PU Magazin

Editorial
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Lassen Sie uns über Fortschritt sprechen …

Als Kölner schaue ich derzeit neugierig hinüber in die „verbotene Stadt“ Düsseldorf. Dort wurde vor kurzem ein sogenanntes Verweilverbot für einzelne Stadtgebiete an den Wochenenden ausgesprochen, um der Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzutreten. Auf der Rheinuferpromenade zum Beispiel sind die Menschen per städtischer Verordnung dazu angehalten, in Bewegung zu bleiben. Kein Stehenbleiben, um die grandiose Aussicht zu genießen, kein gemütliches Verweilen auf einer der vielen Bänke ... Nein, wer still steht, für den kann es richtig teuer werden. Deshalb gilt es Stillstand unter allen Umständen zu vermeiden. Was derzeit Maxime für den rheinländischen Mikrokosmos ist, gilt natürlich auch für unsere Industrie. Auch hier kann Stillstand teuer werden. Die Industrie wurde durch die Coronakrise zwar ausgebremst und musste in weiten Teilen Produktionsverluste hinnehmen, selbst die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden vielerorts gekürzt, aber zum Stillstand kam es nicht. In dieser Ausgabe des PU Magazins haben wir wieder viele gute Beispiele für den Fortschritt und neue Entwicklungen bei den Polyurethanen zusammengetragen.

Über die immensen Fortschritte, die sein Verband bei der praxisnahen Umsetzung der im August 2020 beschlossenen Diisocyanat-Richtlinie der EU gemacht hat, berichtet Klaus Junginger, Geschäftsführer des FSK - Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. im Interview mit dem PU Magazin. Der Verband hat für die anstehenden notwendigen Schulungsmaßnahmen ein umfassendes und leistungsfähiges Lern-Management-System konzipiert und geht mit einem Pilotprojekt im Mai an den Start.

Eine neuartige permanente Trennbeschichtung auf einem Stahlwerkzeug wird von Philipp Surray und seinem Team von IKV und IFAM vorgestellt. Im Rahmen eines IGF-Kooperationsprojekts konnte erfolgreich die Technikumsreife dieser trockenen Entformung nachgewiesen und so ein großer Schritt weiter in Richtung einer nachhaltigen PU-Verarbeitung aufgezeigt werden. Markus Seidl-Nigsch von der Fa. Getzner und sein Team weihen uns in die physikalisch-chemischen Grundlagen eines innovativen hochdämpfenden Polyurethanelastomers ein, die ein zielgerichtetes Werkstoffdesign ermöglichen. Wie man mit neuartigen Rußmasterbatches thermoplastische Urethanelastomere und andere TPE wirkungsvoll antistatisch ausrüstet ohne Einbußen bei mechanischen Eigenschaften oder Härte zu riskieren, erläutert uns Matthias Hübner von der Fa. Caparol.

Eine besondere Freude ist es mir übrigens, gleich zwei der begehrten Marktstudien von Angela Austin in diesem Heft veröffentlichen zu dürfen. Unsere im In- und Ausland etablierte PU-Expertin fasst für uns das Geschehen auf den europäischen Weichschaummärkten 2019 – 2020 zusammen und wirft einen Blick auf den aktuellen Weichschaummarkt in der Türkei.

A propos Düsseldorf – als überzeugter Kölner vermeide ich es eigentlich ganz gern, meinen Fuß in die Landeshauptstadt zu setzen. Eine Ausnahme allerdings werde ich im Oktober 2022 machen, wenn die Weltleitmesse K ihre Tore öffnet. Die Covid-19-Pandemie und mit ihr das Verweilverbot am Rheinufer werden dann längst Geschichte sein. Auch Polyurethanwerkstoffe werden auf der weltweit bedeutendsten Fachmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie wieder prominent vertreten sein und die Reise nach Düsseldorf zu einem lohnenden Erlebnis machen. Sogar für mich!

Viele Grüße
Ihr Wolfgang Friederichs

Interview
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REACH – Restriktion von Diisocyanaten – Eine praxisnahe Umsetzung des FSK in Zusammenarbeit mit der Branche

Interview mit Klaus Junginger, Geschäftsführer des FSK - Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V.

