GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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TTIP – Ja oder Nein?

Eine berechtigte Frage, nachdem kürzlich politische Schwergewichte wie B. Obama und A. Merkel doch unisono erklärt haben, TTIP sei gut und nutze uns allen? Die Frage ist be-rechtigt, erst recht nach den jüngsten, durch Greenpeace ermöglichten Veröffentlichungen des Rechercheverbunds von NDR, WDR und SZ, die nicht gerade Verhandlungen auf Augenhöhe und partnerschaftlicher Basis, sondern eher das knallharte Durchsetzen wirtschaftlicher Eigeninteressen vermuten lassen …


Es gibt viele „kleine“ Leute, die gar nicht so sicher einen Vorteil erwarten, sondern mehr Angst vor TTIP haben. Wer hat denn nun Vorteile?


Die deutschen Maschinenbauer, die eine deutsche und eine US-Version ihrer Maschinen bauen, die Geld sparen könnten, wenn sie nur eine Version herstellen müssten? Ob aber die Amerikaner die deutsche Version akzeptieren oder die Deutschen die amerikanische muss gefragt werden. Die Firma Fendt stellt beispielsweise Ackerschlepper her, die für Amerika mit anderen Aufnahmeeinrichtungen für Folgemaschinen versehen sind als für die deutschen Bauern. Bei einer einheitlichen Version würde das Unternehmen hunderte Millionen Euro sparen. Aber verschrotten die Deutschen ihre Folgemaschinen oder die Amerikaner ihre? Und bringen die Ersparnisse mehr Arbeitsplätze?


Bei vielen „kleinen“ Leuten ist die Angst vor genveränderten Landwirtschaftsprodukten sehr groß. Nun ist mir nicht bekannt, ob in Amerika Menschen durch Genmais oder Gensoja zu Schaden gekommen sind. Aber vielleicht sind es Langzeitfolgen, die man befürchten muss.


Deutsche Firmen haben AGB, die Liefer- und Zahlungsbedingungen festlegen. Große US-Unternehmen scheren sich aber einen Teufel darum und zahlen z. B. so, wie es ihren Unternehmensrichtlinien entspricht, manchmal erst nach einem Vierteljahr. Das kann natürlich manchen Lieferanten in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. Wenn es in diesen Fällen in der Zukunft zu einem Rechtsstreit kommt, dann soll dieser von einem geheimen Schiedsgericht entschieden werden. Keine Kontrolle durch Öffentlichkeit?


Der im Jahr 1933 verabschiedete „BAA“, Buy American Act, ist eine Verordnung, nach der amerikanische Behörden amerikanische Produkte kaufen müssen, selbst wenn sie teurer sind als ausländische. Der Preis von billigeren ausländischen Produkten wird von den Behörden um bis zu 50 % erhöht, damit die amerikanischen Produkte gewählt werden. Selbst wenn ausländische Firmen den Auftrag bekommen, so sind sie oft verpflichtet, die Produktion in die USA zu verlegen. Ob das mit TTIP geändert wird? Wenn man den Präsidentschaftskandidaten Trump hört, der selbstbewusst erklärt „Bei mir kommt Amerika immer zuerst“ – „America first“ – dann kann man diese Hoffnung streichen.


Die geheimen Schiedsgerichte sind das eigentliche und größte Problem von TTIP, nicht Chlorhühnchen und Genmais. Wenn man die Geheimniskrämerei betrachtet, mit der das Abkommen zwischen der „Generaldirektion Handel“ (Hauptverhandlungsführer der EU-Kommission) und dem „Office of the United States Trade Representative – USTR“ (Verhandlungsführung auf US-Seite) ausgehandelt und selbst den demokratisch gewählten Parlamentariern in den EU-Ländern nur nach Geheimhaltungsverpflichtung und anderen Auflagen Einblick in Verhandlungspapiere gewährt wird (über die sie später vielleicht doch entscheiden sollen), dann ist das nicht nur eine Skurrilität, sondern schon Realsatire, die man bei gleichberechtigten, souveränen Verhandlungspartnern nicht erwartet hätte.


Wenn TTIP ein „lebendes“, sich immer weiterentwickelndes Abkommen sein soll, dann dürfte es nicht über den staatlichen Gesetzen stehen, sondern müsste in diese eingebettet sein. Die Antwort auf die Anfangsfrage „TTIP – Ja oder Nein?“ kann man nur so beantworten: Ja, aber nur mit Offenheit und Fairness für alle Beteiligten.


