GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Ausgabe 04 | 2017

Anzeigenkunde

Editorial
207
60 Jahre Europa und die EU

Europe first – warum eigentlich nicht?

Jeder Unternehmer bemüht sich mit geringstem Aufwand den höchstmöglichen Gewinn zu erzielen.

Wenn die US-Unternehmen in Mexiko produzieren lassen, dann nicht, um die armen Mexikaner zu unterstützen – nein, es geht allein um die Reduzierung von Kosten, entweder, um die resultierenden Produkte in den USA mit niedrigeren Preisen konkurrenzfähiger vermarkten zu können, oder um die direkte Optimierung der Unternehmensgewinne.

Wenn der amerikanische Präsident die Unternehmen jetzt zwingt, in den USA zu produzieren, dann müssen entweder die amerikanischen Arbeiter mit mexikanischen Löhnen zufrieden sein oder die Konkurrenzfähigkeit und die Gewinne der Unternehmen werden sinken.

Und Trump ist ja Unternehmer – sagt man – und er wird schon wissen, welche Waagschale sich senkt oder steigt.

Es soll nicht mehr so viel Geld ins Ausland fließen, z. B. für militärischen Schutz. Aber mit ihrem Engagement in Europa etwa haben die Amerikaner nicht nur die Europäer gegen die vermeintlich Bösen aus dem Osten, sondern auch – mit Europa gleichsam als Außenbollwerk – ihre eigenen Interessen und die ihrer Investoren geschützt. Ethik und Moral hatten in vielen Fällen nur Alibifunktion.

Was nun, wenn die mehr oder weniger gute Ehe zwischen den USA und Europa aufgelöst werden sollte? Dann haben wir die Chance uns selbst aufzurappeln. So wie Mr. Trump sagt:

„America first!”, können wir uns durchaus auf unsere eigenen Stärken besinnen.

1.    Wir müssen die Egoismen aller europäischen Mitgliedstaaten überwinden; wir müssen die Verwaltung in Brüssel stärker, aber auch einfühlsamer gemäß den unter anderem in Lissabon geschlossenen Verträgen gestalten: 

 „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“ [1]

2.    Wir müssen unsere europäische Verteidigung selbst in die Hand nehmen und im Bedarfsfall wehrhaft sein, selbst wenn wir hier in Deutschland dazu an Dagobert Duck Schäubles Sparkasse gehen müssen; die Bundeswehr beispielsweise muss Flugzeuge haben, mit denen man wirklich fliegen kann, Fahrzeuge, die fahren, wenn sie fahren sollen, und Gewehre, die geradeaus schießen.

3.    Die Erziehung unserer jungen Menschen muss gefördert werden in der Form der geforderten „Wissensgemeinschaft“, weil deren Gehirne die einzigen nennenswerten „Bodenschätze“ sind, die wir in Europa haben.

4.    Berücksichtigen wir die Einwohnerzahl, dann liegt die EU mit ca. 510 Mio. (Europa mit ca. 745 Mio.) weit vor den USA mit ca. 320 Mio. und Russland mit ca. 150 Mio.

5.    Auch beim Kaufkraftvergleich (KKP/Kaufkraftparität, PPP/purchasing power parity in PPP-D) muss sich die Europäische Union (und damit Europa) nicht verstecken: PPP-D 19,2 Bio. (Europa PPP-D 24,3 Bio.) gegen USA mit PPP-D 18,0 Bio. und Russland mit PPP-D 3,6 Bio. [2].

Wenn wir das alles realisieren, können wir für uns getrost und mit Erfolg sagen:

Europe first!

Viele Grüße
Heinz Gupta

[1] Artikel 1 a des Vertrags von Lissabon
[2] http://laenderdatenbank.weltbevoelkerung.de/indikator/bruttonationaleinkommen
(aufgerufen am 13. März 2017) – nach Umrechnung auf die Gesamtbevölkerung der jeweiligen Region

Bericht
218
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt - Kunststoff- und Elastomertechnik mit hohem Praxisbezug
258
Deutschland verhilft europäischem Markt für Dichtungen zu Wachstum - Neue Marktstudie von IC Interconnection Consulting

Laut einer neuen Studie von IC Interconnection Consulting konnte der Markt für Dichtungen in den europäischen Top-5-Märkten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien) im Jahr 2015 ein leichtes Umsatzplus von 0,6 % erwirtschaften und erzielte ein Marktvolumen von 3,4 Mrd. EUR. Bis 2018 prognostiziert das Marktforschungsinstitut ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 2 % in Wert und ein Marktvolumen von mindestens 3,6 Mrd. EUR. Für eine gewisse Prognoseunsicherheit sorge die Wechselkursrate zwischen Euro und US-Dollar, so heißt es. Der Grund sei, dass viele Dichtungskomponenten in US-Dollar bezahlt werden.


