GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
235
Wer sich im Kreis dreht,

macht in der Regel keinen Fortschritt. Die im Kreis geführten Materialien aus der Kautschuk- und Kunststoffindustrie gelten allerdings als innovativ und die Technologien, die dies ermöglichen, ebenso. Die Industrie setzt nicht erst seit gestern ihre Innovationskraft für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ein, fordert dafür aber auch die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Denn nur durch Innovationen lassen sich die ehrgeizigen politischen Nachhaltigkeitsziele auch umsetzen.

Das beschreibt Dr. Tina Buchholz, Referentin bei PlasticsEurope Deutschland e. V., in ihrem Beitrag zum Green Deal der EU: „Nahezu alle Maßnahmen des Green Deal haben unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten der Kunststoffindustrie. Zugleich ist unsere Industrie mit ihren zahlreichen innovativen Prozessen und Produkten Wegbereiter für mehr Nachhaltigkeit – und damit auch für das Gelingen des Green Deal.“ (S. 246). CreaCycle, EPC Engineering & Technologies und Lömi drängen in einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier zum werkstofflichen Recycling auf die Verbesserung der aktuellen Terminologie der relevanten Abfallrichtlinien. (S. 250).

In dieser Ausgabe haben wir außerdem eine ganze Reihe von Forschungsprojekten und Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft versammelt. So bündeln z. B. sieben Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft im Leitprojekt Waste4Future ihre Kompetenzen, um durch Anpassungen in den Wertschöpfungsketten, von der Rohstoffbasis über die Stoffströme und Verfahrenstechnik bis zum Ende des Lebenszyklus eines Produkts neue Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft mit klimaneutralen Prozessen zu entwickeln (S. 252).

Im Projekt BioSinn hat das nova-Institut gemeinsam mit dem Projektpartner Institut für Kunststofftechnik der Universität Stuttgart und einem Projekt-Beirat aus Vertretern der Industrie, Wissenschaft und Politik untersucht, bei welchen Kunststoffprodukten der biologische Abbau eine sinnvolle End-of-Life-Option ist (S. 248). Am IKK – Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universität Hannover ermöglicht die Kooperation mit Erema nun umfangreiche Forschungsarbeiten rund um das Thema Kreislauftechnik (S. 271).

Das Deep-Tech-Startup IonKraft, eine IKV-Ausgründung, beschäftigt sich mit der Entwicklung und Produktion eines Reaktors, der Kunststoffverpackungen beschichtet und mit einer chemisch beständigen Barrierefunktion ausstattet. Die die dabei angewandte Plasmatechnologie macht die Verpackungen leichter recycelfähig und kann so Multimateriallösungen ersetzen (S. 239).

Und seit April 2021 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem VIP+-Projekt NoChrom ein umweltfreundliches Galvanikverfahren für die industrielle Anwendung in dem Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) gemeinsam mit Kollegen am Institut für Oberflächentechnik der Hochschule Zittau-Görlitz und dem Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH (KUZ) zusammenarbeiten (S. 272).

In unseren Fachaufsätzen geht es diesmal um die Herstellung von vulkanisierten Probekörpern parallel zur Rheometerprüfung (S. 256) und die Analyse von Einflussparametern auf die Mischqualität bei Fertigmischprozessen im Innenmischer (S. 264).

Viel Spaß beim Lesen!
Christine Rüdiger

Bericht
246
Green Deal: Eine Herausforderung für die Kunststoffindustrie

Nahezu alle Maßnahmen des Green Deal haben unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten der Kunststoffindustrie. Zugleich ist unsere Industrie mit ihren zahlreichen innovativen Prozessen und Produkten Wegbereiter für mehr Nachhaltigkeit – und damit auch für das Gelingen des Green Deal.

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248
Bei welchen Kunststoffprodukten ist der biologische Abbau eine sinnvolle End-of-Life-Option? – Projekt BioSinn identifiziert relevante Anwendungen

Mit einem Workshop ist Ende April 2021 nach eineinhalb Jahren Projektlaufzeit das Projekt BioSinn zu Ende gegangen. In dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projekt untersuchte das nova-Institut gemeinsam mit dem Projektpartner Institut für Kunststofftechnik der Universität Stuttgart und einem Projekt-Beirat aus Vertretern der Industrie, Wissenschaft und Politik für welche Kunststoffprodukte der biologische Abbau eine sinnvolle End-of-Life-Option sein kann. Das Marktvolumen dieser Anwendungen wurde in Deutschland auf etwa 170.000 Tonnen im Jahr geschätzt.