Im August 2020 hat die EU die Restriktion von Diisocyanaten beschlossen. Demnach müssen künftig alle Verwender von Diisocyanaten zum sicheren Umgang mit der Chemikalie geschult werden. Welche Auswirkungen diese neue Regulierung auf die Branche hat, erläutert im Interview FSK-Geschäftsführer Klaus Junginger

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Bericht
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Der PU-Weichschaummarkt in Europa 2019-2020

Obwohl das Jahr 2020 sehr gut und mit starken Verkaufszahlen begonnen hatte, sorgte die Corona-Pandemie in der PU-Weichschaumindustrie schon bald für einen abrupten Einbruch. Im Jahr 2019 wurden in den 28 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, der Schweiz, Albanien, Weißrussland, Bosnien, Kasachstan, Kosovo, Serbien, Mazedonien, Ukraine, Russland und der Türkei insgesamt fast 1,74 Mio. t PU-Weichschaum produziert, wie aus den von Labyrinth Research & Markets Ltd und Belvedere and Partner Ltd im Auftrag von Europur erhobenen Marktdaten hervorgeht. Insgesamt war 2019 ein recht erfolgreiches Jahr für die Weichschaumindustrie, insbesondere in den Bereichen Matratzen und Möbel. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie ließ jedoch mit fallender Fahrzeugproduktion weiterhin nach.

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Die Weichschaumindustrie in der Türkei

Die Türkei ist nach Polen der zweitgrößte Schaumstoffproduzent in Europa. Obwohl es viele Schaumstoffhersteller im Land gibt, wird die Produktion von vier großen Herstellern dominiert. Die wichtigsten Endverbrauchermärkte sind die Möbel- und Bettwarenbranche sowie die Automobilindustrie. Derzeit sieht sich die türkische Schaumstoffindustrie mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, darunter eine schwächelnde Inlandsnachfrage, eine schwache Tourismusindustrie, hohe Inflationsraten und eine Abwertung der türkischen Lira.

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geba: Digitalisierung der Produktion

Die Fa. geba Kunststoffcompounds GmbH in Ennigerloh hat ein Transferprojekt zur Digitalisierung der Produktion mit dem Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM durchgeführt. Den Gedankenanstoß erhielt geba von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung des Kreises Warendorf im Jahr 2019. Sie boten einen „Digital Check“ an. Die damit verbundene Potenzialanalyse offenbarte mögliche digitale Handlungsfelder bei geba.

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Deutscher Kunststoff- und Gummimaschinenbau leitet Trendwende ein – Enormer Anstieg des Auftragseingangs im Oktober 2020

Wie der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berichtet, wurde der deutsche Kunststoff- und Gummimaschinenbau zu Beginn des Jahres 2020 – wie fast alle Wirtschaftsbereiche – heftig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen. Der Abwärtstrend in Umsatz und Auftragseingang fl achte jedoch schon gegen Jahresmitte 2020 ab, und ab September stiegen die Auftragseingänge sogar wieder an. Kumuliert liegen sie im Zeitraum von Januar bis Oktober 2020 somit nur noch 3 % unter den Auftragseingängen im gleichen Zeitraum 2019.

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Kunststoffverarbeiter ziehen gemischte Bilanz 2020 – Weniger Umsatz, mehr Wertschätzung und Kreislaufwirtschaft als Chance

Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) zog in seiner Jahreswirtschaftspressekonferenz am Aschermittwoch, 17. Februar 2021, eine Bilanz für die Kunststoffverarbeitung in Deutschland für das Jahr 2020 und zeigte die wichtigsten Entwicklungen in Wirtschaft und Politik und deren Auswirkungen auf die Branche und ihre Segmente auf. Zudem gab der Verband einen Ausblick auf das vor uns liegende Jahr 2021. Die bereits für 2019 festgestellte Ambivalenz zwischen Zuversicht und Unsicherheit bei den Unternehmen habe sich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie noch verstärkt. So rechnet trotz stark gesunkener Umsätze im Jahr 2020 ca. die Hälfte der im Rahmen der GKV-Umfrage befragten Unternehmer im Jahr 2021 wieder mit steigenden Umsätzen, jedoch mit sinkenden Gewinnen.

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Der GFK-Markt Europa 2020 – Stärkster Rückgang seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009

Die AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe hat ihren jährlichen Marktbericht zu glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) herausgegeben. Der GFK-Markt erlebte im Jahr 2020 durch die Covid-19-Pandemie einen der stärksten Einbrüche seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009. Das Gesamtvolumen der Produktionsmenge fällt dabei um 12,7 % auf 996.000 t. Die stärksten Verluste zeigen sich im Transportbereich. Größter Hersteller von GFK bleibt Deutschland mit 207.000 t. Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des vollständigen Marktberichtes, der kostenlos von der Website der AVK heruntergeladen werden kann.