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259
Mehr Umsatz, mehr Export, mehr Beschäftigte - 2016 war für Deutschlands Kunststoffverarbeiter ein gutes Jahr

Immer dann, wenn die närrischen Tage ausklingen, immer am Aschermittwoch jedes Jahres, lädt der GKV, der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie, zu seiner Jahrespressekonferenz nach Frankfurt am Main, um über den Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres zu berichten. Aktuell also über 2016, das als ein Jahr der Superlative in die Geschichte des Verbandes eingehen dürfte. Mit einer durchweg positiven Bilanz konnte GKV-Präsident Dirk E. O. Westerheide denn auch an diesem 1. März 2017 aufwarten. Der Umsatz der Branche legte im letzten Jahr um 3,2 % zu und erreichte mit 60,8 Mrd. EUR (Inland: 38,3 Mrd. EUR; Ausland: 22,5 Mrd. EUR) einen neuen Rekord. Dabei fiel das Umsatzplus im Ausland mit 3,6 % etwas höher aus als das im Inland mit 2,8 %. Auch die Anzahl der Beschäftigten in dem Gewerbe erhöhte sich leicht und lag Ende 2016 bei 317 000.


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260
Von der India Rubber Expo 2017

Vom 19. – 21. Januar 2017 fand im indischen Chennai die neunte Auflage der India Rubber Expo (IRE), organisiert von der All India Rubber Industries Association (AIRIA), statt. Nach Angaben der Organisatoren ist die IRE die größte Messe der Gummiindustrie in Asien. Tatsächlich stellten mehr als 400 Aussteller aus 22 Ländern und über 20 000 ­registrierten Besucher aus über 40 Ländern einen neuen Meilenstein für diesen eine Messe und eine Konferenz umfassenden Branchentreffpunkt auf dem Subkontinent dar.

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Aufsatz
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Entschlüsselung des Kieselsäure/Silan-Reaktionsmechanismus zur Entwicklung von Reifen mit geringem Rollwiderstand - Teil 1 – Charakterisierung durch In-situ-IR-Spektroskopie

Mit organischen Silanen lassen sich unter kontrollierten Mischungsbedingungen Laufflächenformulierungen herstellen, die den Rollwiderstand von Reifen verringern. Bifunktionale Organosilane können sowohl mit der Kieselsäureoberfläche als auch mit dem Polymer reagieren. Kieselsäure-Verbindungen stellen jedoch bei der Verarbeitung eine Herausforderung dar: Der Kneter fungiert nicht nur als Mischer sondern auch als chemischer Reaktor, weil das Silan während des Mischens chemisch an die Oberfläche der Kieselsäure gebunden werden muss. Die Reaktion zwischen Kieselsäure und Silan verläuft sehr komplex und ist noch nicht in allen Einzelheiten verstanden. Eine bessere Kenntnis des Reaktionsmechanismus könnte Reifenherstellern helfen, den Mischvorgang effizienter zu kontrollieren. Mittels Operando-IR-Spektroskopie während der ­Reaktion lässt sich der Reaktionsmechanismus entschlüsseln.


By use of suitable organic silanes and controlled mixing conditions, silica/silane systems have proven to be well suited for tire tread formulations with reduced rolling resistance. The bifunctional organosilane is able to react with the silica surface as well as with the polymer. However, silica compounds still present considerable difficulties in processing. The kneader is not only a mixing aggregate but has to fulfill the role of a chemical reactor. It is known from former studies, that the reaction between the silica and the silane is complex. It is up to now not sufficiently understood. Therefore, a better understanding would help many tire producers to control the mixing process more efficiently. Operando IR spectroscopy carried out in-situ during the reaction is the technique of choice to decipher the reaction.