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250
Werkstoffliches Recycling in der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe – eine kritische Bestandsaufnahme

Um die Diskussion zur Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe auf eine faktenbasierte Ebene zu heben, haben die CreaCycle GmbH, die EPC Engineering & Technologies GmbH und die Lömi GmbH ein Positionspapier entwickelt, das alle an diesem Thema Beteiligten anspricht. Sie drängen darin auf die Verbesserung der aktuellen Terminologie der relevanten Abfallrichtlinien. Dabei sollten die neuesten verfügbaren Technologien für das Kunststoffrecycling, wie die lösemittelbasierte Aufbereitung, einbezogen werden. Sie schlagen eine EU-Richtlinie speziell für Kunststoffabfälle vor, die eine Verwertungshierarchie auf der Grundlage physikalischer und chemischer Prozesse ermöglicht. Darüber hinaus spricht das Papier den Bedarf an verbesserten Sortiermöglichkeiten für das werkstoffliche Recycling und einen regulatorischen Rahmen an, der sicherstellt, dass die End-of-Life-Kosten berücksichtigt werden. Schließlich fordert das Papier die Anerkennung und Einbeziehung der lösungsmittelbasierten Reinigung/Auflösung als werkstoffliches Recycling für die Berechnung der Recyclingquote.

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251
Continental baut Engagement für Nachhaltigkeit in der Lieferkette von Naturkautschuk aus

Continental und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben eine deutliche Erweiterung ihres im Jahr 2018 gestarteten Projekts zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit der Lieferkette von Naturkautschuk im indonesischen West-Kalimantan auf Borneo beschlossen.

252
Fraunhofer-Leitprojekt Waste4Future – Neue Wege für Kunststoff-Recycling

Eine nachhaltige Gesellschaft mit klimaneutralen Prozessen benötigt erhebliche Anpassungen in den Wertschöpfungsketten, die nur durch Innovationen möglich werden. Sieben Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft bündeln im Leitprojekt Waste4Future ihre Kompetenzen, um neue Lösungen für dieses Ziel zu entwickeln, von der Rohstoffbasis über die Stoffströme und Verfahrenstechnik bis zum Ende des Lebenszyklus eines Produkts. Insbesondere wollen sie die Energie- und Ressourceneffizienz beim Einsatz von Kunststoffen erhöhen und somit den Weg ebnen für eine Chemieindustrie, die weniger fossile Rohstoffe benötigt und weniger Emissionen verursacht.

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253
90 Jahre Polystyrol

Vor 90 Jahren wurde das erste gebrauchsfertige Polystyrol produziert. Polystyrol war eines der ersten kommerziell erhältlichen Polymere und hat eine Reihe von Produkten ermöglicht hat, die uns im Alltag täglich begegnen. Dieses Polymer bildet die Geschäftsgrundlage des Kunststoffanbieters Ineos Styrolution, dessen Portfolio Styrolmonomere, Polystyrol, ABS und Styrolspezialitäten umfasst.

254
Anlagentechnik zur Herstellung von O-PVC-Rohren – Optimal abgestimmte Plug-and-Play-Lösungen dank langjähriger Partnerschaft zwischen battenfeld-cincinnati und Molecor

Die spanische Fa. Molecor Tecnologia SL aus Loeches Madrid ist nicht nur Verarbeiter und stellt O-PVC-Rohre in einem großen Dimensionsbereich selbst her, sondern bietet als Maschinenbauer auch gemeinsam mit der battenfeld-cincinnati Austria GmbH aus Wien die passenden Komplettlinien zu ihrer Herstellung an. „Von uns erhält der Kunde eine direkt einsatzfähige Plug-and-Play-Lösung“, erklärte Gernot Dorn, Verkaufsleiter PVC bei battenfeld-cincinnati Austria, den Vorteil der Kooperation mit Molecor.

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255
PlasticsEurope Deutschland: Vorsichtiger Optimismus

Der Verband der Kunststofferzeuger PlasticsEurope Deutschland hat bei seinem jährlichen Wirtschaftspressegespräch am 6. Mai 2021 die jüngsten Erwartungen der Branche bestätigt: Die Kunststoffproduktion in Deutschland ging im Jahr 2020 – in Anbetracht der Pandemie – um 1,6 % zurück. Um auch weiterhin resilient und wettbewerbsfähig zu bleiben, will die Kunststoffbranche zum Treiber von nachhaltiger Produktion und Kreislaufwirtschaft werden, so das generelle Fazit der Veranstaltung.

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270
30 Jahre DKG-Regionalgruppe Ost – Von der virtuellen Jubiläumstagung am 22. und 23. April 2021

Eigentlich war zur Feier des 30jährigen Bestehens der am 17. Oktober 1990 in Schkopau gegründeten DKG-Regionalgruppe Ost eine besonders festliche Tagung im Quedlinburg geplant. Durch die Corona-Pandemie musste die Jubiläumsveranstaltung auf 2021 verschoben werden und konnte auch in diesem Jahr nur online stattfinden. Dank der guten Organisation war aber sogar ein Get-Together möglich.

