GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Ausgabe 06 | 2019

Anzeigenkunde

Editorial
235
Gedruckt oder Digital?

tl;dr (too long; didn’t read) ist im Internet-Slang eine häufige Antwort auf einen als zu lang empfundenen Beitrag1. Während in der digitalen Kommunikation, insbesondere in den sozialen Medien, die Verkürzung das Maß der Dinge zu sein scheint, ist andererseits seit einigen Jahren ein Trend zu sogenannten „Longreads“, also langen substanziellen Texten, zu beobachten. Entgegen früherer Annahmen werden diese auch zunehmend auf Bildschirmen gelesen, denn Smartphones und andere digitale Lesegeräte bieten längst Darstellungsformen, in denen das bequem möglich ist. Wenn Ihnen für komplexe Sachverhalte trotzdem das Papier lieber ist, sind Sie keinesfalls altmodisch sondern bestätigen genau die Ergebnisse der europäischen Forschungsinitiative E-READ (Evolution of Reading in the Age of Digitisation2).

Fast 200 Wissenschaftler aus den Forschungsbereichen Lesen, Schreiben und Publizieren haben in den vergangenen vier Jahren untersucht, wie sich die Digitalisierung auf die Lesepraxis auswirkt. Im Januar 2019 haben sie die wichtigsten Ergebnisse in der Stavanger-Erklärung veröffentlicht3.

Lange informative Texte werden tatsächlich besser verstanden, wenn sie auf Papier gelesen werden, insbesondere wenn der Leser unter Zeitdruck steht! Offenbar neigen Leser am Bildschirm dazu, ihre Verständnisfähigkeiten zu überschätzen und lassen sich leichter dazu verleiten, Texte nur zu überfliegen. Das gilt auch oder sogar gerade dann, wenn sie sich zu den Digital Natives zählen. Denn die Unterlegenheit des Bildschirms als Lesemedium scheint unabhängig von Altersgruppe und vorheriger Erfahrung mit digitalen Medien eher zu- als abzunehmen. Offenbar trägt das, was die Wissenschaftler als „embodied cognition” bezeichnen (wie und was wir lernen, wissen und können hängt von unserem gesamten Körper ab), entscheidend zum Verstehen und Behalten der Inhalte bei. Sicher haben Sie diese Erfahrung auch schon gemacht: Bestimmte Textpassagen oder Abbildungen werden mit ihrer Position auf der Seite, aber auch innerhalb einer Zeitschrift oder einen Buches verknüpft. Erinnert man sich an den Ort, erinnert man sich auch besser an den Inhalt und findet ihn schneller wieder.

Blättern Sie also weiter nach Herzenslust in gedruckten Zeitschriften! Selbst wenn Sie die Texte dort nur überfliegen, werden Sie vermutlich mehr behalten, als wenn Sie das am Bildschirm tun!

Ihre
Christine Rüdiger
c.ruediger@gupta-verlag.de

 

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Abk%C3%BCrzungen_(Netzjargon)#T
2 ereadcost.eu
3 http://ereadcost.eu/stavanger-declaration/

Bericht
246
Zirkularität bei Kunststoffen – PlasticsEurope Fachpressetag

Nachhaltigkeitsthemen und Initiativen gegen Plastikmüll in der Umwelt dominierten am 28. März 2019 die Agenda des diesjährigen Fachpressetags von PlasticsEurope. Einmal im Jahr lädt der Kunststofferzeuger-Verband deutschsprachige Medienvertreter aus Mittel- und Osteuropa zum Pressegespräch nach Frankfurt ein, um über die wirtschaftliche Entwicklung von Branche und Werkstoff zu berichten. In diesem Jahr waren Fachjournalisten aus Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn gekommen. 

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247
Entwicklung eines angepassten Simulationsansatzes zur Berechnung der Eigenschaften gefüllter Polymersysteme – IPF-Doktorandenpreis für Jan Domurath

Der Verein zur Förderung des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) verleiht seinen diesjährigen Doktorandenpreis an Dr. Jan Domurath für seine Dissertation „Stress and strain amplification in non-Newtonian fluids filled with spherical and anisometric particles“.