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Chemical Recycling – Status, Trends, and Challenges – nova-Institut veröffentlicht neuen Markt- und Technologiereport

Die nova-Institut GmbH hat den neuen Markt- und Technologiereport „Chemical Recycling – Status, Trends, and Challenges – Technologies, Sustainability, Policy and Key Players“ veröffentlicht. Die Marktstudie bietet auf 190 Seiten umfangreiche Informationen rund um das chemische Recycling und richtet sich an die Chemie- und Kunststoffindustrie, Hersteller, Technologie-Scouts, Investoren und politische Entscheidungsträger. Mehr als 70 Unternehmen und Forschungsinstitute, die chemische Recyclingtechnologien entwickelt haben und anbieten, werden vorgestellt. Jedes Unternehmen wird mit seinen Technologien und seinem Status, seinen Investitions- und Kooperationspartnern aufgeführt. Zusätzlich gibt der Bericht einen Überblick über die Abfallpolitik in der Europäischen Union. Darüber hinaus wurden zehn Unternehmen und Forschungsinstitute befragt, um Informationen aus erster Hand rund um das Thema chemisches Recycling zu erhalten.

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Strategische Nutzung von Rohstoffen in Deutschland – Verein Deutscher Ingenieure veröffentlicht neuen Statusreport

Wie der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) berichtet, wird für zahlreiche wichtige Rohstoffe die Versorgungslage des Industriestandorts Deutschland immer kritischer. Der neue VDI-Statusreport „Strategische Nutzung von Rohstoffen in Deutschland“ beleuchtet daher insbesondere wirtschaftliche, ökologische und politische Faktoren, die einen Einfluss auf die Verfügbarkeit haben.

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Lean Management – Methoden und Prinzipien bei Bäumer

Erfolgreiche Unternehmen arbeiten jeden Tag hart daran, den eigenen Qualitätsstandard zu veredeln und die Qualität, Kosten und Lieferzeit für ihre Kunden zu verbessern. Um dieser Herausforderung tagtäglich begegnen zu können, müssen alle Zahnräder des Produktionsprozesses stets im Einklang ineinandergreifen. Diese reibungslosen Abläufe sind das Herzstück und die maßgebliche Voraussetzung zur Entstehung einer herausragenden Produktpalette, so die Fa. Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG.

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Vom Abgas zum Wertstoff – Covestro nutzt CO2 zur Kunststoffherstellung

Durch den passenden Katalysator und die richtige Prozesstechnologie ist es möglich aus Kohlenstoffdioxid Rohstoffe für die Kunststoffproduktion herzustellen. Covestro arbeitet zusammen mit verschiedenen Partnern an mehreren Projekten. Bereits auf dem Markt sind neuartige Komponenten aus CO2 für verschiedene Kunststoffarten. Ziel ist, Kohlenstoffdioxid für möglichst viele Anwendungsbereiche zu nutzen.

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CO2 als chemischer Grundstoff für Polymere – Fast 1 Million Tonnen Produktionskapazität bereits installiert

Das nova-Institut hat eine komplett überarbeitete und erweiterte dritte Version des Technologie- und Trendreports „Carbon Dioxide (CO2) as Chemical Feedstock for Polymers – Technologies, Polymers, Developers and Producers” veröffentlicht. Der Report richtet sich an die Kunststoffindustrie, OEM, Technologie-Scouts, Investoren und politische Entscheidungsträger.

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Klimaneutrales Unternehmen

Die Firma ebalta Kunststoff GmbH arbeitet schon lange daran, einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Mit der Zertifizierung der Klimaneutralität ab Januar 2021 wurde ein entscheidender Schritt gemacht.

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Vom „Praxisforum Kunststofftechnik“ – VDWF etabliert ein neues Online-Event

Beim ersten Praxisforum Kunststofftechnik am 3. März 2021 verzeichnete der Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e. V. (VDWF) über 200 Teilnehmer, die direkt der Videokonferenz beiwohnten und weitere rund 50 Gäste, die die Veranstaltung per Livestream auf YouTube verfolgten. „Die Verlegung ins Web war aus der Not geboren“, erklärte VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter. „Fakt ist aber: Wir haben unsere Reichweite immens vergrößert, sodass wir das Praxisforum Kunststofftechnik auch künftig jedes Frühjahr kostenfrei im Netz durchführen werden. Die informelle Kommunikation bei Präsenz-Events ist zwar durch nichts zu ersetzen, online konnten wir aber problemlos Branchenkollegen von der Ostsee bis Norditalien willkommen heißen.“ Inhaltlich konzentrierte sich die Veranstaltung auf nachhaltiges Handeln – im ökologischen wie auch im wirtschaftlichen Sinne.