271
Neue Recyclinganlage gibt Startschuss zur Entwicklung von Kreislauflösungen für Kunststoffe

Am IKK – Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universität Hannover hat die praktische Kooperation mit dem Kunststoffrecyclinganlagen- und Systemkomponentenhersteller Erema Engineering Recycling Maschinen und Anlagen GmbH begonnen. Damit können nun umfangreiche Forschungsarbeiten rund um das Thema Kreislauftechnik können starten.

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272
VIP+-Projekt NoChrom: Ein umweltfreundliches Galvanikverfahren für die industrielle Anwendung

Seit April 2021 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen seiner Fördermaßnahme "Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP+" für drei Jahre das Transferprojekt „NoChrom2: Chrom(VI)-freies Verfahren zur galvanischen Metallisierung von Kunststoffteilen“.

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Aufsatz
256
Herstellung von vulkanisierten Probekörpern parallel zur Rheometerprüfung

Mischungsprüfungen in der Entwicklung und Serienüberwachung sind aufwändig und können zu entsprechend langen Regelkreisläufen führen. Speziell die Prüfkörperherstellung ist hierbei häufig ein entscheidender Faktor für die Dauer des Regelkreislaufes, die Qualität der Prüfergebnisse und die damit verbundenen Prüfkosten. Im Folgenden wird ein Konzept zur Nachrüstung von vorhandenen bzw. Aufrüstung neuer Rheometer/RPA vorgestellt, bei dem die Herstellung von vulkanisierten Probekörpern ohne zusätzlichen zeitlichen Aufwand parallel zur obligatorischen Rheometerprüfung erfolgt.


Compound tests in development and series monitoring are complex and can lead to correspondingly long control loops. Especially the preparation of specimen is often a decisive factor for the duration of the control loop, the quality of the test results and the associated test costs. In the following, a concept for retrofitting existing or upgrading new rheometers / RPA is presented, in which the production of vulcanized specimen is carried out in parallel with the obligatory rheometer testing without additional time expenditure.

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264
Analyse von Einflussparametern auf die Mischqualität bei Fertigmischprozessen im Innenmischer

Die Herstellung von Fertigmischungen in der Kautschukindustrie erfolgt überwiegend in diskontinuierlich arbeitenden Innenmischern. Die Qualität des Mischergebnisses ist dabei neben der Rezepturgestaltung auch von verschiedenen Prozessparametern und der Steuerung des Mischprozesses abhängig. Zur Beschreibung des Einflusses einzelner variierbarer Prozessparameter auf die Mischqualität werden deshalb innerhalb eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Kooperationsprojekts an der Universität Siegen Einflussgrößen auf das Fertigmischen identifiziert. Anhand von Ergebnissen umfangreicher praktischer Versuchsreihen wird die Distribution des Tracers Zinkoxid als Maß für die Misch- bzw. Verteilungsgüte in Abhängigkeit der einzelnen Prozessparameter analysiert. Der Vergleich der Mischqualität der einzelnen Prozessparameter in Bezug auf eine maximal erreichbare und geforderte Mischgüte bietet die Möglichkeit die Einflüsse der einzelnen Prozessparameter zu beschreiben.


In the rubber and elastomer industry the production of final batches takes mainly place in discontinuous internal mixers. The quality of mixing depends on the compound recipe, various process parameters and the control of the mixing process. In order to describe the influence of individual, variable process parameters on the mixing quality, influencing factors on final mixing are identified within a cooperation project funded by the Federal Ministry for Economic Affairs and Energy (BMWi) at the University of Siegen. Based on the results of extensive practical tests, the distribution of the tracer zinc oxide is described as a degree of distribution and mixing quality depending on the individual process parameters. This mixing quality compared with a maximum achievable one, offers the possibility to describe the influences of the process parameters on the mixing result.

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Buchbesprechung
273
Plastics Flammability Handbook – Principles, Regulations, Testing and Approval – 4. Auflage erschienen

Die umfassend überarbeitete und erweiterte vierte Auflage des „Plastics Flammability Handbook – Principles, Regulations, Testing and Approval“ von Jürgen Troitzsch und Edith Antonatus ist nun bei Hanser erschienen. Die 3. Auflage stammt aus dem Jahr 2004. Die Autoren beschreiben in der vorliegenden englischsprachigen neuen Ausgabe vor allem den heutigen aktuellen Stand der Normung im Bereich verschiedener Kunststoffe und deren internationalen Märkte.