Ihr Heinz Gupta

Bericht
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wdk-Branchenbericht – Die Kautschukindustrie 2015

Teil 1: Die Kautschukindustrie im Überblick

Schneller, höher, weiter waren die Forderungen, denen sich die Unternehmen der deutschen Kautschukbranche auch im zurückliegenden Jahr gestellt haben: Schneller Innovationen generieren und umsetzen. Höhere Umsätze und Ergebnisse erzielen. Weitere Märkte erschließen und global präsent sein. Die deutsche Kautschukindustrie hat dabei erneut ihre weltweit technologisch führende Position behauptet – auch wenn nicht in allen Einsatzgebieten von Kautschuk und Elastomeren das erwartete Umsatzwachstum realisiert werden konnte. Dies ist eine Kernaussage dieses Konjunkturrückblicks, der sich auf die Verbandsstatistiken des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) stützt. Die Herausforderungen für Unternehmen und Beschäftigte steigen. Um den nachfolgenden Blick in die Vergangenheit richtig in ein Gesamtbild zur Lage der Branche einordnen zu können, veröffentlicht der wdk parallel eine „Agenda 2022“, die einen qualifizierten Blick in die Zukunft des Wirtschaftszweiges wirft. Objektive Trends sind dabei die Beschleunigung der Innovations-, Fertigungs- und Logistikprozesse. Aber auch die Übernahme von weitergehenden Entwicklungsaufgaben im Rahmen der Wertschöpfungskette. Subjektive und schwierig abzuschätzende Trends betreffen den Weg, den die Gesellschaftssysteme nehmen, in die die Unternehmen eingebunden sind. Die Verbindung von Rohstofflieferanten, verarbeitender Industrie und industriellen Kunden muss durch Partnerschaft getragen sein, will man vor einem globalen Hintergrund die Position der deutschen Wirtschaft zumindest erhalten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat dazu Ende 2015 in seinem Positionspapier „Zehn Punkte für faire und nachhaltige Zulieferbeziehungen“ die wichtigsten Bedingungen formuliert. So sind weltweite Herausforderungen nur partnerschaftlich zu meistern, da „der Druck der Weltmärkte weiter zunehmen wird und die Zulieferbeziehungen kontinuierlich verändert. Diese strukturellen Veränderungen, die sich auch auf Standortentscheidungen auswirken, lassen sich nicht aufhalten. Sie müssen partnerschaftlich durch wettbewerbsfähige ­Prozesse gestaltet werden“. Diese Gestaltung ist zentrale Aufgabe des Branchennetzwerks der Kautschukindustrie, abgestützt auf ein Fundament von Ökonomie, Ökologie und Sozial­partnerschaft. Gute Vernetzung ist in jeder Hinsicht entscheidend für leistungsstarke Kautschuke und Elastomere.

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Polymere im Fokus - Von der 107. Tagung der DKG-Bezirksgruppe Rheinland-Westfalen

Auf dem Programm der 107. Tagung der DKG-Bezirksgruppe Rheinland-Westfalen am 15./16. März 2016 in Bad-Neuenahr stand das große Thema „Polymere“. Über 60 Teilnehmer folgten der Einladung von Bezirksgruppenleiter Gerd Hessel, Biesterfeld, und Schriftführerin Prof. Dr. Anke Blume, Evonik, und reisten in das beschauliche Kurstädtchen im Süden Kölns an.

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288
Elastomerforum 2016

Sexappeal durch 3D-Druck und selbstheilende Polymermaterialien

Am 25. Februar 2016 lud das Wissens- und Innovations-Netzwerk Polymertechnik (WIP) zum zweiten Elastomerforum mit dem diesjährigen Thema „Innovative Materialien und moderne Prüfmethoden“ an die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück ein. Das Vortragsprogramm wurde durch Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammengestellt und beleuchtete Themen zur Kautschukverarbeitung und Kunststofftechnik. Auch die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft e. V. (DKG) war vertreten und verlieh während der Veranstaltung den DKG-Förderpreis 2016. Der Einladung zur Tagung folgten dieses Jahr rund 60 Fachleute aus der Elastomerindustrie, die sich über Neuentwicklungen wie spezielle TPU mit selbstheilenden Eigenschaften, multifunktionelle Additive, 3D-Druck und Methoden zur Qualitätsprüfung von Mischungen und Vulkanisaten informieren konnten.