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227
Auslegung von Antrieben für ineinandergreifende Kneter auf Basis existierender Prozessdaten

Antriebe von Mischerzeilen gehören zu den größten Antrieben in einer Gummifabrik. Das Anforderungsprofil an einen Kneterantrieb ist sehr heterogen. Es müssen teilweise kurzfristig auftretende Drehmomentspitzen (Beschickung mit hochviskosen Polymeren) ebenso abgefangen werden wie relativ geringe Belastungen, die z. B. beim lami­naren Fertigmischen auftreten. Diese große Bandbreite macht die Auslegung eines Antriebes nicht einfacher. Im folgenden Artikel wird ein Konzept zur Auslegung eines maßgeschneiderten Kneterantriebes vorgestellt. Der so ausgelegte Antrieb arbeitet deutlich effizienter und kann somit zu einer erheblichen Senkung bei den Stromkosten beitragen.


Drive systems of mixing lines are among the largest drives in a rubber factory. The requirements profile for a mixer drive is very heterogeneous. Short term torque peaks (feeding with highly viscous polymers) have to be compensated as well as relatively low loads, which occur, for example, in the laminar final mixing process. This wide range of requirements makes the design of drive systems so complex. The following article presents a concept for the design of a tailor-made multilayer mixer drive. The drive designed in this way is much more efficient and can thus lead to a considerable reduction in electricity costs.

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234
Ermüdungsverhalten technischer Gummimischungen - Der Einfluss verschiedener Parameter am Beispiel eines anwendungs­relevanten Belastungsfalls

Der Einfluss verschiedener Parameter, wie z. B. die Frequenz, auf das Ermüdungsverhalten ist nicht nur für die Grundlagenforschung interessant. Die wahre Belastung von Produkten weicht oft von den Bedingungen ab, unter denen die Untersuchung der Lebensdauer von Elastomeren im Labor erfolgt. Es stellt sich die Frage, ob die üblicherweise im Labor verwendete sinusförmige Belastungskurve geeignet ist, Aussagen über das Verhalten des Werkstoffes und den meist komplizierteren Lastfällen von Produkten zu liefern. Um das zu untersuchen, wurde ein spezieller Produktlastfall ausgewählt. Die Lebensdauer unter einer anwendungsrelevanten Belastungskurve wurde ermittelt und mit den Resultaten unter sinusförmiger Belastung mit 1 Hz und 5 Hz verglichen. Die Probentemperatur wurde ebenfalls bestimmt und die Hystereseeigenschaften untersucht. Somit wurde der Einfluss der Frequenz und der Kurvenform unter wechselnder Zug-Druck-Belastung ermittelt. Die Lebensdauer zeigt keine deutlichen Unterschiede bei den verschiedenen Belastungen. Die Probentemperatur ist unter der sinusförmigen Belastung mit 5 Hz deutlich höher als unter den anderen Belastungskurven, was einen Einfluss auf die Materialeigenschaften zur Folge hat.


The influence of different load parameters, such as frequency, is investigated in regards to the fatigue behaviour of a real rubber product. The true load of products often deviates from the conditions under which the lifetime of elastomers is tested in the laboratory. The question arises whether the sinusoidal load curve, which is usually used in the laboratory, is suitable for delivering information on the behaviour of the material and the more complicated loading cases of rubber products. Therefore, a specific product loading case was selected. The fatigue life under an application-related load curve was determined and compared to the results under sinusoidal load with 1 Hz and 5 Hz. The sample temperature was also measured and the hysteresis properties were examined. Thus, the influence of frequency and wave form under alternating stress was investigated. The fatigue life shows no significant differences for the different load conditions. The sample temperature under the sinusoidal load at 5 Hz is significantly higher than under the other load curves, which has an effect on the material properties.