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Tischlerarbeiten für anspruchsvolle Formen – Formbarer PU-Werkstoff ermöglicht Geometrien mit komplexen Kurven und Radien

Komplexe Formen für Werkstücke stellen Tischler üblicherweise vor eine Herausforderung, denn aufgrund der ungleichmäßigen Dichte bei Sperrholz oder mitteldichten Holzfaserplatten (MDF) muss stets vorsichtig gefräst werden. Schnell entstehen sonst Unebenheiten oder es bilden sich sogar Risse im Material. Hierauf Rücksicht zu nehmen, verlangsamt allerdings den gesamten Herstellungsprozess. Dabei gibt es bereits eine Alternative: Mit Hilfe des patentierten 3D-Furniers der Danzer Deutschland GmbH in Verbindung mit dem Polyurethanwerkstoff maridur der Obo-Werke GmbH können unkompliziert und schnell Kreise, Wellen und sogar organische Formen mit einer edlen Beschichtung erstellt werden. So lassen sich Werkstücke für bspw. Fronten und Seitenteile im Innenausbau oder Wand- und Deckenverkleidungen auch im sanitären Bereich fertigen. Dank der geschlossenen Zellstruktur und homogenen Dichte von maridur kann das Material leicht verarbeitet werden und ist zudem feuchtigkeitsabweisend. Der Werkstoff widersteht selbst extremen Witterungseinflüssen und eignet sich somit auch für anspruchsvolle Anwendungen.

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SPE Automotive Award 2021: Kuraray sponsert Kategorie-Award

Kuraray wird beim 20. Automotive Award von SPE Central Europe, Sektion der Society of Plastics Engineers Inc., erstmals einen Kategorie-Award als Sponsor unterstützen. Das weltweit tätige japanische Unternehmen mit Hauptsitz in Tokio ist seit 55 Jahren in Europa aktiv. Die in Hattersheim am Main ansässige Kuraray Europe GmbH fokussiert sich v. a. auf den deutschen Markt.

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Stuttgarter Kunststoffkolloquium mit 600 Gästen

Das inzwischen 27. Stuttgarter Kunststoffkolloquium fand vom 1. bis 4. März 2021 zum ersten Mal als virtuelle Tagung statt.

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60 Jahre SKZ – Das Kunststoff-Zentrum feiert runden Geburtstag

Das Kunststoff-Zentrum SKZ wurde 1961 in Würzburg gegründet und ist heute eines der bedeutendsten und größten Kunststoff-Institute in Deutschland. Zum 60. Geburtstag denke man noch lange nicht daran „in Rente zu gehen“, sondern konzentriere sich weiterhin auf die innovativsten und zukunftsträchtigsten Entwicklungen rund um Kunststoffe.

Aufsatz
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Hochdämpfende Polyurethan-Elastomere

Elastomere zeichnen sich dadurch aus, dass mechanische Verformungen reversibel sind. Verschwindet also die auf einen Prüfkörper wirkende Kraft, bewegt sich dieser zurück in seine ursprüngliche Geometrie. Benötigt er dafür eine vernachlässigbare Zeitspanne, ist der sogenannte elastische Anteil der Verformung sehr groß. Beansprucht das Wiederherstellen der Anfangsgeometrie hingegen eine nichtvernachlässigbare Zeitspanne, ist der sogenannte viskoelastische Verformungsanteil ausgeprägt. Das Elastomer ist dann nicht (ideal-) elastisch, sondern viskoelastisch. Je nach Anwendung verwenden Ingenieure elastische oder viskoelastische Werkstoffe, z. B. als schwingungsisolierenden oder -dämpfenden Bestandteil von Lagern. Getzner Werkstoffe bietet mit Sylodamp einen Werkstoff mit ausgeprägt viskoelastischem Verhalten an. Es dämpft Stöße und Schwingungsamplituden und kommt somit überall dort zum Einsatz, wo Lastspitzen reduziert und bei periodischen Kräften Resonanzphänomene eingeschränkt werden müssen. In diesem Aufsatz beschreiben wir jene physikalisch-chemischen Grundlagen, die das zielgerichtete Werkstoffdesign ermöglichen.


Elastomers are defined by their reversible deformation behavior: Consider a specimen underlying an external force. Once this force vanishes, its initial geometry will be restored. In the case of ideal-elastic materials this happens nearly instantly, while so-called viscoelastic materials need some time to restore the initial geometry. Depending on the application, engineers make use of one or the other class of elastomers. For example, almost ideal-elastic materials are the best choice to isolate vibrations in, e. g., building industry and railway engineering. In contrast, viscoelastic elastomers allow damping of impacts as well as damping of the amplitude of vibrations. For such applications, Getzner Werkstoffe offers a material series named Sylodamp. In this article we describe the basic physical and chemical relations allowing us to design materials with pre-defined damping characteristics.