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312
Von der fünften „Wildauer Duromer-Tagung“ am 2. März 2016

Duromere, also hochvernetzte, unschmelzbare Polymere, sind so etwas wie die Stiefkinder der kunststoffverarbeitenden Industrie. Obwohl Duromere in ihren Eigenschaftsprofilen (fast) allen thermoplastischen Werkstoffen überlegen sind, gibt es eine Menge Vorbehalte, die einer weiteren Verbreitung entgegenstehen. Vorbehalte? Nur ein paar Beispiele: „Duromere? Da müsste ich ja etwas von Chemie verstehen – und Chemie ist Igitt!“, „Das Zeug könnte ja in meiner Maschine durchhärten – und dann?!“, „Duromere sind nicht schmelzbar, also nicht recyclingfähig – und somit nicht ‚nachhaltig‘!“, „Duromere gibt es seit mehr als 100 Jahren – das sind also keine modernen, ‚innovativen‘ Werkstoffe.“ Diese Vorbehalte sind sehr festsitzend („nachhaltig“) und alle Vorteile, auch die wirtschaftlichen, treten da in den Hintergrund. Höchste Festigkeitswerte, Steifigkeit, Schwerentflammbarkeit, Chemikalienresistenz – alles das wird von den Vorurteilen überstimmt. Dazu kommen mit Sicherheit einige Informationsdefizite zu den technischen, technologischen und wirtschaftlichen Vorteilen dieser Poly­merfamilie. Veranstaltungen wie die Wildauer Duromer-Tagung sind trotzdem eher die Ausnahme als die Regel, wenn man es mit dem fast schon überladenen Terminkalender der „Thermoplastiker“ vergleicht. Schade eigentlich, denn die fünfte Wildauer Duromer-Tagung hat beispielhaft gezeigt, dass es auch in dieser nur scheinbar reifen Werkstoffgruppe Neuigkeiten gibt und die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet sehr lebendig ist.

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Aufsatz
278
Untersuchung der Rheologie von EPDM in Gegenwart von Treibmittel

Um das rheologische Verhalten einer EPDM-Extrusionsmischung in Gegenwart von Treibmittel zu untersuchen, wurde eine Experimentalstudie durchgeführt. Die Änderung der Mischungsviskosität in Abhängigkeit von der Zeit wurde dabei unter Einsatz eines Platte-Platte-Rheometers bei konstanter Frequenz bestimmt. Aus den erhaltenen Daten wurde ein Modell gemäß Castro-Macosko abgeleitet. Zur Entwicklung dieses Modells diente ein nichtlineares Regressionsverfahren nach der Methode der kleinsten Fehlerquadrate entsprechend der von Hernández-Ortiz und Osswald vorgeschlagenen Vorgehensweise. Es ergab sich eine gute Übereinstimmung zwischen gemessenen und theoretischen Werten. Zur Ermittlung des Verarbeitungsfensters der Mischung wurden die Daten konstanter Viskosität in einem Zeit-Temperatur-Umwandlungsdiagram superponiert. Die Auswirkung von Vulkanisation und Verarbeitungstemperatur auf die rheologischen Eigenschaften wurden ebenfalls untersucht.


An experimental investigation has been made to study the rheological behaviour of an EPDM compound for extrusion containing blowing agent. The variation of the viscosity with time has been determined using a plate-plate rheometer at constant frequency. The data obtained have been modelled using the Castro-Macosko model. For developing the model a nonlinear least-squares regression method following the protocol proposed by Hernández-Ortiz and Osswald was applied. A good agreement between the data and the theoretical values was found and the values of constant viscosity were superposed in the time-temperature transformation diagram to determine the operational window for the compound. The effect of the vulcanization and the temperature of processing on the rheological properties have also been studied.

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282
Flüssigkautschuke als Coagenzien in peroxidisch vernetztem EPDM - Einfluss von Molekulargewicht und Vinylgehalt

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der Verarbeitbarkeit, der Steigerung der mechanischen Eigenschaften und der Reduzierung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) bei EPDM-Gummimischungen mittels Substitution von Standardcoagenzien durch Flüssigkautschuke wie Flüssigpolybutadien und Flüssig­isopren.


This paper discusses improving processing, increasing mechanical properties, and lowering volatile organic compounds (VOC) in thermoset EPDM rubber compounds by substituting standard coagents with liquid rubbers such as liquid polybutadiene and liquid isoprene.

