PU Magazin

Editorial
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Jetzt demonstrieren oder später schwimmen?

Wir alle haben von der Fridays-for-Future-Bewegung gehört – Schüler schwänzen freitags die Schule, um für eine Zukunft ohne Klimawandel zu demonstrieren und schwenken dabei Transparente mit dem Slogan „March now or swim later”! Sie kämpfen für das Recht, in einer Welt ohne weiteren weltweiten Temperaturanstieg und den damit verbundenen katastrophalen Folgen leben zu können.

Die Jugendlichen möchten, dass auch wir, die älteren Generationen, in Panik geraten und ganz schnell und am besten auch ganz radikal etwas gegen das Problem unternehmen. Sie fordern die Regierungen auf, ihre Hausaufgaben zu machen und endlich zu handeln, anstatt sich träge weiter im Kreis zu drehen. Aber sollten sie sich wirklich auf Politiker verlassen, um die Situation zu retten?

Die aktuellen politischen Ereignisse fördern ein solches Vertrauen nicht wirklich. Sei es die monatelange Handlungsunfähigkeit der US-Regierung im letzten Winter aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über „Trumps Grenzmauer”, oder die sich zäh und quälend hinziehende Brexit-Katastrophe, die wir im Moment erleben müssen.

Anscheinend denken Politiker, dass jede Deadline mit nur begrenztem Risiko auf unbestimmte Zeit verlängert werden kann. Ist das eine kluge Strategie für den Klimawandel oder haben die Schüler ein Recht, panisch zu werden und auch Panik zu schüren?

Politiker verstehen offensichtlich das Prinzip der Hysterese nicht. Es kann sein, dass die Veränderung im Moment noch langsam voranschreitet. Sie wird sich aber ab einem bestimmten Punkt mit kaskadenhaften Effekten beschleunigen. Wenn wir diesen Punkt überschreiten, wird es nicht mehr einfach sein, zum gegenwärtigen Klima zurückzukehren.

Aber wer ist schon gewissenhaft in Bezug auf Deadlines…? Da fallen mir die legendären Worte des unsterblichen Douglas Adams ein: „Ich liebe Deadlines. Ich liebe das zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeiziehen.“

Wir sollten unsere Kinder beeindrucken und diese Deadline nicht vorbeizischen lassen!

Ihre
Isabella Kappner
i.kappner@gupta-verlag.de

Bericht
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Innovation, Networking und Wissensaustausch auf der weltweit größten Messe für Verbundwerkstoffe – Von der JEC World 2019 in Paris

Die JEC World, eine der größten und wichtigsten Fachmessen für die Verbundwerkstoffindustrie, fand vom 12. bis 14. März 2019 im Pariser Messezentrum Nord Villepinte in Frankreich statt. In diesem Jahr lockte die Messe mehr als 1 300 Aussteller und mehr als 43 500 Besucher aus 112 Ländern an und bot eine Fülle an Innovationen und Möglichkeiten zum Networking und Wissensaustausch.

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Besucherrekord auf der Leitmesse der globalen Coatings-Industrie – Von der European Coatings Show 2019 in Nürnberg

Die European Coatings Show (ECS) präsentierte sich 2019 wieder einmal als Leitmesse der internationalen Coatings-Industrie. Rund 30 500 Fachbesucher (2017: 30 198) aus 124 Ländern nutzten die diesjährige Veranstaltung, um sich bei 1 156 Ausstellern aus 46 Ländern über Innovationen bei der Farb-, Lack- und Dichtstoffherstellung zu informieren. Die auf acht Hallen gewachsene Ausstellungsfläche verwandelte das Messezentrum Nürnberg so zur zentralen Plattform für den Austausch von Coatings-Experten aus aller Welt.