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248
Neue Verfahren für die Kunststoffe von morgen – Erfolgreiche Compoundingprojekte am Kunststoff-Zentrum (SKZ)

Durch die richtige Auswahl und Zusammenstellung der Rezeptur von Grundpolymeren, Füllstoffen und Additiven können Compounds mit maßgeschneiderten Eigenschaften hergestellt werden. Fast jeder Kunststoff durchläuft deshalb einmal in seinem Lebenszyklus eine Compoundiermaschine. In diesem Aufbereitungsschritt entscheidet die eingesetzte Verfahrenstechnik über die technische Machbarkeit und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Produkts. Damit alle Anforderungen erfüllt werden können, forscht das SKZ in Würzburg intensiv an Verfahrensvarianten für das Compoundieren und ebnet damit den Weg für neue und verbesserte Verfahren zur Aufbereitung von Kunststoffen. 

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248
Umfrage zur Bedeutung von EPDM bei der Gebäudeabdichtung

Gebäudeabdichtungen und Dachbahnen aus EPDM kommen seit 50 Jahren in Europa zum Einsatz. Und bereits vor 15 Jahren stellte der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) in Zusammenarbeit mit dem Kunststoffzentrum (SKZ) die hervorragende Reißdehnung des Baumaterials fest und attestierte sachgerecht verlegten EPDM-Bahnen unter mitteleuropäischem Klima eine Gebrauchsdauer von weit mehr als 50 Jahren. Wie schätzt nun die heutige Bauplanungsbranche EPDM als Baustoff ein?

 

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250
Die Kautschukindustrie 2018/2019 – Der neue Branchenbericht des wdk liegt vor

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) hat seinen aktuellen Branchenbericht vorgestellt. Wie der Verband darin mitteilte, hat die deutsche Kautschukindustrie in den zurückliegenden zehn Jahren ihre weltweit führende technische Kompetenz weiter ausgebaut, Strukturdefizite behoben, ihre Internationalität gesteigert und sich Nachhaltigkeitsanforderungen in den globalen Wertschöpfungsketten gestellt. Dennoch bewerteten die Unternehmen der Branche zu Beginn des Jahres 2019 ihre wirtschaftliche Zukunft als ungewiss. Der Verband findet angesichts der derzeitigen öffentlichen Diskussionen in der Einleitung zum Branchenbericht deutliche Worte und ruft Behörden, Politik und Presse dazu auf, sich aus der „Ideologie-Ecke“ zu begeben und den Dialog zu suchen. Die deutsche Kautschukindustrie verstehe sich als Dialogpartner. Weiter heißt es, dass eine wirtschaftlich überlebbare Transition sich nicht durch Diktate oder Ausgrenzung der Fachleute aus der Industrie definieren lasse. Die Gummiindustrie sei, so bekräftigt der Verband, auch Träger des technischen Überlebens und der wirtschaftlichen Stabilität unseres Staates. Im folgenden wdk-Branchenbericht sind wichtige Eckdaten der Kautschukindustrie sowie Einschätzungen, Kommentare und Analysen der Experten des Verbands zusammengetragen.

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263
Kunststofferzeuger in Deutschland in herausforderndem Umfeld – PlasticsEurope vermeldet für 2018 zurückgehende Produktionszahlen

Ein Abschwung bei den Abnehmerbranchen und der Weltwirtschaft haben Spuren bei der Produktion der deutschen Kunststofferzeuger hinterlassen. So konnte die kunststofferzeugende Industrie 2018 aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes nicht an die gute Entwicklung der Vorjahre anknüpfen. Dies erklärte Dr. Michael Zobel, Vorsitzender von PlasticsEurope Deutschland e. V., beim Wirtschaftspressegespräch Mitte Mai in Wesseling bei Köln. Zobel zufolge verlief der Start in das Jahr 2018 noch positiv, doch spätestens mit der zweiten Jahreshälfte drehte sich der Trend deutlich ins Minus. Am Ende sank die Produktion von Kunststoff im Jahr 2018 um 3,1 % (2017: +3,7 %) auf 19,3 Mio. t. Der Umsatz stieg moderat um 1,1 % auf 27,4 Mrd. EUR.

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Aufsatz
264
Mechano-adaptive Verbundwerkstoffe für Anwendungen in Zukunftstechnologien

Zukunftstechnologien wie Robotertechnologie, autonome Fahrzeuge und künstliche Intelligenz erfordern zunehmend neue, leichte, aktive und intelligente Materialien. Mit Formgedächtnislegierungen, magneto-rheologischen Elastomeren oder dielektrischen Elastomeren gibt es bereits eine Reihe von potenziellen Materialien für futuristische Anwendungen. In diesem Beitrag liegt der Fokus auf neuen Materialien, die als mechano-adaptive Verbundwerkstoffe bezeichnet werden. Diese Materialien sind bisher kaum erforscht, aber durch ihre Eigenschaften und Fähigkeiten für zukünftige Anwendungen sehr vielversprechend.