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290
Mechanismus der CR-Vernetzung mit Ethylenthio­harnstoff und Zinkoxid

Es wurde eine Untersuchung zum Mechanismus der Vernetzung von Polychloropren durch Ethylenthioharnstoff in Kombination mit Zinkoxid durchgeführt. Dies wurde mit einer Überprüfung der Vernetzungsmechanismen von Polychloroprenkautschuk mit Ethylenthioharnstoff und Zinkoxid getrennt bzw. gemeinsam erreicht. Dabei kamen spektroskopische und physikalische Charakterisierungsverfahren zum Einsatz, um die Vernetzungsmechanismen von CR mit anderen Standardvulkanisationsbeschleunigern und Modellverbindungen – mit ETU-analogen Strukturen und Funktionalitäten – zu erforschen. Aus den Untersuchungen resultierte der Vorschlag zu einem neuen Mechanismus, nach dem ETU und ZnO Polychloropren synergistisch vernetzen. Zusätzlich wurden neue Hinweise gewonnen, die gleichzeitig bestehende Mechanismen, die schon zur Vernetzung von Polychloropren veröffentlicht wurden, untermauern.


An investigation into the mechanism by which ethylene thiourea crosslinks polychloroprene in combination with zinc oxide was undertaken. This was achieved through an examination of the mechanisms of crosslinking polychloroprene rubber with ETU and ZnO separately and in unison. Spectroscopic and physical characterisation techniques were employed to probe the crosslinking mechanisms of CR using other standard rubber accelerators and model compounds with analogous structures and functionalities to ETU. These investigations have resulted in the proposal of a new mechanism by which ETU and ZnO can synergistically crosslink polychloroprene, in addition to providing new evidence to support concomitant mechanisms already published for crosslinking polychloroprene.

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301
Auswirkung der Weichmacher­extraktion durch Kerosin auf einen NBR-Schlauch

Es wurden sieben Esterweichmacher in einer NBR-Kraftstoffschlauch-Mischung als Referenz in Bezug auf ihre Extraktionsbeständigkeit gegen Kerosin untersucht. Die Weichmacher unterschieden sich vor allem in ihrer chemischen Struktur ­(Polarität) und ihrem Molekulargewicht (monomer- gegen polymerartig). Die Zugabe von Weichmachern reduzierte Viskosität, maximales Drehmoment, Modul, Zugfestigkeit und führte zu verbesserten Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen. Die Einwirkung von Kerosin verursachte eine Extraktion von Weichmachern und resultierte aufgrund der Absorption aromatischer Komponenten aus dem Kraftstoff in einer Erweichung des Compounds. Die Glasübergangstemperatur verschob sich zu niedrigeren Temperaturen. Die Extraktionsbeständigkeit ließ sich durch Optimierung der Kompatibilität von Polymer und Weichmacher und durch Einsatz eines Weichmachers mit höherem Molekulargewicht verbessern. Die Verwendung des polymeren Weichmachers A-8600 verringerte den Verlust anderer flüchtiger Weichmacher und deutete damit das Vorliegen spezifischer Weichmacher-Weichmacher-Wechselwirkungen an. Aus der Gruppe der monomeren und polymeren Weichmacher zeigen Trioctyltrimellitat (TOTM) bzw. A-8600 die beste Kombination aus weichmachenden Eigenschaften und Extraktionsbeständigkeit.


Seven ester plasticizers were evaluated in a reference NBR rubber fuel hose compound with respect to extractability resistance to jet fuel. Plasticizers differed primarily in chemical structure (polarity) and molecular weight (monomeric versus polymeric). Plasticizer addition lead to lower viscosity, maximum torque, modulus, tensile strength and enhanced low temperature properties. Exposure to jet fuel caused plasticizer extraction resulting in compound softening due to absorption of the aromatic components in the fuel. The glass transition temperature shifted towards lower temperatures. Extraction resistance is enhanced by optimizing poly­mer-plasticizer compatibility and by using a higher molecular weight plasticizer. The use of the polymeric plasticizer A-8600 lowers the loss of other fugitive plasticizers indicating the presence of specific plasticizer-plasticizer interactions. Of the monomeric and polymeric plasticizers, Trioctyl Trimellitate (TOTM) and A-8600 respectively, display the best combination of plasticizing ability and extraction
resistance.

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