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Von der PSE Europe 2019 – „Klasse statt Masse“ mit Fokus auf Qualität und intensiven Fachgesprächen

Vom 26. – 28. März 2019 trafen sich PU-Experten aus dem In- und Ausland zur PSE Europe 2019 im MOC München. Die Internationale Fachmesse für Polyurethan-Verarbeitung fand zum zweiten Mal statt und bot auch in diesem Jahr eine gute Plattform für intensiven fachlichen Austausch. Der Veranstalter Mack Brooks Exhibitions, der vor kurzem erst unter das Dach des Messeriesen Reed Exhibitions, die u. a. auch die Composites Europe ausrichten, kam, vermeldet zwar leicht zurückgegangene Besucherzahlen, die Qualität der Fachbesucher war aber außerordentlich hoch. Besonders positiv hoben die Aussteller der PSE Europe 2019 die während der drei Tage generierten Geschäftsbeziehungen und -anfragen hervor.

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Zirkularität bei Kunststoffen – PlasticsEurope Fachpressetag

Nachhaltigkeitsthemen und Initiativen gegen Plastikmüll in der Umwelt dominierten am 28. März 2019 die Agenda des diesjährigen Fachpressetags von PlasticsEurope. Einmal im Jahr lädt der Kunststofferzeuger-Verband deutschsprachige Medienvertreter aus Mittel- und Osteuropa zum Pressegespräch nach Frankfurt ein, um über die wirtschaftliche Entwicklung von Branche und Werkstoff zu berichten. In diesem Jahr waren Fachjournalisten aus Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn gekommen.

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IKD und Werkzeugbau Weidemann entwickeln neues FFF-Verfahren – Rotatorische additive Ein- und Mehrkomponentenfertigung von Polyurethanen, Siliconen und Epoxidharzsystemen

Die additive Fertigung von Bauteilen aus thermoplastischen Filamenten (Fused Filament Fabrication, FFF) ist eine bewährte Technologie, um klassisch 2½-dimensionale Bauteile in z-konstanter Fertigungsweise zu generieren. In einem Kooperationsprojekt des Instituts für Kunststofftechnik in Darmstadt (IKD) der Hochschule Darmstadt (h_da) mit der Fa. Werkzeugbau Weidemann GmbH & Co KG soll neben der klassischen 2½-dimensionalen Fertigung auf einer Druckplattform eine rotatorische Fertigung realisiert werden.

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Erfolgreiche Parkhaussanierung mit Heißspritzbeschichtung

Die Fa. Lorenz Floorsystems GmbH, ein Anbieter von Bodenbeschichtungen mit Sitz in Troisdorf, konnte sich bei der Vergabe einer Parkhaussanierung gegen seine Wettbewerber behaupten. Um die Sanierungsmaßnahme erfolgreich durchführen zu können, war die Anschaffung einer Zweikomponenten-Heißspritzanlage für die Verarbeitung von Polyurethan/Polyurea erforderlich. In enger Zusammenarbeit mit dem Materialhersteller beriet die Fa. FluidSystems GmbH & Co. KG aus Haan die Fa. Lorenz ausführlich. Aus der breiten Produktpalette an Heißspritzanlagen fiel die Wahl auf das Modell Reactor2 H-XP2 von Graco, eine für den Dauereinsatz und zur Beschichtung großer Flächen bewährte Maschinentechnik.

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Aufsatz
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Potenzialanalyse CO2-basierter, vernetzbarer Polyole für Polyurethan-Formteile

