PU Magazin

Ausgabe 04 | 2018

Anzeigenkunde

Editorial
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Was kostet die Welt?

Die gute Stimmung bei den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Montrealer Protokolls wurde von einer peinlichen Enthüllung getrübt. Nur wenige Monate, nachdem die NASA eine Erholung der Ozonschicht bestätigt hatte, kamen in Wien die Delegierten der OEWG 40 (40. Treffen der Open Ended Working Group) [1] zusammen und diskutierten Berichte über eine unerklärliche Zunahme von Trichlorfluormethan-Emissionen, die die Erholung unserer schützenden Ozonhülle wieder um Jahrzehnte zurückwerfen könntenSchnell wurde mit dem Finger auf Asien gezeigt, vor allem auf China, ein Land, das auf Kritik meistens sensibel reagiert.

In einem von der Environmental Investigation Agency veröffentlichten Bericht gaben 18 chinesische Unternehmen an, Trichlorfluormethan in Polyolmischungen in PU-Systemen zur Herstellung von Hartschaum für die Isolierung eingesetzt zu haben. China hat rasch gehandelt, aber bisher nur wenige Belege gefunden, um die Behauptungen zu stützen, und forderte verschiedene technische Ausschüsse innerhalb des Protokolls auf, die Angelegenheit zu untersuchen und die Quellen zu ermitteln. Die erhöhten Emissionen wurden bereits vor sechs Jahren entdeckt, allerdings mussten die Wissenschaftler atmosphärische Anomalien ausschließen, bevor sie in der Lage waren, wasserdichte Fakten zu präsentieren. Man fragte sich kopfschüttelnd, wie eine derart massive Nutzung des Ozonkillers überhaupt so lange unbemerkt bleiben konnte. Die Teilnehmer des Wiener Treffens hatten zwangsläufig mehr Fragen als Antworten auf dem Tisch.

Dieser Vorfall führt uns deutlich die Problematik bei der Umsetzung globaler Richtlinien vor Augen. Trotz des multilateralen Fonds des Protokolls, das zur Unterstützung der Umsetzung eingerichtet wurde, zieht der Umweltschutz zugunsten höherer Profite den Kürzeren. Die gestiegenen Kosten aller PU-Rohstoffe, strengere Umweltauflagen, steigende Lohnkosten und die ungebrochene Nachfrage nach preisgünstigen Produkten setzen die PU-Produzenten weltweit extrem unter Druck. Die Globalisierung der Lieferkette für PU-Rohstoffe hat zweifellos die Kostenstrukturen der ersten Welt den Volkswirtschaften der dritten Welt auferlegt. In einer Zeit, in der Rohstofflieferanten Rekordmargen erzielen, dürfte die Versuchung für PU-Verarbeiter kostengünstige Materialien wie CFC-11 einzusetzen, groß sein, auch weil es zweifellos das beste Treibmittel für alle PU-Schäume ist.

PU-Produzenten sind weltweit nicht die einzigen, die umweltfreundlich und nachhaltig agierende Unternehmen führen, aber nur in seltenen Fällen kommt der Nutzen einer Good-practice-Einführung zu denen zurück, die die Kosten tragen. Europäische Unternehmen, die angekündigt haben, PVC oder andere nicht nachhaltige Materialien aus ihrem Portfolio zu entfernen, werden bald feststellen, dass die Auswirkungen auf ihre Preise zu kostspielig sind.

Die PU-Industrie war maßgeblich daran beteiligt, das Montrealer Protokoll voranzutreiben und tragfähige Alternativen zu CFC-11 zu entwickeln. Sie könnte noch mehr tun, um zu helfen. Kostengünstige Produkte für eine wettbewerbsintensive Welt können nur dann angeboten werden, wenn auch die Rohstoffe zu einem angemessenen Preis angeboten werden.

Dieser Leserkommentar spiegelt die Meinung einiger Branchenexperten wider, die es vorziehen,
anonym zu bleiben. PU Magazin erwartet mit Spannung das Feedback zu diesem Thema
und lädt interessierte Leser dazu ein, weitere Kommentare zu verfassen.
info@pu-magazine.com

[1] Earth Negotiations Bulletin (ENB) Volume 19, Number 139, 17 July 2018, Summary of the 40th Meeting of the Open-Ended Working Group of the Parties to the Montreal Protocol on Substances that Deplete the Ozone Layer


  

Interview
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Interview mit Rolf Trippler, Geschäftsführer von Hennecke, und Enrico Lombardini, CEO der OMS Group

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Bericht
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