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Innovative, rußgefüllte Compounds und Masterbatche an der Schnittstelle zwischen Kunststoff- und Farbenindustrie – Anwendungen der Caparol NEFA MB Masterbatche in thermoplastischen Elastomeren – Teil 1

Dispersive und distributive Mischvorgänge sind ein wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung thermoplastischer Masterbatche und Compounds. Zur Compoundierung werden überwiegend kontinuierlich arbeitende Doppelschneckenextruder und Knetersysteme eingesetzt. Eine wesentliche Einschränkung dieser Mischaggregate ist die limitierte Verweilzeit der zu mischenden Komponenten. Caparol Industrial Solutions GmbH ist ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von vor allem flüssigen und pastösen Pigment- und Additivkonzentraten spezialisiert hat. Bei der Produktion dieser Konzentrate kommen besonders diskontinuierlich arbeitende Misch- und Dispergieraggregate wie beispielsweise Walzwerke, Butterfly-Mischer oder Dissolver zum Einsatz. In diesem Spannungsfeld entstehen die elektrisch leitfähigen Rußcompounds und Masterbatche der Produktgruppe NEFA MB EL. Durch die Kombination von diskontinuierlichen Mischern und Doppelschneckenextrudern gelingt es, auf Basis von SEBS-Copolymeren sehr hochgefüllte und leitfähige Performance-Konzentrate herzustellen. Charakteristisch für Compounds der Produktgruppe NEFA MB EL sind spezifische elektrische Widerstände von weniger als 1Ω·cm (gemessen nach DIN EN ISO 3915), bei Härten im Bereich von Shore A 80 bis Shore D 60 und einer Reißdehnung von mehr als 400 %. Als Masterbatch eingesetzt, lassen sich mit NEFA MB EL-Konzentraten elektrostatisch ableitende Eigenschaften in TPVs beispielsweise ab einer Zugabekonzentration von nur 25 % erzielen.


Dispersive and distributive mixing processes are a major element in the manufacture of thermoplastic masterbatches and compounds. Continuously working twin-screw extruders and kneader systems are mainly used for compounding. A crucial restriction of these mixing machines is the limited dwell time of the components to be mixed. Caparol Industrial Solutions GmbH is a company that has specialised in the manufacture of primarily liquid and paste-form pigment and additive concentrates. Discontinuously working mixing and dispersion machines, such as roller mills, butterfly mixers or dissolvers are used in particular in the production of these concentrates. This is where the electrically conductive carbon black compounds and masterbatches of the NEFA MB EL product group come into play. The combination of discontinuous mixers and twin-screw extruders can manufacture very highly filled, conductive performance concentrates on the basis of SEBS copolymers. Compounds in the NEFA MB EL product group are characterised by specific electrical resistances less than one 1 Ω·cm (measured according to DIN EN ISO 3915) with hardnesses in the range of Shore A 80 to Shore D 60 and elongations at break of more than 400 %. Used as a masterbatch, electrostatically dispersive properties can be achieved with NEFA MB EL concentrations in TPVs, for example, from an adding concentration of just 25 %.

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Trockene Entformung – Praktische Demonstration einer Werkzeugbeschichtung mit langer Standzeit

Nachhaltiges Denken und Handeln ist ein stetiger Innovationstreiber in der polyurethanverarbeitenden Industrie und setzt bei Entwicklung und Umsetzung zukunftsweisender Material- und Prozesstechnologien an. Verständlicherweise können sich neue Technologien nur dann durchsetzen, wenn sie keinen Rückschritt in Bezug auf Robustheit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit darstellen. In einem IGF-Kooperationsprojekt des Instituts für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen (IKV), Aachen, und des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen, wurde jetzt die Technikumsreife einer permanenten Trennbeschichtung auf einem Stahlwerkzeug nachgewiesen, indem mehr als 1.200 PU-Bauteile bei konstant anwendungsrelevant niedrigen Kräften entformt wurden.


Sustainable thinking and acting is a constant driver of innovation in the polyurethane processing industry and is inherently applied in the development and implementation of future-oriented material and process technologies. Understandably, new technologies can succeed when they do not represent a step backwards in terms of robustness, flexibility and cost-effectiveness. In a German IGF cooperation (Industrial Collective Research) project at the Institute for Plastics Processing (IKV), Aachen, and the Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials (IFAM), Bremen, the pilot plant readiness of a permanent release coating on a steel mould has now been demonstrated by consecutively demoulding more than 1,200 PU parts at constant low forces.

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