Vor dem Hintergrund der Ressourcenschonung und aktuellen Bestrebungen zur Entwicklung alternativer Rohstoffe ist es in den letzten Jahren durch die Entwicklung geeigneter Katalysatoren gelungen, Kohlenstoffdioxid (CO2) in signifikanten Mengen als Rohstoff für die Herstellung von Polyolen zu nutzen. Durch den Einbau von CO2 und weiteren Bausteinen lässt sich die molekulare Struktur des Polyols so verändern, dass die entstehenden Eigenschaften von denen konventioneller Polyurethan (PU)-Systeme abweichen. Zur Analyse des Potenzials von CO2-basierten Polyolen für PU-Formteile haben das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen und die Firma Covestro AG, Leverkusen, in einem öffentlich geförderten Forschungsvorhaben eine umfassende Eigenschaftsanalyse neuartiger CO2-Polyole durchgeführt. Dazu wurden unter Nutzung eines kommerziellen Isocyanates insgesamt mehr als 30 unterschiedliche Polyole bezüglich ihrer Verarbeitungseigenschaften (Gelzeit, Viskosität, etc.) und entstehenden Eigenschaften im PU (Glasübergangstemperatur, Härte, etc.) analysiert und daraus empirische Formeln zur Vorhersage dieser Eigenschaften abgeleitet. Darauf aufbauend wurden auf Basis geeigneter Polyole die Härte, die Zugeigenschaften, die Berstdruckeigenschaften sowie die dämpfenden Eigenschaften (Rückprallelastizität) der Materialien analysiert. Dabei wurde die Zusammensetzung der Polyole und der Vernetzer in aussagekräftiger Weise variiert. In diesem Beitrag werden Ergebnisse der Evaluation der entstehenden CO2-Polyurethane für eine Anwendung als kompakte dämpfende Elemente vorgestellt.

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Flammschutzeigenschaften von recycelten und ligninbasierten PET-Polyolen für Hartschaumanwendungen

Durch halogenierte Flammschutzmittel wurden Brände in Gebäuden und Wohnungen über viele Jahrzehnte hinweg verhindert und haben somit die Öffentlichkeit vor Verletzungen und Tod geschützt. Heutzutage werden neue Optionen zur flammwidrigen Ausrüstung von Hartschaumstoffen gesucht, die auf nachhaltiger Chemie basieren und keine Halogene enthalten. Resinate Materials Group, Inc. hat nachhaltige aromatische Polyesterpolyole entwickelt, die zu verbesserten flammhemmenden Eigenschaften in Polyisocyanurat-(PIR)-Dämmschaumstoffen beitragen. Der nachhaltige Anteil dieser neuen Polyolprodukte besteht aus nachwachsendem Lignin und recyceltem Polyethylenterephthalat. Dieser Aufsatz beschreibt die Eigenschaften dieser neuen nachhaltigen Polyole in PIR-Schaumstoffanwendungen.

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Herstellung von Polyurethan-Hartschaum unter Verwendung von mittelkettigen Glyceriden aus Kokosöl und Kunststoffen aus Altfahrzeugen

Polycarbonat- und Polyurethanabfälle aus Altfahrzeugen wurden unter Verwendung mittelkettiger Glyceride aus Kokosöl zu recycelten flüssigen Polyolen mit einer Hydroxylzahl von ca. 300 mg KOH/g verarbeitet. Die erhaltenen Polyole wurden zur Herstellung von Polyurethan-Hartschaumstoffen mit niedriger Dichte verwendet. Es wurde festgestellt, dass bis zu 50 Gew.-% des petrochemischen Polyols durch die recycelten Polyole ersetzt werden können, ohne dass der Schäumprozess negativ beeinflusst wird. Die hergestellten Schaumstoffe besitzen eine Rohdichte von 40 – 44 kg/m3, eine homogene Zellstruktur mit einem hohen Anteil an geschlossenen Zellen (>91 Vol. %) und einen vorteilhaft niedrigen Lambda-Wert (~23 mW/mK). Die außergewöhnlich hohe Druckfestigkeit (>350 kPa parallel zur Schäumrichtung) der Polyurethan-Hartschaumstoffe mit 50 Gew.-% recyceltem Polyol aus Polycarbonatabfällen resultierte wahrscheinlich aus der einzigartigen Struktur des recycelten Polyols, das starre aromatische Segmente mit flexiblen Kokosöl-Glycerideinheiten kombiniert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Ansatz unter Verwendung des aus erneuerbarem Kokosöl gewonnenen Rohstoffs eine nachhaltige Recycling-Lösung für zwei wichtige Kunststoffe aus Automobilabfällen bietet.

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