Futuristic concepts of robotics, autonomous vehicles, and artificial intelligence will replace heavy machines with light weight, active and smart materials. Already, a lot of smart materials (shape memory alloys, magneto-rheological elastomers, dielectric elastomers, etc.) have emerged as potential materials for several futuristic concepts. In this article, the focus is given to special and novel smart materials known as mechano-adaptive composites, which are still under research, but promise huge capabilities and applications in the future.

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268
Entwicklung von Scale-Up-Regeln für kaltgefütterte Kautschukstiftextruder – Teil 2: Experimentelle und simulative Validierung

Die Anwendung von Scale-Up-Regeln für den Extrusionsprozess bringt viele Vorteile mit sich. Sei es die Reduzierung von kostenintensiven Untersuchungen auf Produktionsanlagen oder die Entwicklung von neuen Rezepturen für individuelle Produkte. Für den klassischen Extrusionsprozess sind Scale-Up-Regeln existent und werden auch angewendet. Unter anderem lassen sich für eine Schnecke Länge, Kanaltiefe und Drehzahl berechnen. Für einen Stiftextruder können diese Regeln ebenfalls angewendet werden, jedoch muss hierbei die Stiftebene zusätzlich betrachtet werden. Die Anzahl und die Geometrie der Stifte (Länge und Durchmesser) müssen auch mit der Größe der Extruder hochskaliert werden. Basis bildet die Annahme einer konstanten Mischgüte im Start- und Zielprozess. In Teil 1 des Beitrags (GAK Gummi Fasern Kunststoffe 04/2019) wurde der analytische Ansatz, der den Scale-Up-Regeln zugrunde liegt, vorgestellt. Der Fokus von Teil 2 liegt auf den experimentellen und simulativen Validierungen.


The use of scale-up rules for the extrusion process has many advantages. This includes the reduction of cost-intensive investigations on production lines as well as the development of new recipes for individual products. For the classical extrusion process, scale-up rules do already exist and are also applied. Among other things, length, channel depth and speed can be calculated. These rules can also be applied to a pin extruder, but the pin level must be considered as well. The number and geometry of the pins (length and diameter) has to be scaled with the size of the extruder. The process is based on the assumption of a constant mixing quality in the start and target process. These rules are developed from an analytical approach and subsequently validated by experiments and simulations. The analytical approach has been described in part 1 of this article (GAK Gummi Fasern Kunststoffe 04/2019). In this part, the validation studies and their results are discussed in detail.

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Systematische Untersuchung des Einzugsverhaltens und der Mastikation im Innenmischer zur Ermittlung einer Abhängigkeit zwischen Prozessparametern und resultierenden Kautschukeigenschaften

Bei der Herstellung von Kautschukmischungen in diskontinuierlich arbeitenden Innenmischern hängen die Eigenschaften des Endproduktes sowie die Wirtschaftlichkeit des Prozesses neben der Mischungszusammensetzung in hohem Maße von der Prozessführung bei der Mischungsaufbereitung ab. Daher ist die funktionale Beschreibung des Einflusses der Prozessparameter auf die Mischungseigenschaften und die Prozesseffizienz von großer Bedeutung. Um den Mischprozess zukünftig optimal steuern zu können, wird im IGF-Forschungsvorhaben 19418N der Forschungsvereinigung Kunststoffverarbeitung basierend auf experimentellen Untersuchungsergebnissen ein datengetriebenes Modell erstellt. Nachfolgend werden Untersuchungen vorgestellt, die darauf zielen die Einzugsphase und die Mastikation zu charakterisieren. Zum einen werden unterschiedliche Volumenströme, die während der Einzugsphase auftreten, beschrieben. Zum anderen werden die Leistung während der Mastikationsphase, die Kautschuktemperatur nach Auswurf der Mischung aus der Mischkammer und die Mooney-Viskosität nach der Mastikation diskutiert.


The compound characteristics, the properties of the final product and the cost-effectiveness of the production process of rubber compounds in discontinuous internal mixers depend to a large extent on the process control during compounding. Thus, the functional description of the influence of the process parameters on compound properties and process efficiency is of great importance. In order to be able to optimally control the mixing process, a data-driven model based on experimental investigation results is being developed in the 19418N IGF research project of 19418N of Forschungsvereinigung Kunststoffverarbeitung in Germany. Here investigations are presented which aim at characterizing the feeding phase and the mastication. Volumetric flows occurring during the feeding phase are described. The performance during the mastication phase, the rubber temperature after ejection from the mixing chamber and the Mooney viscosity after mastication are discussed.

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