjunkturellen Kennzahlen kürzlich das Jahr 2020 als „schwarzes Jahr für die Industrie“ bezeichnet. Demnach ist die gesamte Industrieproduktion in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr um 10,8 % gesunken.

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78
Kunststoffverarbeiter ziehen gemischte Bilanz 2020 – Weniger Umsatz, mehr Wertschätzung und Kreislaufwirtschaft als Chance

Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) zog in seiner Jahreswirtschaftspressekonferenz am Aschermittwoch, 17. Februar 2021, eine Bilanz für die Kunststoffverarbeitung in Deutschland für das Jahr 2020 und zeigte die wichtigsten Entwicklungen in Wirtschaft und Politik und deren Auswirkungen auf die Branche und ihre Segmente auf. Zudem gab der Verband einen Ausblick auf das vor uns liegende Jahr 2021. Die bereits für 2019 festgestellte Ambivalenz zwischen Zuversicht und Unsicherheit bei den Unternehmen habe sich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie noch verstärkt. So rechnet trotz stark gesunkener Umsätze im Jahr 2020 ca. die Hälfte der im Rahmen der GKV-Umfrage befragten Unternehmer im Jahr 2021 wieder mit steigenden Umsätzen, jedoch mit sinkenden Gewinnen.

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85
Auf dem Weg zur Führungskraft – Karriereherausforderungen in der verarbeitenden Industrie

Nach dem Berufseinstieg führt der typische Karrierepfad über die zunächst rein fachliche Verantwortung hin zur Führungsverantwortung. Die besondere Herausforderung dabei ist, dass die Ausbildung in Führungsthemen den angehenden Führungskräften oftmals fehlt. Das kann äußerst negative Auswirkungen auf das betriebliche Umfeld und den Erfolg übernommener Aufgaben haben. Doch es geht auch anders: Mit dem gezielten Einsatz von professionellem Business-Coaching gibt es eine sehr wirksame Möglichkeit, angehende Führungskräfte bei der Entwicklung ihrer Führungskompetenz zu unterstützen.

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94
Elektromobilität in China 2020 – Markt- und Absatztrends von BEV und PHEV

Wie das Center of Automotive Management (CAM) berichtet, bleibt China der größte Absatzmarkt der Elektromobilität. Im Corona-Jahr 2020 erhöhten sich die Elektroneuzulassungen (BEV/PHEV) um 14,6 % auf 1,246 Mio. Pkw (inkl. LCV). Hinzu kamen weitere 121.000 Busse und Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb (Commercial Vehicles).

95
Strategische Nutzung von Rohstoffen in Deutschland – Verein Deutscher Ingenieure veröffentlicht neuen Statusreport

Wie der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) berichtet, wird für zahlreiche wichtige Rohstoffe die Versorgungslage des Industriestandorts Deutschland immer kritischer. Der neue VDI-Statusreport „Strategische Nutzung von Rohstoffen in Deutschland“ beleuchtet daher insbesondere wirtschaftliche, ökologische und politische Faktoren, die einen Einfluss auf die Verfügbarkeit haben.

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96
Reifenrecycling – Neue Chancen für nachhaltige Produkte

Altreifen sind ein wertvoller Rohstoff, denn Gummi behält als Rezyklat seine positiven Materialeigenschaften. Das eröffnet vielfältige Möglichkeiten für die stoffliche Verwertung von End-of-Life-Tyres (ELT). Nicht zuletzt, weil spezialisierte Maschinen- und Anlagenbauer immer effizientere Produktionsprozesse für das Reifenrecycling und die Weiterverarbeitung in Form von Verbundschnitzelgummi ermöglichen. Die Bandbreite der daraus hergestellten nachhaltigen Produkte wird daher immer größer.

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99
DIK/DKG-Projektaufruf: Effizienz von Ozonschutzmitteln in Kautschukmatrices – Regulierung von p-Phenylendiaminen

Das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie (DIK) e. V. und die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e. V. planen ein Projekt zur Untersuchung der Effizienz von Ozonschutzmitteln in Kautschukmatrices. Hintergrund des Vorhabens ist die Notwendigkeit geeignete Alternativen zu dem von REACH voraussichtlich in Zukunft regulierten 6PPD zu finden. Dazu sollen verfügbare und aus der Literatur bekannte Möglichkeiten des Ozonschutzes für Polydiene auf ihre Effizienz untersucht werden.

109
IKV: Trauer um Prof. Georg Menges

Prof. Georg Menges, emeritierter Inhaber des Lehrstuhls für Kunststoffverarbeitung und langjähriger Leiter des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen University, ist am 28. Februar 2021 im Alter von 97 Jahren verstorben. Prof. Menges wurde in Gernsbach/Baden geboren und studierte nach Kriegsdienst und mehrjähriger Kriegsgefangenschaft ab 1949 Maschinenbau an der damaligen TH Stuttgart, wo er 1955 mit einer Arbeit zum Sprödbruchverhalten von Metallen zum Dr.-Ing. promovierte.