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240
Herstellung und Verarbeitung von sortenreinem Gummimehl im Labormaßstab

Gummimehl wurde im Labormaßstab hergestellt und nach Größenklassen in vier Kategorien zwischen < 425 µm bis 2 mm fraktioniert. Danach wurde das sortenreine Mehl wieder in die Frischkautschukmischung mit derselben Rezeptur eingemischt. Die Rezyklatmischungen wurden anschließend hinsichtlich des Einflusses der Partikelgröße untersucht und bei einer ausgesuchten Fraktion wurden Untersuchungen hinsichtlich des Einmischvorgangs durchgeführt. Trotz ausbleibender Verunreinigung und Sortenreinheit des Gummimehls wurde eine ausgeprägte Inhomogenität der Rezyklatmischungen festgestellt. Dies kann auf eine Diffusion des Vernetzungsmittels Schwefel in die Mehlpartikel zurückgeführt werden. Der Schwefelgehalt in der Matrix der Rezyklatmischung nimmt ab und es kommt im Vergleich zur Ausgangsmischung zu einer Abnahme der Vernetzungsdichte, wohingegen die Mehlpartikel stärker vernetzt sind. Die in früheren Untersuchungen festgestellte Abnahme des Payne-Effekts mit der Zugabe von Gummimehl bestätigt sich hier auch bei Verwendung von sortenreinem Mehl und tritt in der vorliegenden Untersuchung für große Mehlpartikel umso offensichtlicher in Erscheinung. Hierbei wird deutlich, dass dieser Effekt unabhängig vom verwendeten Mischaggregat (Kneter/Walze) auftritt.


Ground rubber was produced on a laboratory scale and was divided into four categories between < 425 µm to 2 mm. This ground rubber was then mixed again in varietal purity into the very same original raw compound using the identical formulation. The resulting compounds were investigated with respect to the influence of particle size and for a special category the mixing process was varied. Despite the absence of post-consumer contamination and the purity of the rubber grade, a pronounced inhomogeneity of the recycled compounds was found, which is attributed to the diffusion of the crosslinking agent sulfur into the particles. The matrix of the recyclate compound becomes poorer in sulfur content and experiences a decrease in crosslinking density compared to the original compound, whereas the ground rubber particles are more crosslinked. The decrease of the Payne-Effect as recognized in former investigations is also confirmed for pure ground rubber of the same origin. The present investigation shows that with increasing particle size this effect is more pronounced. It can also be seen that this is independent of the mixing aggregate used (internal mixer/mill).

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248
Praktische Aspekte zum Einfluss von acrylatbasierenden Schlagzäh­modifika­toren und gemahlenem Calciumcarbonat auf die Schlagzähigkeit von PVC

Schlagzähmodifikatoren und funktionale Füllstoffe sind unverzichtbare Additive für viele PVC-Anwendungen, wie etwa ­Fensterprofile, Wandverkleidungen oder Spezialrohre. Eine hohe Dosierung von funktionalen Füllstoffen ist meist aus Kostengründen von Vorteil, allerdings lässt die Schlagzähigkeit ab einer bestimmten Füllstoffdosierung stark nach. Der Einfluss funktionaler Füllstoffe bzw. der Einfluss von acrylatbasierenden Schlagzähmodifikatoren (AIM) wurden separat bereits in diversen Veröffentlichungen untersucht. Nach Kenntnis der Autoren gibt es nur eine Publikation, die die Kombination von AIM und ultra-fein gefälltem Calciumcarbonat berücksichtigt. Ziel der vorliegenden Veröffentlichung ist es herauszufinden, ob es eine optimale Dosierung von AIM in Kombination mit gemahlenem Calciumcarbonat (GCC) gibt. Dazu werden der Einfluss von Partikelgröße, Dicke der Hülle von Core-Shell-Schlagzähmodifikatoren sowie Einfluss des Partikelabstands von AIM- und GCC-Teilchen auf die Schlagzähigkeit untersucht. In einer späteren Arbeit soll untersucht werden, ob zwischen den Ergebnissen der Kerbschlagversuche nach Gardner und nach Charpy ein Zusammenhang besteht.


Impact modifiers and functional fillers are crucial additives for many PVC applications such as window profiles, sidings and some specialized pipe applications. A high dosage of functional filler is advantageous due to lower costs, however impact strength drops at a certain dosage of filler. Several publications deal with the single effect of either functional filler or acrylic impact modifier. According to the authors’ knowledge only one paper considered the combination of AIM and ultra-fine precipitated calcium carbonate (uPCC) and a synergy between ultra-fine PCC and impact modifier was proposed. The aim of this paper is to investigate if there is an optimum dosage of AIM and ground calcium carbonate (GCC). The influence of particle size and thickness of shell of core-shell modifiers and the influence of interparticle distance of AIM and of GCC particles on impact strength are determined. If there might be a mathematical connection between Gardner and Charpy impact tests, will be subject of further investigations.

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