Aufsatz
80
Harnstoffbeständige EPDM-Dichtungen und -Schläuche – VW TL 52686 – Ersatz von Ruß N990 durch Neuburger Kieselerde

EPDM wird in der Autoindustrie für die verschiedensten Anwendungen eingesetzt. Damit Dieselmotoren umweltfreundlicher werden, hat sich die selektive katalytische Reduktion etabliert. Da hier mit einer wässrigen Harnstofflösung (AdBlue) gearbeitet wird, müssen die Schläuche und Dichtungen im Fahrzeug, die mit diesem Stoff in Berührung kommen, eine ausreichende Harnstoffbeständigkeit aufweisen. Unter anderem zu diesem Zweck wird hier oft Ruß N990 als Füllstoff verwendet. In dieser Untersuchung wird der Ersatz dieses Rußes durch Aktisil VM 56 untersucht. Aktisil VM 56 ist ein mineralischer Füllstoff auf Basis der Neuburger Kieselerde, der von der Hoffmann Mineral GmbH vertrieben wird. Durch die einzigartige Struktur der Kieselerde können Ergebnisse erzielt werden, die allein mit Ruß N990 oder anderen Füllstoffen nicht möglich sind. So kann man durch den Ersatz von Ruß N990 durch Aktisil VM 56 eine schnellere Vulkanisationsgeschwindigkeit erreichen, was in einer geringeren Umsatzzeit resultiert. Auch kann bspw. der Spannungswert deutlich verbessert werden. Durch einen Austausch von Ruß N990 durch Aktisil VM 56 kann man im Endprodukt Ausblühung von Spaltprodukten verhindern oder die Standfestigkeit des Bauteils verbessern. Die Verwendung von Aktisil VM 56 führt außerdem zu einer deutlichen Senkung der Mischungskosten, bei einer identischen Beständigkeit gegen Harnstoff.


EPDM is used for a very wide range of applications in the automotive industry. Selective catalytic reduction has become established in making diesel engines more environmentally friendly. As an aqueous urea solution (AdBlue) is employed here, the hoses and seals in the vehicle that come into contact with this substance must have sufficient resistance to urea. Carbon black N990 is often used as a filler in such applications. This study investigates the substitution of this carbon black with Aktisil VM 56. Aktisil VM 56 is a Neuburg Siliceous Earth-based mineral filler marketed by Hoffmann Mineral GmbH. The unique structure of the siliceous earth enables results to be obtained that are not possible with carbon black N990 or other fillers alone. The substitution of carbon black N990 with Aktisil VM 56 allows, for example, a higher vulcanisation speed to be achieved, resulting in a shorter conversion time. Use of Aktisil VM 56 also enables the modulus to be significantly improved. The substitution of carbon black N990 with Aktisil VM 56 enables blooming-free products and improved collapse resistance during extrusion. The use of Aktisil VM 56 also leads to a significant reduction in the costs with identical resistance to urea.

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88
Butylkautschuk: Ein Synthesekautschuk mit vielseitiger Vulkanisationschemie

Butylkautschuk (IIR) ist ein Synthesekautschuk mit hoher Permeationsbeständigkeit, gutem Dämpfungsvermögen und sehr guter Wärme- und Chemikalienbeständigkeit. Durch die geringe Anzahl an Doppelbindungen im Polymerrückgrat gibt es nur wenige Angriffspunkte für die Vernetzung. Durch Halogenierung können Vulkanisationsgeschwindigkeit und Vernetzungsgrad bei der Co-Vulkanisation mit Kautschuktypen, die einen hohen Dienanteil aufweisen, verbessert werden. In diesem Beitrag werden die chemische Struktur und die daraus resultierenden chemischen Eigenschaften von IIR erklärt. Außerdem werden die Vulkanisationseigenschaften dieses Kautschuktyps und die Vielfalt von Brombutylkatuschuk beschrieben.


Butyl Rubber (IIR) is a unique polymer with high permeation resistance, high damping and excellent thermal and chemical stability. The relatively low levels of unsaturation in these polymers provide limited sites for curing. Halogenation allows for improved cure compatibility with other rubber types with high diene content by increasing both the vulcanization rate and state of cure. This article will explain the chemical constitution of IIR, the resulting chemical properties and describe some of the unique cure properties of this class of polymers and will highlight the versatility of brominated butyl (BIIR).

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100
Eigenschaften S-SBR-basierter Vulkanisate mit recyceltem Gummimehl

Die Entsorgung von Altreifen ist eine technische Herausforderung, da ihre Langlebigkeit, die sie für die moderne Gesellschaft unverzichtbar macht, gleichzeitig das Recycling erschwert. Im Vergleich zu Entsorgungsmethoden wie Deponierung oder Verbrennung kann das Recycling von Reifengummi den ökologischen Fußabdruck dieser Materialien deutlich verbessern. In diesem Beitrag wird der Einfluss der Zugabe von Waterjet-Reifenmehl auf Verarbeitung und Eigenschaften einer Pkw-Laufstreifenrezeptur untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass recyceltes Gummimehl erfolgreich in neuen Vulkanisaten verwendet werden kann, ohne dass sich dies nachteilig auf die mechanischen Eigenschaften auswirkt.


Managing end-of-life tyres remains both a technological challenge and a burden for society as the durability of tyres which makes them so invaluable to modern society hinders their recyclability. As compared to traditional methods of tyre disposal like incineration, the circular use of tyre rubber can reduce the environmental impact of these materials. This study investigates the effect of addition of waterjet rubber powder on the processing and the properties of a sample recipe of tread compound for a passenger car tyre. The findings indicate that recycled material can be successfully incorporated within new rubber compound without compromise of the mechanical properties.

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